Seele Sprüche – gedanken

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Hätte ich früher erkannt, was ich jetzt weiß, daß der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig darin allein gelassen.

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Ich bin nicht der Kapitän meiner Seele! Ich bin einfach ihr lautester Passagier!

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Durch einen Riß in der Seele kann der Teufel aus- und eingehen.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Wir wissen vielleicht gar nicht, wie wahr wir sind, wenn wir von Seelentiefen sprechen, denn wir haben oft Überraschungen von Eigenschaften, die uns verhüllt blieben, bis zu einem gewissen Augenblick.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Über die Seele

Sei einsam, treibt dich dein Gemüth Dich selber zu bezwingen! Sei einsam, wenn dein Herz erglüht Ein Höchstes zu vollbringen! Doch einsam fliehn aus der argen Welt Weil du dich dünkst gerechter, Nur deinem lieben Selbst gesellt, Das macht dich alle Tage schlechter.

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[…] Wenn das Gemüt einen verwundenden Schlag erhält, der den Körper nicht tötet, scheint es wieder zu genesen, wie der Körper genest. Aber es scheint nur so. In Wirklichkeit ist es nur der Mechanismus der wiederaufgenommenen Gewohnheit. Langsam, langsam fängt die Wunde der Seele an, sich bemerkbar zu machen, wie eine Verletzung, die nur allmählich ihren furchtbaren Schmerz vertieft, bis er die ganze Psyche ausfüllt.

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Um unser Gemüt im Gleichgewicht zu erhalten, lassen wir uns durch eignen Luxus verweichlichen und durch fremdes Elend abhärten.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Thoren, – Im Herzen da kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind wir geboren, Und was die innere Stimme spricht, Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hoffnung. 1798. Originaltext

Jeder Mensch betäubt seine psychische Leere auf die eine oder andere Art.

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Es gibt Minuten, in denen alle verborgenen Edelsteine der Seele offenliegen!

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Man kann die Seele nicht in das Gewand der Tugend kleiden. Die Tugend ist einfach der Gesundheitszustand der Seele.

May, K., Gedichte. Himmelsgedanken, 1900

Worin kann das Leben der Seele bestehen, wenn sie [...] nicht bei sich verweilt, sondern in Auseinandersetzung mit der Welt sich nach außen betätigt; in der »Stimme des Gewissens«, die sie zum rechten Tun anleitet und vor dem unrechten zurückhält, die über ihre Taten, wenn sie vollbracht sind, das Urteil spricht und über die Verfassung, in der sie die Seele zurücklassen. Das Gewissen offenbart, wie die Taten in der Tiefe der Seele verwurzelt sind, und es bindet das Ich – trotz seiner freien Beweglichkeit – in die Tiefe zurück: die Stimme aus der Tiefe ruft es immer wieder dahin, wo es hingehört, um Rede und Antwort zu stehen über sein Tun und sich zu überzeugen, was es damit bewirkt hat – denn die Taten lassen ihre Spuren in der Seele zurück, sie ist nachher in einer anderen Verfassung, als sie vorher war.

Stein, Endliches und ewiges Sein. Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins, 1951. VII. Das Abbild der Dreifaltigkeit in der Schöpfung

Außer dir nur, was in dir!

Rittershaus, E., Gedichte. 1858

Lasse nur Dir selber die Herrschaft in Deinem Gemüt, und lasse mich einen geringen Anteil dran haben, wir sind ja keine zwei!

Arnim/Brentano, Clemens Brentanos Frühlingskranz. Aus Jugendbriefen ihm geflochten, wie er selbst schriftlich verlangte, 1844

Was auch in der Welt für Polizei der Seele herrscht, ich folge ihr nicht!

Arnim/Brentano, Clemens Brentanos Frühlingskranz. Aus Jugendbriefen ihm geflochten, wie er selbst schriftlich verlangte, 1844

Der Mensch ist gegen sich selbst, gegen Auskundschaftung und Belagerung durch sich selber, sehr gut verteidigt, er vermag gewöhnlich nicht mehr von sich, als seine Außenwerke wahrzunehmen. Die eigentliche Festung ist ihm unzugänglich, selbst unsichtbar, es sei denn, dass Freunde und Feinde die Verräter machen und ihn selber auf geheimem Wege hineinführen.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Neuntes Hauptstück. Der Mensch mit sich allein

Die Stimmung der äußeren Natur ist stets nur ein Spiegel unseres Gemüts.

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Unser Gemüt ist wie eine Waage. Wenn die eine Schale durch den Druck der Erde niedersinkt, so steigt die andere in die Höhe.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Seelenrast Lagernd unter Busch und Halm Blick' ich in den Abend, Bläulich schwillt des Ackers Qualm, Aug' und Seele labend. Kühle, kühl', o feuchte Flur, Meines Busens Glühen! Löse liebend, o Natur, Alles Lebens Mühen!

Fercher von Steinwand (Kleinfercher), Gedichte

Innige Naturen glauben immer, sich selbst und der Welt nicht genug tun zu können; sie möchten zu jeder Stunde, mit jedem Atemzug ein Glück schaffen, einen hohen Gedanken in der Welt befestigen.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Die Gemütsbewegungen charakterisieren den Menschen.

Kent, Philosophische Gedanken zur Homöopathie. Aphorismen, Groma Verlag 2004. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlags