Sterben Sprüche – abschied
156 Sprüche gefunden
Des Lebens Kampf ist nun zu Ende, vorbei ist aller Erdenschmerz.
Was, wenn die heutige die letzte Nacht der Welt wäre?
Wüsste ich nicht, dass ich schon längst gestorben bin, beklagte ich gewiss, dass ich das Leben lassen muss.
Sterbelied Es ist genug! Mein matter Sinn Sehnt sich dahin, wo meine Väter schlafen. Ich hab es endlich guten Fug, Es ist genug! Ich muß mir Rast verschaffen. Ich bin ermüdt', ich hab geführt Die Tages Bürd': Es muß einst Abend werden. Erlös mich, Herr, spann aus den Pflug, Es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden. Die große Last hat mich gedrückt, Ja schier erstickt, so viele lange Jahre. Ach laß' mich finden, was ich such. Es ist genug! Mit solcher Kreuzesware. Nun gute Nacht, ihr meine Freund', Ihr meine Feind', ihr Guten und ihr Bösen! Euch folg die Treu', euch folg der Trug'. Es ist genug! Mein Gott will mich auflösen. So nimm nun, Herr! hin meine Seel', Die ich befehl in deine Händ' und Pflege. Schreib sie ein in dein Lebensbuch. Es ist genug! Daß ich mich schlafen lege. Nicht besser soll es mir ergehn, Als wie geschehn den Vätern, die erworben Durch ihren Tod des Lebens Ruch, Es ist genug! Es sei also gestorben!
Wenn ich mal tot bin, werde ich mich sehr vermissen.
Wenn ich sterbe Wenn ich sterbe, bitte ich dich steh nicht am Grab, beweine mich nicht. spiel keine traurige Musik, sing vom Leben und vom Glück - Lass bloß keinen Pfarrer in der Bibel lesen, und erzählen wie gut ich gewesen. Lasst bei mir bitte Gerechtigkeit siegen - und begrabt mich nicht unter Lügen. Ich war mal gut, ich war mal böse - macht mich nicht besser, als ich gewesen. Am Ende werd ich doch selber wissen - was ich tun oder lassen hätte müssen. Das, was ihr begrabt in aller Stille - ist im Endeffekt nur eine Hülle. Indem die Seele gewisse Frist hier auf dieser Erde ist. Ganz gewiss seh ich Euch zu - wenn ihr mich bettet zur letzten Ruh. Ich, die dann gewisse Zeit - hier im Lande Frieden bleibt. Und mich wenn die Zeit gegeben - reinstürze in ein neues Leben.
Schwalbensiziliane. Zwei Mutterarme, die das Kindchen wiegen, es jagt die Schwalbe weglang auf und nieder. Maitage, trautes Aneinanderschmiegen, es jagt die Schwalbe weglang auf und nieder. Des Mannes Kampf: Sieg oder Unterliegen, es jagt die Schwalbe weglang auf und nieder. Ein Sarg, auf den drei Handvoll Erde fliegen, es jagt die Schwalbe weglang auf und nieder.
Der Tod ist die endgültige Trennung von alledem, wofür wir gearbeitet haben, von allem, was uns lieb und teuer ist. Zu schade, daß das Sterben unsere letzte Handlung ist. Es könnte uns soviel über das Leben lehren.
Das ist das Hinterhältige am Leben, dass man nie weiß, welche Worte die letzten sind.
Ich lasse mich fallen in eine heile Welt, wo mich die Wellen der Wirklichkeit nicht mehr so kalt umspülen.
Ich möchte hingehn wie das Abendrot Und wie der Tag in seinen letzten Gluten – O leichter, sanfter, ungefühlter Tod! – Mich in den Schoß des Ewigen verbluten. Ich möchte hingehn wie der heitre Stern, Im vollsten Glanz, in ungeschwächtem Blinken; So stille und so schmerzlos möchte gern Ich in des Himmels blaue Tiefen sinken. Ich möchte hingehn wie der Blume Duft, Der freudig sich dem schönen Kelch entringet Und auf dem Fittich blütenschwangrer Luft Als Weihrauch auf des Herren Altar schwinget. Ich möchte hingehn wie der Tau im Tal, Wenn durstig ihm des Morgens Feuer winken; O wollte Gott, wie ihn der Sonnenstrahl, Auch meine lebensmüde Seele trinken! Ich möchte hingehn wie der bange Ton, Der aus den Saiten einer Harfe dringet, Und, kaum dem irdischen Metall entflohn, 20 Ein Wohllaut in des Schöpfers Brust erklinget. Du wirst nicht hingehn wie das Abendrot, Du wirst nicht stille wie der Stern versinken, Du stirbst nicht einer Blume leichten Tod, Kein Morgenstrahl wird deine Seele trinken. Wohl wirst du hingehn, hingehn ohne Spur, Doch wird das Elend deine Kraft erst schwächen, Sanft stirbt es einzig sich in der Natur, Das arme Menschenherz muß stückweis brechen.
Es ist an der Zeit zu gehen, ich bin da. Ich bin am Ziel meiner Tage. Manchmal ist eine Gehen wie eine Erlösung aus einem Gebrechen.
Was für den einen Erlösung, bedeutet für den anderen Schmerz und unersetzlichen Verlust.
Ein Verlust ist weiter nichts als eine Umwandlung, und darin findet die Allnatur Vergnügen, sie, die alles mit so großer Weisheit tut, von Ewigkeit her gleicherweise tat und ins Unendliche so tun wird.
Die Blume kehrt wieder zur Wurzel zurück.
Oh hätt' ich doch gewußt, wie und wohin, ich wäre froh gewesen bis zuletzt, so kam mir nur noch Ruhe in den Sinn, und diese Ruhe hab' ich endlich jetzt.
So wie der Wind den Sand verweht, so ist auch unser Leben. Wir wirbeln hoch, wir fallen tief – wem ist das Glück gegeben? Doch deine Seele fliegt weit fort, unendlich zu den Sternen, befreit von aller Erdenlast in weite, weite Fernen.
Das Leben, dieser Erdenschranken satt, hat stets die Macht, sich selber zu entlassen.
Was bedeutet Umziehen im Leben - alles packen und gehen? Was bedeutet Gehen aus dem Leben - gehen und alles stehen lassen?
Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst: Er wird dein Herz lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast.
Ich gehe langsam aus der Welt heraus in eine Landschaft jenseits aller Ferne, und was ich war und bin und was ich bleibe, geht mit mir ohne Ungeduld und Eile in ein bisher nicht betretenes Land.