Schicksal Sprüche – zukunft

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Dem Menschen ist es doch nicht gegeben abzuwenden, was ihm bestimmt ist.

Herodot, Historien. III, 65

Macht des Schicksals (Satadana) Was das Schicksal verhängt Und voraus erkannt, Dem halten selbst Götter Vereint nicht stand.

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Halt' aus, und wenn auch Schlag auf Schlag Das Schicksal dir erteilt, Vertraue fest, es kommt der Tag, Der deine Leiden heilt! Bedenke, wie so manches Herz Bedrückt von Not Angst; Verdoppelt fühlest du den Schmerz, Wenn du in Kleinmut bangst. So lang' des Menschen flücht'ger Fuß Den Erdenkreis durcheilt, Ruft ihm der Schmerz den düstern Gruß, Wo er auch immer weilt. Halt' aus und stehe unverzagt, Wirf kühn den Feind zurück, Den frischen Mut, der furchtlos wagt, Ihn krönt allein das Glück.

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Du schaust zum Goldpalast hinauf, Als könnt' ihn Unglück nicht erreichen; O wisse, gleich läuft Schicksals Lauf, Aus jedem Hause trug man Leichen, Aus jedem Auge ward geweint, Durch jeden Busen bebten Schrecken! Freu' dich der Sonne, die dir scheint, Laß dunkle Zukunft Gott dir decken!

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Die gewaltigen, unendlichen, Unentfliehbaren Ratschlüsse mit Diamantnem Weberschliffe webt Ewig das Schicksal.

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Laß dich das Schicksal nicht klein finden, wenn es dich groß besucht, und wenn es klein kommt, tue nicht, als ob ein Elefant eintrete.

Merian (Hg.), Weite. 366 Gedanken und Gedichte deutscher Denker und Dichter. Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1927

Früh schon sprach mein Schicksal zu mir: Du sollst nicht dies und du sollst nicht das, denn du würdest sonst nicht genug leiden. Früh schon sprach mein Schicksal zu mir: Dies sollst du, das, und das sollst du, das, denn du würdest sonst nicht genug leiden.

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

Es ist schwer, gegen das Verhängnis anzukämpfen, denn es naht unaufhaltsam die Stunde, wo frivoles Menschenwerk zusammenbricht!

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Recht stets behält das Schicksal; denn das Herz In uns ist sein gebieterischer Vollzieher.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1. Akt, 7. Auftritt, Wallenstein

Fatum Zweimal hat mich der Tod verschont: Er wollte mich nicht haben: Hunderttausende lägen jetzt tot Und tief in der Grube begraben. Ich aber begann erst recht zu blühn Und den Blütenkelch zu entfalten – Und wie ich der unterirdischen Macht, So trotz' ich den Tagesgewalten. Zum Schicksal ward mir mein Leben, o Gott! Fast drückt die Last mich zu Boden: Berufen bin ich, zu rufen zum Glück Hier all die lebendigen Toten.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Das Schicksal prolongiert einen Wechsel meistens zweimal, bevor es ihn präsentiert.

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Das Schicksal gibt dem Menschen oft den Wundbalsam früher als die Wunde.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Erstes Heftlein. 2. Hundposttag

Wir sind alle Augenblicksmenschen, deren Geschick sich auf einen einzigen Wink des Schicksals entscheidet.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Denn schneller, wie die Welle steigt und fällt, Treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens.

Körner, Alfred der Große. Oper in zwei Aufzügen, entstanden 1811/12. 1. Aufzug, 2. Auftritt, Gothron

Das Schicksal verbessert manche Fehler an uns, welche die Vernunft nicht verbessern könnte.

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Der schlimmste Wucherer ist Das Schicksal allezeit: Für eine Stunde Glück Zahlst du eine Stunde Leid.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Schicksal gibt häufig dem Knackmandeln, der keine Zähne mehr hat.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Jeder verdient sein Schicksal, es fragt sich nur, ob vorher oder nachher.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1847

An das Schicksal Wer bist du, nachtumhülltes Wesen, Das schreitet mit Gigantenschritt? Das blühn läßt hier und dort verwesen, Despotisch herrscht, wohin es tritt? Noch nimmer hab ich dich geschauet Von Angesicht zu Angesicht, Auch hab' ich nimmer dir vertrauet, Denn nach Vertrauen fragst du nicht. [...] Kalt scheinst du, gleich des Eises Masse, So theilst du Schwarzes, Frohes aus, Machst, daß ein Teufel lach' und prasse, Ein Gottmensch wein' im Höllengraus; Gleichgültig scheinst du, doch wer siehet, Ob du uns gern zu Boden drückst? Ob deine Brust nicht liebend glühet, Wenn du auch noch so finster blickst?

Ortlepp, Gedichte, 1831

Die Bestimmung. Tränen und Seufzer löschen nicht aus die Tafel des Schicksals; Bitten und Schmeichelein ändern kein Pünktchen auf ihr. Kümmerte sich der Engel, der über die Winde gesetzt ist, ob sein brausender Hauch irgendein Lichtchen verweh’?

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Zweites Buch

Noch ist nichts bestimmt, und alles möglich – noch spielt die Hand, mutwillig zögernd, mit den Losen in der Urne des Schicksals, welche auch das große enthält – warum sollte sie es nicht fassen können? Sie säumt und säumt, indem schon die bloße Möglichkeit fast ebenso wollüstig ist, wie die Wirklichkeit – indessen spielt ihr das Schicksal einen Zettel unter die Finger – es ist nicht das große Los, es ist keine Niete, es ist ein Los, wie es Tausende schon getroffen hat, und Millionen noch treffen wird.

Kleist, H., Briefe. An Adolfine von Werdeck, 28. Juli 1801