Seele Sprüche – klassisch
133 Sprüche gefunden
Je mehr die Seele über irdische Dinge erhaben ist, umso kräftiger ist sie.
Ein ernsthaftes Gemüt ist der natürliche Boden zur Hervorbringung aller Tugenden, und der einzige Charakter, der dem Menschen Ehre macht.
Sind Greise mürrisch, grämlich, zanksüchtig, geizig, so sind dies Fehler der Gemütsart, nicht des Alters.
Auch im höchsten Verderben unserer Natur löscht sich das Licht Gottes, das ewige, in der menschlichen Seele nicht aus.
Was im Menschen rein und herrlich ist, bleibt unverwüstlich, und ist ein Kleinod in allen Zeiten.
Das primitive Seelische ist im vollsten Sinne unvergänglich.
Die jungfräuliche Seele ist eine reife Rose, aus der, sobald ein Blatt gezogen ist, leicht alle gepaarte nachfallen.
Aus der inneren, geordneten Einheit erwächst der starke Charakter, den nichts beugt, nichts schreckt, nichts verweichlicht; er sucht nichts, er fürchtet nichts; jeder Zufall findet ihn ernst und strenge, milde und fest, immer aber unerschütterlich.
Das Große, das Göttliche, das du in deiner Seele hast und in der fremden liebst, such auf keinem Sonnenkrater, auf keinem Planetenboden – die ganze zweite Welt, das ganze Elysium, Gott selbst erscheinen dir an keinem andern Ort als mitten in dir.
In edlen Seelen wartet die Tapferkeit nicht auf die Zahl der Jahre.
Hätte ich früher erkannt, was ich jetzt weiß, daß der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig darin allein gelassen.
Die Seele ist die Brücke, die zur Unsterblichkeit führt.
Man kann die Seele nicht in das Gewand der Tugend kleiden. Die Tugend ist einfach der Gesundheitszustand der Seele.
Der erhabene Charakter kann sich nur in einzelnen Siegen über den Widerstand der Sinne, nur in gewissen Momenten des Schwunges und einer augenblicklichen Anstrengung kundtun; in der schönen Seele hingegen wirkt das Ideal als Natur, also gleichförmig, und kann mithin auch in einem Zustand der Ruhe sich zeigen. Das tiefe Meer erscheint am erhabensten in seiner Bewegung, der klare Bach am schönsten in seinem ruhigen Lauf.
Denker und Dichter Die Weisheit ist wie rotes Gold, Das in der Berge Adern rollt; Das Lied ist wie der Sonnenschein, Von oben fließt's in's Herz hinein! In Schutt und Stein verborgen ruht Der Weisheit Schatz, das goldne Gut; In Himmelsfernen, morgenhell, Entspringt der frische Liederquell. Der ernste Denker sitzt und sinnt Daß er der Weisheit Schatz gewinnt; Der Sänger auf zum Himmel sieht, Und sieh, der Seele blüht ein Lied.
Leib und Seele Des herrlichsten Leibes Schimmer Verblaßt wie im Herbste das Laub, Doch Seelenadel fällt nimmer Dem Leid und dem Alter zum Raub.
Es ist eine ausgemachte und erwiesene Wahrheit, daß die Seele, wenn sie vom Körper entbunden ist, weit mächtiger und freier wirkt und weit erhöhtere Kräfte hat, als wenn sie in ihn eingekerkert ist.
Weder Seele noch Gehirn der Menschen haben in historischen Zeiten erweislich zugenommen, die Fähigkeiten jedenfalls waren längst komplett.
Die reine Seele Die reine Seele, dieses tote Gold, das blinkend in der weiten Wüste liegt und das sein Herr verehrungsvoll umkriecht, indes sein leerer Magen knurrt und grollt, daß er den Klumpen nicht zu Markte bringt und feilschend ihn zu Wein und Datteln macht und ihn in einer roten Haremsnacht verpraßt – nun liegt sie da und gleißt und blinkt voll Arroganz und heiliger Begier, die reine Seele – in den Dreck mit ihr!
Der Inhalt der Seele gleicht nicht der Perlenschnur des indischen Märchens, sondern dem immer wieder nach denselben Gesetzen sich zusammenschließenden Kristall; bekanntlich gibt es ja auch flüssige Kristalle.
Das Maß der Dinge Allesist, wenn du liebst! Dein Freund wird Sokrates, wenn du's ihm gibst. Herz, Herz, wie bist du schöpferisch! Du schwebst! Die Erde wird himmlisch. Einst kamst du, ein Kind, zu grünem Waldweiher. Sahst schaudernd den geheimnisvollen Algen-Schleier. Du streicheltest der Weidenkatzen tierisch-süßen Samt – Wie tiefsinns-selig bebte deine Knabenhand! In deinem Aufschwung, Mensch, wird alles groß! In deinem Abschwung alles hoffnungslos! Und nur die Seele, die sich liebend selbst vergaß, Ist aller Dinge Maß und Übermaß.