Sterben Sprüche – abschied
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Der Bettler scheidet ebenso schwer von seiner Armut, als der König von seiner Herrlichkeit.
Die Seele scheidet friedlich nun zum Himmel, da ich den Freunden Frieden gab auf Erden.
Nichts stand in seinem Leben ihm so gut, Als wie er es verlassen hat; er starb Wie einer, der sich auf den Tod geübt, Und warf das Liebste, was er hatte, von sich, Als wär's unnützer Tand.
Denn hinderlich, wie überall, Ist hier der eigne Todesfall.
Sterben ist das Letzte.
Der Gedanke, nicht mehr zu sein, ist so süß! Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!
Sollten Sie dabei sein, wenn ich sterbe, so werden Sie sehen, daß ich ruhig dahinscheide; denn ich glaube, daß nach dem Tode alles zu Ende ist.
Vom Leben muß man wie vom Mahle fortspazieren, dem Wirte danken und sein Bündel schnüren.
Jedoch, es ist nun Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.
Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken.
O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not.
Stimme eines jungen Bruders Ich verrinne, ich verrinne wie Sand, der durch Finger rinnt. Ich habe auf einmal so viele Sinne, die alle anders durstig sind. Ich fühle mich an hundert Stellen schwellen und schmerzen. Aber am meisten mitten im Herzen. Ich möchte sterben. Laß mich allein. Ich glaube, es wird mir gelingen, so bange zu sein, daß mir die Pulse zerspringen.
Ich bin gekommen, ich weiß nicht woher; Ich werde gehen, und weiß nicht wohin; Doch, wo ich sein mag, das ist Er, Er ist bei mir, wo ich bei Ihm bin.
Wir trennen uns nur, um inniger einig zu sein, göttlicher friedlich mit allem, mit uns.
Festigkeit oder Schwäche im Tod hängt von der letzten Krankheit ab.
Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast.
Seid doch unbesorgt. Auch die Blätter fallen Ohne Murren ab!
Wie wenn im frost'gen Windhauch tödlich des Sommers letzte Blüte krankt, und hie und da nur, gelb und rötlich, ein einzeln Blatt im Windhauch schwankt, so schaudert über meinem Leben ein nächtig trüber kalter Tag, warum noch vor dem Tode beben, o Herz, o Herz, mit deinem ew'gen Schlag! Sieh rings entblättert das Gestäude! Was spielst du, wie der Wind am Strauch, noch mit der letzten welken Freude? Gib dich zur Ruh, bald stirbt sie auch.
Beendet ist der Weg, die Stunde schlug, es ist Zeit heimzukehren.
O Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewig Vaterland; Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes Hand. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben schändet, Sterben ist mein Gewinn: Kein Bleiben ist auf Erden Das Ewig muß mir werden, Mit Fried fahr ich dahin. Ob mich gleich hat betrogen Die Welt, von Gott abgezogen Durch Schand und Büberei: Will ich doch nit verzagen, Sondern mit Glauben sagen, Daß mir vergeben sei.
Es ist genug.