Seele Sprüche – gedanken

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Da sollte man mit seiner Seele verfahren wie jemand, der in seinem Hause einen Raum sucht, wo er am ungestörtesten ist. Denn alles könne die Seele ertragen, nur keinen Lärm. Sie ist still und geheimnisvoll wie das Lautlose, aus dem der Getreidehalm wächst und der Klee blüht. Die mit Gedonner laufen wie ein Pferd, kämen nie, niemals zu ihr.

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Drittes Buch, 3. Kapitel

Innerlichkeit macht wortarm.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

In der Tiefe des Gemütes verbirgt die Menschheit ihre Schätze.

Varnhagen von Ense, K. A., Vermischte Schriften, 3 Bde., 3. Auflage 1875-76. Angebliche Äußerung Rahels gegenüber Gustav von Brinckmann

Von dem Heiligsten und Höchsten, was die Seele bewegt, spricht man ungern, ehrt es am besten durch Schweigen.

Verena, Über Alles die Pflicht. Roman, 1870

Die unverbogene Seele verlangt immer, unbedingt und ganz zu handeln.

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Bezüglich unseres Innern können wir es mit der Zeit überall zu einer Stetigkeit, Festigkeit bringen; mit unserem Herzen aber erst dann, wenn unsre Phantasie ihre letzten Farben eingebüßt.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

A sè stesso – An sich selbst Ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe. Ringsum qualmt Selbstsucht und Hoffart zum Himmel, Laster und Torheit wuchern in üppiger Blüte Und lustig schießen empor die tauben Halme der Eitelkeit. Und siehe: die Welt erträgt es! Sie erträgt es nicht bloß, Sie opfert der Selbstsucht, Beugt sich der Hoffart, Mästet Torheit und Laster Und schmeichelt der Eitelkeit. Aber wehe dir, arme Seele, Wenn zu Tage tritt, Daß auch du staubgeboren, Und einmal dich betreten lässest auf menschlicher Art Und menschlicher Schwäche. Da geifert's sogleich in der Runde! Da predigt die Selbstsucht Entsagung, Die Hoffart Demut, Das Laster Tugend – Und Torheit und Eitelkeit Haben für dich ein Lächeln des Hohnes . . . Fürwahr ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe.

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Es gibt Menschen, die nur Regen und Sonnenschein kennen und haben. Es gibt aber auch Seelen voll taubildender Kraft – das sind die stillen, in sich reichen, triebkräftigen, die mehr innerlich als äußerlich erleben.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Es ist schauerlich an Toren zu rütteln, die verschlossen sind; noch schauerlicher aber, wenn sie nur aus dünnem Seelenstoff, ja, wenn sie nur aus den kühlen, harten Blicken einer Seele bestehen, die dich nicht in sich eindringen lassen will.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1906

Verstand und Gemüt schämen sich immer voreinander.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Edle Seele, entreiß dich dem Wahn Und den himmlischen Glauben bewahre! Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn, Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre! Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor, Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Worte des Wahns, 1800

Die Schönheit der Seele ist die Tugend und ihre Hässlichkeit das Laster.

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O lieber Pan und ihr Götter, die ihr sonst hier zugegen seid, verleihet mir, schön zu werden im Innern, und daß, was ich Äußeres habe, dem Inneren befreundet sei.

Platon, Phaidros, entstanden um 360 v. Chr. 279b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Ruhe, meine Seele Nicht ein Lüftchen Regt sich leise, Sanft entschlummert Ruht der Hain; Durch der Blätter Dunkle Hülle Stiehlt sich lichter Sonnenschein. Ruhe, ruhe, Meine Seele, Deine Stürme Gingen wild, Hast getobt und Hast gezittert, Wie die Brandung, Wenn sie schwillt! Diese Zeiten Sind gewaltig, Bringen Herz und Hirn in Not – Ruhe, ruhe, Meine Seele, Und vergiß, Was dich bedroht!

Henckell, Buch des Kampfes, 1921

Der wahren Schönheit bildende Schöpferin ist nur die Seele, läßt sie den Widerstrahl von ihrem innern heil'gen Leben hell auf das spiegelnde Antlitz leuchten.

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Eine edle Seele erträgt so wenig anhaltende moralische Dissonanzen, als das Ohr das Gekritzel eines Messers auf Glas.

Schiller, Die Räuber, 1781. Vorrede

Über Angelegenheiten, die unser Inneres in Anspruch nehmen, sollten wir nicht mit anderen reden: denn uns ist es dabei ernst, den andern nicht.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

In einer Seele voll Unmut und Verdruß erstickt die dumpfe schwere Luft alle geistigen Blüten und den sittlichen Wuchs.

Jean Paul, Museum, 1814. VII. Bruchstücke aus der »Kunst, stets heiter zu sein«

Wer das Mönchsgewand sich anlegt noch im Schmutz des Sündenleides, Unwahrhaftig, ohne Selbstzucht: – Ist nicht wert des gelben Kleides.

Buddha, Dhammapada. Anthologie von Aussprüchen des Buddha; enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts, aufgenommen in den Palikanon unter den Kurzen Texten (Khuddaka-Nikaya) wohl auf dem 2. buddhistischen Konzil im Jahr 383 v. Chr. 9. Vers. Übersetzt von Hans Much, 1920 (Anm.: Das gelbe Gewand ist die Robe des Bhikkhus, des Buddhistenmönchs.)

Wenn aus dem innerst tiefsten Grunde Du ganz erschüttert alles fühlst, Was Freud und Schmerzen jemals dir ergossen, Im Sturm dein Herz erschwillt, In Tränen sich erleichtern will und seine Glut vermehrt, Und alles klingt an dir und bebt und zittert, Und all die Sinne dir vergehn, Und du dir zu vergehen scheinst Und sinkst, und alles um dich her Versinkt in Nacht, und du, in inner eigenem Gefühle, Umfassest eine Welt: Dann stirbt der Mensch.

Goethe, Prometheus, 1773. Prometheus zu Pandora

Arme Seele Bist du nah, und Stirn und Wange Schimmern meinem Blick – Findt die Seele wirr und bange Kaum in sich zurück. Kann das Aug, wohin ich's sende, Nichts mehr von dir sehn – Hört die Seel durch alle Wände Deinen Atem gehn. Tut am Haus die Türe klappen, Wird's so öd, so weit – Muß die arme Seel nachtappen In der Dunkelheit.

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