Seele Sprüche – tiefgründig
89 Sprüche gefunden
Deine Seele ist ein dunkler Wald. Aber die Bäume sind von besonderer Art: genealogische Bäume.
Es gibt viele hochbegabte Naturen, die nur selten im Stande sind, die gesammelten Schätze ihres Innern zum bündigen Ganzen zu gestalten, weil ihnen sehr oft – wie sie selbst sagen – die »rechte Stimmung« dazu fehlt.
Zu jeder Seele gehört eine andre Welt; für jede Seele ist jede andre Seele eine Hinterwelt.
Erkunden wollt' ich, wo der Garten Eden Und wo die Hölle sei, der Marterort; Da hört' ich meinen Meister also reden: »In dir sind beide; such sie dort!«
Himmel und Hölle liegen in den Tiefen der Menschenseele.
Wer seine Sinnen hat ins Innere gebracht, Der hört, was man nicht redt, und siehet in der Nacht.
Seelengeheimnis Was tief im Grund sich birgt, Keiner kann's künden, Was heimlich Großes wirkt, Wer will's ergründen? Dir selber unbewußt Liegt es verschleiert, Bis es in tiefster Brust Auferstehen feiert. Kommt wie der Dieb so sacht, Hebt sich zum Leben. Fühlst es um Mitternacht Rätselvoll weben. Dann wird voll Graun dir klar Dein innres Wesen, Daß fremd du immerdar Dir selbst gewesen. Daß etwas in dir ist Und lebt im stillen, Was einzig Richtschnur ist Für deinen Willen, Daß frei wir keine Spur Hier ziehn auf Erden, Daß wir doch alle nur Geleitet werden.
Manche Menschen glauben ein Innenleben zu haben, dabei haben sie höchstens einen Bandwurm.
Geistige Qualen sind stärker als physische Schmerzen, im gleichen Maße, wie Seele und Körper voneinander getrennt sind.
Es gibt Menschen, die ihre Seele auf dem Gesicht tragen, und andere am Hinterkopf.
Wenn ich einen Blick in deinen Papierkorb tue, so tue ich einen Blick in dein Inneres.
Soll dich äußrer Lärm nicht stören, Mußt du mit der Seele hören.
Von unserem wahren Wesen glauben wir oft, es wäre eine Maske, daher auch das viele seelische Unglück.
Es muss leichter sein, die Bahn eines Sterns zu berechnen, als ein Stückchen seiner eigenen Seele klar zu legen.
Der Verstand ist nicht seltner der Feind des Gemüts, wie das Gemüt der Feind des Charakters.
Während gelehrte Fakultäten über stets veränderte Tiefe hüpfen wie Irrlichter, steht Psyche in hellen Flammen, sobald man Bodenschätze des Unterbewußten entdeckt.
Wir wissen vielleicht gar nicht, wie wahr wir sind, wenn wir von Seelentiefen sprechen, denn wir haben oft Überraschungen von Eigenschaften, die uns verhüllt blieben, bis zu einem gewissen Augenblick.
Das Wort Seele gehört zu den Worten, die jedermann braucht, ohne sie zu verstehen. Wir verstehen nur die Dinge, von denen wir eine Vorstellung haben. Von der Seele, vom Geist haben wir keine Vorstellung; also verstehen wir sie nicht.
Die Seele eines wahren Menschen ist das komplizierteste, zarteste und klangvollste Musikinstrument. Solche Seelen gibt es wenige auf der Welt.
Man kann die Seele mit einem Schlachtfeld vergleichen, auf dem zwei Armeen bereitstehen, sich jeden Augenblick anzugreifen.
Der Mensch ist gegen sich selbst, gegen Auskundschaftung und Belagerung durch sich selber, sehr gut verteidigt, er vermag gewöhnlich nicht mehr von sich, als seine Außenwerke wahrzunehmen. Die eigentliche Festung ist ihm unzugänglich, selbst unsichtbar, es sei denn, dass Freunde und Feinde die Verräter machen und ihn selber auf geheimem Wege hineinführen.