Seele Sprüche – klassisch

133 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Seele klassisch

Je mehr die Seele über irdische Dinge erhaben ist, umso kräftiger ist sie.

Eckhart, Predigten. Predigt zu Jes. Sir. 50,6f.

Ein ernsthaftes Gemüt ist der natürliche Boden zur Hervorbringung aller Tugenden, und der einzige Charakter, der dem Menschen Ehre macht.

Internet

Sind Greise mürrisch, grämlich, zanksüchtig, geizig, so sind dies Fehler der Gemütsart, nicht des Alters.

Internet

Auch im höchsten Verderben unserer Natur löscht sich das Licht Gottes, das ewige, in der menschlichen Seele nicht aus.

Pestalozzi, An die Unschuld, den Ernst und den Edelmut meines Zeitalters und meines Vaterlandes, 1815

Was im Menschen rein und herrlich ist, bleibt unverwüstlich, und ist ein Kleinod in allen Zeiten.

Stifter, Der Nachsommer. Eine Erzählung, 1857. Dritter Band. 4. Der Rückblick

Das primitive Seelische ist im vollsten Sinne unvergänglich.

Freud, Zeitgemäßes über Krieg und Tod, 1915. I. Die Enttäuschung des Krieges

Die jungfräuliche Seele ist eine reife Rose, aus der, sobald ein Blatt gezogen ist, leicht alle gepaarte nachfallen.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Dritter Band. 20. Jobelperiode. 87. Zykel

Aus der inneren, geordneten Einheit erwächst der starke Charakter, den nichts beugt, nichts schreckt, nichts verweichlicht; er sucht nichts, er fürchtet nichts; jeder Zufall findet ihn ernst und strenge, milde und fest, immer aber unerschütterlich.

Internet

Das Große, das Göttliche, das du in deiner Seele hast und in der fremden liebst, such auf keinem Sonnenkrater, auf keinem Planetenboden – die ganze zweite Welt, das ganze Elysium, Gott selbst erscheinen dir an keinem andern Ort als mitten in dir.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Erstes Heftlein. 8. Hundposttag

In edlen Seelen wartet die Tapferkeit nicht auf die Zahl der Jahre.

Internet

Hätte ich früher erkannt, was ich jetzt weiß, daß der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig darin allein gelassen.

Internet

Die Seele ist die Brücke, die zur Unsterblichkeit führt.

Internet

Man kann die Seele nicht in das Gewand der Tugend kleiden. Die Tugend ist einfach der Gesundheitszustand der Seele.

May, K., Gedichte. Himmelsgedanken, 1900

Der erhabene Charakter kann sich nur in einzelnen Siegen über den Widerstand der Sinne, nur in gewissen Momenten des Schwunges und einer augenblicklichen Anstrengung kundtun; in der schönen Seele hingegen wirkt das Ideal als Natur, also gleichförmig, und kann mithin auch in einem Zustand der Ruhe sich zeigen. Das tiefe Meer erscheint am erhabensten in seiner Bewegung, der klare Bach am schönsten in seinem ruhigen Lauf.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über naive und sentimentalische Dichtung 1795/1796

Denker und Dichter Die Weisheit ist wie rotes Gold, Das in der Berge Adern rollt; Das Lied ist wie der Sonnenschein, Von oben fließt's in's Herz hinein! In Schutt und Stein verborgen ruht Der Weisheit Schatz, das goldne Gut; In Himmelsfernen, morgenhell, Entspringt der frische Liederquell. Der ernste Denker sitzt und sinnt Daß er der Weisheit Schatz gewinnt; Der Sänger auf zum Himmel sieht, Und sieh, der Seele blüht ein Lied.

Internet

Leib und Seele Des herrlichsten Leibes Schimmer Verblaßt wie im Herbste das Laub, Doch Seelenadel fällt nimmer Dem Leid und dem Alter zum Raub.

Pesendorfer, Mein Spruchbüchlein, 1913

Es ist eine ausgemachte und erwiesene Wahrheit, daß die Seele, wenn sie vom Körper entbunden ist, weit mächtiger und freier wirkt und weit erhöhtere Kräfte hat, als wenn sie in ihn eingekerkert ist.

Jung-Stilling, Theorie der Geister-Kunde, 1808

Weder Seele noch Gehirn der Menschen haben in historischen Zeiten erweislich zugenommen, die Fähigkeiten jedenfalls waren längst komplett.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

Die reine Seele Die reine Seele, dieses tote Gold, das blinkend in der weiten Wüste liegt und das sein Herr verehrungsvoll umkriecht, indes sein leerer Magen knurrt und grollt, daß er den Klumpen nicht zu Markte bringt und feilschend ihn zu Wein und Datteln macht und ihn in einer roten Haremsnacht verpraßt – nun liegt sie da und gleißt und blinkt voll Arroganz und heiliger Begier, die reine Seele – in den Dreck mit ihr!

Sack, Gedichte. Die drei Reiter, in: Gesammelte Werke, Band 2, posthum hg. von Paula Sack, Berlin 1920

Der Inhalt der Seele gleicht nicht der Perlenschnur des indischen Märchens, sondern dem immer wieder nach denselben Gesetzen sich zusammenschließenden Kristall; bekanntlich gibt es ja auch flüssige Kristalle.

Kessler, Nationalität, in: Die Zukunft, hg. von Maximilian Harden, Berlin, Jg. 14, Heft 27, 7. April 1906

Das Maß der Dinge Allesist, wenn du liebst! Dein Freund wird Sokrates, wenn du's ihm gibst. Herz, Herz, wie bist du schöpferisch! Du schwebst! Die Erde wird himmlisch. Einst kamst du, ein Kind, zu grünem Waldweiher. Sahst schaudernd den geheimnisvollen Algen-Schleier. Du streicheltest der Weidenkatzen tierisch-süßen Samt – Wie tiefsinns-selig bebte deine Knabenhand! In deinem Aufschwung, Mensch, wird alles groß! In deinem Abschwung alles hoffnungslos! Und nur die Seele, die sich liebend selbst vergaß, Ist aller Dinge Maß und Übermaß.

Werfel, F., Gedichte. In: Das lyrische Werk, S. Fischer 1967