Sterben Sprüche – abschied

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Zu sterben ist so schwer nicht, alter Mann.

Byron, Manfred, Dramatisches Gedicht, Erstdruck als »The Prisoner of Chillon«, 1816. 3. Akt, 4. Szene, Manfred zu Abt

Durch Einsamkeit Durch Einsamkeiten, Durch waldwild' Geheg, Über nebelnde Weiten Wandert mein Weg – Fern über dem Berge An ruhsamer Flut Harrt meiner ein Ferge … Der rudert mich gut – An ein stilles Geländ, Ewig gemieden Und ewig ersehnt – Zum Frieden …

Wildgans, Gedichte. Herbstfrühling, 1909

Vorgefühl Wieder hüllen Wolkenmassen Über mir den Himmel ein; Meines Schicksals neidisch Hassen Dräut mit kaum verschmerzter Pein ... Tret' ich meinem Los entgegen Mit verachtungstrotz'gem Mut? Wird auch jetzt die Seele hegen Stolz, Geduld und Jugendglut? Matt bin ich vom Sturm des Lebens, Zittern macht mich kein Orkan! Ach, vielleicht strebt nicht vergebens Sichrem Hafen zu mein Kahn! ... Doch mit schmerzumflorten Blicken Ahn' ich naher Trennung Qual – Und ich eile, dir zu drücken Deine Hand zum letztenmal. Flüstre „Lebe wohl!“ mir herzlich, Du mein holdes Engelsbild! Hebe oder senke schmerzlich Deinen Blick so lieb und mild – Ewig wird das Deingedenken Stolze Kraft und Hoffnungsmut Meiner müden Seele schenken, Als Ersatz der Jugenglut.

Puschkin, Gedichte, übersetzt von Friedrich Fiedler, Leipzig 1907

O Gott, wie häßlich bitter ist das Sterben!

Heine, H., Gedichte. Aus: Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht

Jeder stirbt für sich allein.

Fallada, Jeder stirbt für sich allein, 1947

Der Kirche Abendmahl ist nur gebacken Brot, Die letzte Ölung kann nichts ändern an dem Tod.

Lenau, Die Albigenser. Versepos, entstanden 1838/1842

Gott, einen Strahl aus deinen Wolken sende Auf dieser Vorstadt schmerzenreiches Dach! Hier ringt ein Mensch mit seinem schweren Ende, Sei gnädig, hilf der armen Seele nach! Zieh aus der Kinder fesselndem Gewimmer, Zieh aus des Weibs Umschlingung ihn zu dir. Herr, säume nicht! Er duldet ja noch immer, Herr, schläfst du auch? O wache, Herr, mit mir! Am niedren Fenster schleich ich sacht vorüber, Noch glimmt der Lampe Docht, wer löscht sie aus? Sie schimmert durch die Laden, stündlich trüber, Und Käuzlein flattern um das Sterbehaus. Hu! Fort von dieser schauervollen Schwelle, Hier tut ein Andrer Wächterdienst als ich. Dort lagert er, der schreckliche Geselle, Und kauert lauernd vor die Türe sich. Er malt ein Kreuz, ein weißes, an die Schalter, Er winkt, er klopft ... O Würger, halte an! Es ist geschehn. Hab Dank, du alter, kalter Nachtwächtersmann, du hast dein Werk getan!

Dingelstedt, Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters, 1841

Wenn man an die Grenze geht, muss man sich den Zollwächter gefallen lassen, darum hadre keiner mit einem Arzt.

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927

Sterben müssen ist Bitterkeit, sterben dürfen Süße.

Seemann, Funken, 1940