Seele Sprüche – zeit

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Zwei Augen hat die Seel: eins schauet in die Zeit, Das andre richtet sich hin in die Ewigkeit.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Die Seel, ein ewger Geist, ist über alle Zeit, Sie lebt auch in der Welt schon in der Ewigkeit.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Das Eine Was sind Worte, was sind Töne, all dein Jubeln, all dein Klagen, all dies meereswogenschöne unstillbare laute Fragen – rauscht es nicht im Grunde leise, Seele, immer nur die Weise: still, o still, wer kann es sagen!

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Das Sterbliche dröhnt in seinen Grundvesten, aber das Unsterbliche fängt heller zu leuchten an und erkennt sich selbst.

Novalis, Heinrich von Ofterdingen, 1802 (posthum). Zweiter Teil: Die Erfüllung

Wie die Spinne, die in der Mitte ihres Netzes sitzt, merkt, sobald eine Fliege irgend einen Faden ihres Netzes zerstört, und darum schnell dahin eilt, als ob sie um die Herstellung [?] des Fadens sich härmte, so wandert des Menschen Seele bei der Verletzung irgend eines Körperteils rasch dahin, als ob sie über die Verletzung des Körpers, mit dem sie fest und nach einem bestimmten Verhältnis verbunden ist, ungehalten sei.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 67a.

Der Panther (Im Jardin des Plantes, Paris) Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille – und hört im Herzen auf zu sein.

Rilke, Gedichte. Neue Gedichte, entst. zwischen 1903 und 1907, Erstdruck 1907

Nirgends, Geliebte, wird die Welt sein, als innen. Unser Leben geht hin mit Verwandlung. Und immer geringer verschwindet das Außen.

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Fürchte nicht, daß der Körper, sondern daß die Seele altert.

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Was für eine Torheit, daß der weltlich Gesinnte seine unsterbliche Seele mit etwas gleichsetzt, das zum Zeitpunkt des Todes zu bloßer Erde wird, der jede Spur von Schönheit fehlt.

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Alle Dinge sind beseelt.

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Welchem Dinge glichest du gestern, Seele, welchem Dinge gleichest du heute? Gestern aß und trank ich, heute sind mir meine Gedanken voll. Gestern fegte und begoß ich, heute stieg ich auf den Kehricht hinauf. Gestern glich ich einer Rose an ihrem Stengel, heute ist sie an ihrer Stelle vertrocknet.

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Was sind die Seelen eitler Weiber? Nur Kammerfrauen ihrer Leiber!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Vergiß, o Menschenseele, Nicht, daß du Flügel hast!

Geibel, E., Gedichte. Juniuslieder. Vermischte Gedichte. Aus: Ich sah den Wald sich färben

An des Lebens voller Blüte hängt des Menschen Seele fest, Wie des Taues Perlentropfen in der Rose süßem Nest. Aber wann er auf die Erde mit den welken Blättern sinkt, folgt er gern dem Strahl der Sonne, der ihn liebend in sich trinkt.

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Es löschen Sonnen, bersten Erden, Die Seele ruht in eigner Ewigkeit.

Byron, Hebräische Melodien (Hebrew Melodies), 1815

Wenn auch die Menschen sterblich sind, die ich liebe, so ist doch das unsterblich, was ich an ihnen vor allem liebe.

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Es gibt keine Seele, die nicht ihr Wattenmeer hätte, in dem zu Zeiten der Ebbe jedermann spazierengehen kann.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1905

Auch die Seele muss ihre bestimmten Kloaken haben, wohin sie ihren Unrat abfließen lässt.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Zweite Abteilung: Der Wanderer und sein Schatten

Schändlich ist es, wenn deine Seele schon ermüdet, ohne daß der Leib schon müde ist.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,29. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Den meisten Menschen ist an den eigenen Seelen nichts gelegen, darum auch an den Seelen der anderen nicht. Das ist ein Grundübel dieser Zeit.

Gotthelf, Uli der Knecht (Originaltitel: Wie Uli der Knecht glücklich wird. Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute), 1841

Ändert sich der Zustand der Seele, so ändert dies zugleich auch das Aussehen des Körpers und umgekehrt: ändert sich das Aussehen des Körpers, so ändert dies auch zugleich den Zustand der Seele.

Pseudo-Aristoteles, Physiognomonica, aus zwei Teilen unterschiedlicher Herkunft zusammengesetztes Werk über Physiognomie, Autorschaft ungeklärt. 808b (Traktat B, 4.)