Sterben Sprüche

Sprüche über Sterben

587 Sprüche in dieser Kategorie

Plötzliche Sterbefälle junger Mädchen lassen an Meuchelmorde des Todes denken.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Ich starb als Stein und entstand als Pflanze Ich starb als Pflanze und entstand als Tier Ich starb als Tier und ward geboren als Mensch Weshalb sollte ich mich fürchten? Was habe ich durch den Tod verloren?

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Einmal kommt für uns alle die Stunde, in der es kein Ausweichen mehr gibt, in der auch der nächste Freund an der Schwelle, die es zu überschreiten gilt, zurückbleiben muß, in der jeder ganz allein auf sich gestellt ist. Sterben ist von allen menschlichen Erfahrungen die einsamste. Denn selbst wo viele zugleich den Tod erleiden, stirbt doch jeder mit sich allein. Und wie könnten wir beruhigt auf diese dereinst mit Sicherheit uns bevorstehende Stunde zuschreiten, wenn wir hier und jetzt es ständig meiden wollen, allein zu sein? Stille Zeiten sind uns nötig, damit wir bei uns selber einkehren, in uns selber daheim sein lernen.

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Doch wie du auch ein Ende nimmst, du kehrest zu den Göttern, kehrst ins heilge, freie, jugendliche Leben der Natur, wovon du ausgingst, und das ist ja dein Verlangen nur und auch das meine.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Wenn der Mensch nicht beizeiten von der Erde Abschied nimmt, so nimmt sie Abschied von ihm.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1860

Möchtest du beim Sterben vor der Entdeckung bewahrt bleiben, daß du nicht gelebt hast!

Merian (Hg.), An allem wachsen! 365 deutsche Gedanken und Gedichte, ausgewählt von Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1934

Der lehrreichste Gedanke ist: ans Sterben und das heilsamste Denken: an den Tod; wenn alle sich das Bild ihres Sterbebettes und Grabes jeden Tag einmal und außerdem bei jeder wichtigen Entscheidung vorhielten, – wieviel mehr weisen Lebensläufen würden wir begegnen!

Merian (Hg.), An allem wachsen! 365 deutsche Gedanken und Gedichte, ausgewählt von Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1934

Im Grunde ist es auch dasselbe, für was man stirbt, wenn nur für etwas Liebes gestorben wird [...].

Heine, Reisebilder und Reisebriefe. Reisebilder. Dritter Teil. Reise von München nach Genua. Kapitel 12

"Ihr seid das Salz der Erde", hast gesagt, Als auf die Erde mich entließest, Gott. Froh war ich, stolz, und habe nie geklagt. Nun muß ich bitten, denn ich bin in Not. Ich bin ein alter Mann und müder Mann. Ich möchte flehn: "Nimm mich zurück zu dir. Die Welt ist so, daß ich nicht leben kann. Ich kann nicht Salz mehr sein, was soll ich hier?" Doch eine Sünde wäre das Gebet, Denn Sünde ist es, wenn ein Mensch erschlafft, Den Gott dahin gestellt hat, wo er steht. Noch hab ich nichts, das ich gesollt, geschafft. Ich war nicht Salz bis nun. Dein Atem weht, Mein Leben geht. Gib Kraft mir, gib mir Kraft.

Ernst, Gedichte und Sprüche, 1934. Sein letztes Gedicht, St. Georgen, April 1933

Alles Lebendige veraltet wie ein Kleid, denn es ist das uralte Gesetz: Du musst sterben!

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 14,18)

Ich hätte mir nicht gedacht, daß das Sterben so süß wäre.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Alles geht vorüber Auch dieses wird vorübergehen, Sei's Gram, sei's Lust, Wer kam, der nicht vorübergehen Zuletzt gemußt? Drum tröste dich in allen Wehen, Gib dich zur Ruh' – Wenn jene nicht vorübergehen, So gehest du.

Hammer-Purgstall (Hg.), Duftkörner, aus persischen Dichtern gesammelt, 1836

Ich sah dich an Ich sah dich an. Von fernen Sommertagen Will sich dem Blick ein deutlich Bild entwirr'n. Du hast dein Sehnen schwer mit dir getragen – Nun ward es still um deine müde Stirn. Du hast begraben Hoffen viel und Glauben, Baust fern den Märkten dir dein einsam Haus; Und deine Wünsche ruhn, wie weiße Tauben, Nach Flug und Sturm in schatt'gen Wipfeln aus. In deinen schmalen Fingern seltsam Leben, In ihrem Wirken ein verborgner Sinn, Als ob aus der Vergangenheit Geweben Die Fäden schössen unsichtbar darin. Aus solchen Händen, die nur Güte gaben, Gefaltet nur, um Segen zu erflehn, Möcht' ich aufs Herz die letzten Rosen haben, Wenn scharrend vor dem Haus die Rappen stehn…

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Ein Sterbender Was ich gefehlt, deseinenbin ich frei; Gefangen gab ich niemals die Vernunft, Auch um die lockendste Verheißung nicht; Was übrig ist, – ich harre in Geduld. Auch bleib der Priester meinem Sarge fern; Zwar sind es Worte, die der Wind verweht, Doch will es sich nicht schicken, daß Protest Gepredigt werde dem, was ich gewesen, Indem ich ruh' im Bann des ew'gen Schweigens.

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Es ist kein Tod Ich glaube keinen Tod; sterb ich gleich alle Stunden, So hab ich jedesmal ein besser Leben funden.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Sterben ist nur die Übersiedlung von der Nordseite auf die Sonnenseite des Hauses.

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Man kann nicht still genug in seine letzte Wohnung einziehen.

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Es ist etwas Großes, [...] woran man lange zu lernen hat: wenn jene unvermeidliche Stunde herankommt, mit Gleichmut von hinnen zu gehen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 30. Brief. Übersetzt von Albert Forbiger, 1866. Originaltext: Magna res est [...] haec et diu discenda, cum adventat hora illa inevitabilis, aequo animo abire.

Ins stille Land! Wer leitet uns hinüber? Schon wölkt sich uns der Abendhimmel trüber, Und immer trümmervoller wird der Strand. Wer leitet uns mit sanfter Hand Hinüber, ach! hinüber Ins stille Land? Ins stille Land! Zu euch, ihr freien Räume Für die Veredlung! Zarte Morgenträume Der schönen Seelen! künft'gen Daseins Pfand. Wer treu des Lebens Kampf bestand, Trägt seiner Hoffnung Keime Ins stille Land. Ach Land! ach Land! Für alle Sturmbedrohten Der mildeste von unsers Schicksals Boten Winkt uns, die Fackel umgewandt, Und leitet uns mit sanfter Hand Ins Land der großen Toten, Ins stille Land.

Salis-Seewis, J. G., Gedichte

Kämpfe Arme Seele, die sich selbst verzehrt! Sehnsucht, die ins Leben möchte greifen Und dem blühenden doch angstvoll wehrt – Arme Hand, die an dem goldnen Reifen Heimlich dreht, weil sie das Glück begehrt, Und doch nicht vermag, ihn abzustreifen – Augen, die dem Lichte abgekehrt, Ruhelos durch Nacht und Dunkel schweifen – Jene Weisheit, die »Entsagung« lehrt, Werdet ihr die bittre je begreifen?

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Sterben ist eine wilde Nacht und ein neuer Weg.

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