Sterben Sprüche
Sprüche über Sterben
587 Sprüche in dieser Kategorie
Letzter Spruch Wie bald sind ausgetrunken die Becher der Zeit, die brausenden – und es folgen die schalen. Und ein Tag kommt – der stillste. Da leerst du den schalsten der Becher. Aber sein Rausch währt ewig. Dann wirst du nicht mehr trinken. Alle läßt du vorüber: denn dich dürstet nicht mehr.
Es gibt für diejenigen, die zum Himmel gehen, keine andere Fähre als die Tugend; sie gleicht dem Schiffe des Kaufmanns, der übers Meer zu gehen gedenkt.
Es gibt niemanden, der nicht anseinem Tagestürbe. Du verlierst nichts vondeinerZeit; denn die, die du noch außerdem hast, gehört eben nicht dir.
Darf ich mir noch ein Glück zum letzten Ziel erlesen; So stell' im Scheiden sich bei mir kein Schrecken ein: Und wie bisher mein Schlaf des Todes Bild gewesen; So müss' auch einst mein Tod dem Schlummer ähnlich sein!
Durch Einsamkeit Durch Einsamkeiten, Durch waldwild' Geheg, Über nebelnde Weiten Wandert mein Weg – Fern über dem Berge An ruhsamer Flut Harrt meiner ein Ferge … Der rudert mich gut – An ein stilles Geländ, Ewig gemieden Und ewig ersehnt – Zum Frieden …
Ein Sprichwort in Neverland sagt, dass jedesmal, wenn du atmest, ein Erwachsener stirbt.
Wie schön ist es doch zu sterben, wie man gelebt hat!
Vorgefühl Wieder hüllen Wolkenmassen Über mir den Himmel ein; Meines Schicksals neidisch Hassen Dräut mit kaum verschmerzter Pein ... Tret' ich meinem Los entgegen Mit verachtungstrotz'gem Mut? Wird auch jetzt die Seele hegen Stolz, Geduld und Jugendglut? Matt bin ich vom Sturm des Lebens, Zittern macht mich kein Orkan! Ach, vielleicht strebt nicht vergebens Sichrem Hafen zu mein Kahn! ... Doch mit schmerzumflorten Blicken Ahn' ich naher Trennung Qual – Und ich eile, dir zu drücken Deine Hand zum letztenmal. Flüstre „Lebe wohl!“ mir herzlich, Du mein holdes Engelsbild! Hebe oder senke schmerzlich Deinen Blick so lieb und mild – Ewig wird das Deingedenken Stolze Kraft und Hoffnungsmut Meiner müden Seele schenken, Als Ersatz der Jugenglut.
Der Tod äfft die Geburt; beim Sterben sind wir so hilflos und nackt wie neugeborne Kinder.
O Gott, wie häßlich bitter ist das Sterben!
Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht. Mir jauchzte stets mein Volk, wenn ich die Leier Der Dichtkunst schlug. Mein Lied war Lust und Feuer, Hat manche schöne Gluten angefacht. Noch blüht mein Sommer, dennoch eingebracht Hab ich die Ernte schon in meine Scheuer – Und jetzt soll ich verlassen, was so teuer, So lieb und teuer mir die Welt gemacht! Der Hand entsinkt das Saitenspiel. In Scherben Zerbricht das Glas, das ich so fröhlich eben An meine übermütgen Lippen preßte. O Gott! wie häßlich bitter ist das Sterben! O Gott! wie süß und traulich läßt sich leben In diesem traulich süßen Erdenneste!
Todesgedanken Ich bin noch nicht gestorben, Und wenn ich einmal sterbe, Dann will man mich begraben, Und dann soll ich vermodern, Und nicht noch einmal tanzen. Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich noch Rosen pflükken, Weil ich den Duft noch rieche; Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich noch Mädchens küssen, Weil ich den Kuß noch fühle; Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich den Wein verbrauchen. Werd ich im Grab auch dursten?
Ich weiß nicht, ob es nothwendig ist, noch beyzufügen, daß ein Mensch in meinem Alter sich oft und gerne wiederholt, und wenn er sich sogar dem Tode nahe fühlt oder gar auf dem Todbette befindet, sich in Gegenständen, die ihm noch vorzüglich am Herzen liegen, nicht genug wiederholen und nicht satt werden kann, davon zu reden, bis sein Athem ihm selber aus geht.
Der Fall ist nun klar: Es geht um Licht oder Dunkelheit, und jeder muss sich entscheiden, wo er steht.
Die Menschen taumeln hin zum Schlunde
Jeder stirbt für sich allein.