Seele Sprüche – klassisch

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Es ist doch ewig gewiß und zeigt sich überall: je unschuldiger, schöner eine Seele, desto vertrauter mit den andern glücklichen Leben, die man seelenlos nennt.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Es ist dem Sterblichen selten gegeben, einen Kampf recht auszukämpfen, wie hoch er seine Seele auch heben mag in göttlichen Stunden, hinunter auf die Erde muß sie wieder.

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Bei dem Gestalten seiner inneren Welt helfen dem einen die großen Baumeister aller Zeiten, dem andern die Schulmeister, dem dritten die Narren.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nur an die großen Seelen kommen die großen und schweren Dinge.

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Von dem Heiligsten und Höchsten, was die Seele bewegt, spricht man ungern, ehrt es am besten durch Schweigen.

Verena, Über Alles die Pflicht. Roman, 1870

Von allen Heilmitteln der Seele ist die Zeit zwar das wirksamste, aber auch das kostspieligste. Man muß es mit einem unwiederbringlichen Dasein bezahlen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Von dem ethischen Individuum kann man sagen, es sei wie das stille Wasser, das einen tiefen Grund hat, während der, der ästhetisch lebt, nur oberflächlich bewegt ist.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Zweiter Teil. Das Gleichgewicht des Ästhetischen und Ethischen in der Entwickelung der Persönlichkeit. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe.

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Große Seelen fühlen immer edelmütige Unterwerfung, Verehrung gegen das, was über ihnen ist; nur kleine, niedrige Seelen fühlen anders.

Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte (On Heroes, Hero-Worship, and The Heroic in History), 1841

Edle Seele, entreiß dich dem Wahn Und den himmlischen Glauben bewahre! Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn, Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre! Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor, Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Worte des Wahns, 1800

Wessen Seele fähig ist, sich auf den Schwingen einer reinen poetischen Weltanschauung über die Trivialitäten des Lebens zu erheben, der geht nie verloren.

Rau, Beethoven, ein Künstlerleben. Kulturhistorisch-biographisch geschildert, 4 Bde., 1859

Die Schönheit der Seele ist die Tugend und ihre Hässlichkeit das Laster.

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O lieber Pan und ihr Götter, die ihr sonst hier zugegen seid, verleihet mir, schön zu werden im Innern, und daß, was ich Äußeres habe, dem Inneren befreundet sei.

Platon, Phaidros, entstanden um 360 v. Chr. 279b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Wer keine große Seele hat, wird kein großes Kunstwerk erfassen.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900

Eine Menschenseele, in der auch nur ein Ton der ewigen Melodie erklingt, kann sich auf die Dauer nicht mit armen, äußeren, flüchtigen Klängen und Mißklängen zufrieden geben, sie muß in die Tiefe und in die Höhe dringen und die ewige Heimat suchen.

Carlyle, The life of John Sterling, 1851

Eine edle Seele erträgt so wenig anhaltende moralische Dissonanzen, als das Ohr das Gekritzel eines Messers auf Glas.

Schiller, Die Räuber, 1781. Vorrede

Der Unsterbliche wird sterblich auf der Erde, und jeder Geist wird ein Mensch!

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Der Traum der Wahrheit

Wo eine Seele schweres Leid erduldet, Wo sie in heißen Kämpfen stritt, O, frage nicht, was sie verschuldet, Nein, frage nur, wie viel sie litt.

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PsychePsyche, my soulEdgar Poe ... und Psyche, meine Seele, sah mich an Von unterdrücktem Weinen blaß und bebend Und sagte leise: »Herr, ich möchte sterben, Ich bin zum Sterben müde und mich friert.« O Psyche, Psyche, meine kleine Seele, Sei still, ich will dir einen Trank bereiten, Der warmes Leben strömt durch alle Glieder. Mit gutem warmem Wein will ich dich tränken, Mit glühendem sprühendem Saft des lebendigen Funkelnden, dunkelnden, rauschend unbändigen, Quellenden, schwellenden, lachenden Lebens, Mit Farben und Garben des trunkenen Bebens: Mit sehnender Seele von weinenden Liedern, Mit Ballspiel und Grazie von tanzenden Gliedern, Mit jauchzender Schönheit von sonnigem Wehen Hellrollender Stürme auf schwarzgrünen Seen, Mit Gärten, wo Rosen und Efeu verwildern, Mit blassen Frauen und leuchtenden Bildern, Mit fremden Ländern, mit violetten Gelbleuchtenden Wolken und Rosenbetten, Mit heißen Rubinen, grüngoldenen Ringen Und allen prunkenden duftenden Dingen. Und Psyche, meine Seele, sah mich an Und sagte traurig: »Alle diese Dinge Sind schal und trüb und tot. Das Leben hat Nicht Glanz und Duft. Ich bin es müde, Herr.« Ich sagte: Noch weiß ich wohl eine Welt, Wenn dir die lebendige nicht gefällt. Mit wunderbar nie vernommenen Worten Reiß ich dir auf der Träume Pforten: Mit goldenglühenden, süßen lauen Wie duftendes Tanzen von lachenden Frauen, Mit monddurchsickerten nächtig webenden Wie fiebernde Blumenkelche bebenden, Mit grünen, rieselnden, kühlen, feuchten Wie rieselndes grünes Meeresleuchten, Mit trunken tanzenden, dunklen, schwülen Wie dunkelglühender Geigen Wühlen, Mit wilden, wehenden, irren und wirren Wie großer nächtiger Vögel Schwirren, Mit schnellen und gellenden, heißen und grellen Wie metallener Flüsse grellblinkende Wellen ... Mit vielerlei solchen verzauberten Worten Werf ich dir auf der Träume Pforten: Den goldenen Garten mit duftenden Auen Im Abendrot schwimmend, mit lachenden Frauen, Das rauschende violette Dunkel Mit weißleuchtenden Bäumen und Sterngefunkel, Den flüsternden, braunen, vergessenen Teich Mit kreisenden Schwänen und Nebel bleich, Die Gondeln im Dunklen mit seltsamen Lichtern, Schwülduftenden Blumen und blassen Gesichtern, Die Heimat der Winde, die nachts wild wehen, Mit riesigen Schatten auf traurigen Seen, Und das Land von Metall, das in schweigender Glut Unter eisernem grauem Himmel ruht. – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – Da sah mich Psyche, meine Seele, an Mit bösem Blick und hartem Mund und sprach: »Dann muß ich sterben, wenn du so nichts weißt Von allen Dingen, die das Leben will.«

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Aus dem Kerne, den die Menschen verworfen, läßt Gott oft emporwachsen die edelste Frucht.

Keller (Hg.), Ein Gotthelf-Wort für jeden Tag. Ausgewählt und zusammengestellt von Helene Keller, Bern 1935

Auf einen ernsten Gelehrten Nichts Schöneres als eine ernste Seele, die, was sie schaut, gelassen andern spiegelt und alle Kraft, die reich ihr innewohnt, allein ins Leuchten dieses Spiegels legt.

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)