Seele Sprüche – klassisch

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Entfache des Geistes Leuchte zu niegeseh'nem Glanz; Doch pflege das Herz auch, pflege den keuschen Kranz Tiefsinniger Gefühle; wahre duftig zart Die Blume deutschen Gemütes im frostigen Hauch der Gegenwart.

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Die Kultur der Seele ist die Seele der Kultur.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Mein Leib der Erde, mein Herz Rom, meine Seele Gott.

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Tiefstes und Eigenstes bleibt dritten meist unbeachtet, auch wenn's offen zu Tage liegt, in der Überlieferung schwindet's ganz.

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Der Hort des Gemüts muß bei den Frauen bleiben, und sie dürfen sein Panier überall hintragen, wo der zersetzende Verstand des Mannes die Alleinherrschaft üben will.

Stahl, Ein weiblicher Arzt, 1863

Wer machte dich so krank? Daß du so krank geworden, Wer hat es denn gemacht? – Kein kühler Hauch aus Norden Und keine Sternennacht. Kein Schatten unter Bäumen, Nicht Glut des Sonnenstrahls, Kein Schlummer und kein Träumen Im Blütenbett des Tals. Kein Trunk vom Felsensteine, Kein Wein aus vollem Glas, Der Baumesfrüchte keine, Nicht Blume und nicht Gras. Daß ich trag' Todeswunden, Das ist der Menschen Tun; Natur ließ mich gesunden, Sie lassen mich nicht ruhn.

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Wie wertvoll auch immer die Gesundheit sein mag – nicht ein Herkules leistet das meiste. Eine große Seele in einem schwachen Körper ist immer Weltbeherrscherin.

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Die Seele liebt das vernünftige Maß, und Essen und Trinken können ihr bei Unmäßigkeit Schaden zufügen.

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Eine große Seele ist erhaben über Beleidigungen, Ungerechtigkeit, Schmerz und Spott; sie wäre unverwundbar, wenn sie nicht aus Mitgefühl litte.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Nicht Seelen erziehen, nicht göttlich Ewiges nach menschlich kurzen Gedanken modeln sollt ihr, sondern Seelen erkennen. Ihr Gefängnis ist so durchsichtig.

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Die Seele des Menschen ist göttlich.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Das Reifen der Seele ist mehr wert als Glanz und strotzende Kraft, und das Ewige in uns muß sich die Zerstörung zu gute machen, die die Zeit in uns bewirkt.

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In einer edlen Seele wohnt immer Selbstlosigkeit und Heldenmut.

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Die Mitte ist in jeder Sache dasjenige, was die gesunde Vernunft für das schicklichste hält.

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Menschen mit großer und schöner Seele sind immer ruhig und zufrieden!

Nötzel (Hg.), Östliche Weisheit, gesammelt und übersetzt von Karl Nötzel, 1954 (EA: 1946)

Die Götter sterben – aber der Gott im Menschen, der sich auflehnt gegen das Häßliche, Verderbliche, Gemeine, der stirbt nicht.

Anzengruber, Einfälle und Schlagsätze. Aus dem Nachlaß, in: Gesammelte Werke in zehn Bänden, Bd. 5, 1892

Die moderne Zeit liefert uns tausend Bequemlichkeiten, aber keinen einzigen warmen Platz für die Seele.

Pauly, Aphorismen, 1905

Denn dies haben die Krankheiten der Seele vor den körperlichen voraus, daß keine unheilbar ist, sobald der Patient geheilt sein will.

Wieland, Geschichte des Agathon, 2 Bde., 1766-67; umgearbeitet 1773 und 1794

Weder die Erde blüht ohne Regen, noch die Seele ohne Tränen.

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Ich liebe den, dessen Seele sich verschwendet, der nicht Dank haben will und nicht zurückgibt: denn er schenkt immer und will sich nicht bewahren.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Zarathustras Vorrede

Du leidest an einer unheilvollen Seelenkrankheit. Die Modernen nennen sie Schwermut, die Alten hießen sie geistige Trägheit.

Petrarca, Gespräche über die Weltverachtung (Secretum meum oder De secreto conflictu curarum mearum), entstanden 1347-53 (fiktive Dialoge zwischen einem Franciscus und Augustinus)