Sterben Sprüche – abschied

156 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Sterben abschied

Aus! Einmal müssen zwei auseinandergehn; einmal will einer den andern nicht mehr verstehn – – einmal gabelt sich jeder Weg – und jeder geht allein – wer ist daran schuld? Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit. Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit. Jedes trägt den andern mit sich herum – etwas bleibt immer zurück. Einmal hat es euch zusammengespült, ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen, und dann erkühlt – Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab –: ein neuer Mensch. Jeder geht seinem kleinen Schicksal zu. Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du. Jeder sucht seine Zukunft. Und geht nun mit stockendem Fuß, vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und ohne Gruß in ein fernes Land.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Uhu, 01.02.1930, Nr. 5 (Theobald Tiger)

Armes Herz, was klagst du? Oh, auch du gehst einst zur Ruh' Was auf Erden, muß vergehen! - "Gibt es wohl ein Wiedersehen?", fragt das Herz in bangem Schmerz Glaub, daß ich dich wiederseh, tut auch heut das Scheiden weh!

Internet

Im Tode sehen wir edle Menschen oft noch einmal in heißer Liebe aufglühen, wie ein herbstliches Blatt, das sich mit schöner purpurner Röte färbt, bevor es niederfällt.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Mag denn der Aar Vom Fluge lassen, eh' die Schwing' ihm brach?

Geibel, Brunhild. Eine Tragödie, 1857. Vierter Aufzug, 5. Auftritt. Siegfried

Sachte gehe ich, so, wie ich gekommen war; sachte winke ich den Wolken des Abendhimmels zum Abschied. Still gehe ich, .... nehme keine Wolken mit.

Internet

Schicksal, ich folge dir! Und wollt’ ich nicht, ich müsst’ es doch und unter Seufzen tun!

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Das Sterben ist der Augenblick jener Befreiung von der Einseitigkeit einer Individualität, welche nicht den innersten Kern unsers Wesens ausmacht, vielmehr als eine Art Verirrung desselben zu denken ist: die wahre, ursprüngliche Freiheit tritt wieder ein, in diesem Augenblick, welcher, im angegebenen Sinn, als eine restitutio in integrum betrachtet werden kann.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum vierten Buch. Kapitel 41. Über den Tod und sein Verhältnis zur Unzerstörbarkeit unsers Wesens an sich

Den letzten Tag sollst du nicht fürchten und nicht herbeisehnen.

Internet

Ich sterbe. Lasst mich allein.

Internet

Sie haben im Krieg manches von mir gelernt; jetzt sollen Sie auch noch lernen, wie man im Frieden stirbt.

Internet

Ich sag euch gute Nacht und trete willig ab. Sonst alles ist getan bis an das schwarze Grab.

Internet

Am schönsten stirbt der Zweig, der unter der Schwere seiner eignen Früchte erliegt.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1845

Weinend kommt jedermann in dieses Leben, lächelnd soll man in jenes übergehen.

Internet

Ich will ein großes Vielleicht aufsuchen. Laßt den Vorhang fallen, das Stück ist ausgespielt.

Internet

Wenn einer geht ins bessere Land, entsteht wohl eine Lücke in der Welt, kleiner oder größer, je nach des Menschen Stand und Bedeutung, aber schnell ist die Lücke zugewachsen in der Welt, schneller noch als das Gras wächst auf dem Grabe. Nur die Lücken in den Herzen wachsen nicht zu; wenn sie aufhören zu bluten, blüht ein freundlicher Gedanke auf, schöner, als je Rosen geblüht auf einem Grabe.

Gotthelf, Uli der Pächter (auch: Ueli der Pächter), 1849

Fegt mich weg!

Internet

Der Todt Wann wir auß dieser Welt durch sterben uns begeben, So lassen wir den Ort; wir lassen nicht das Leben.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Ich gehe fort, – auf einen anderen Stern, auf einen helleren.

Internet

Ich werde die Sonne zum letztenmal sehen!

Internet

Laß sterben, was sterben will, und schleppe dich mit ihm nicht müde! Du zwingst es doch nicht mehr zum Leben und zu der frohen Freude eines Sommers! Es hat die Kraft nicht mehr, dein Mitleid, deine Liebe dir zu danken, und zerrt dich selber nur in seinen Herbst! Laß sterben drum, was sterben will ... und ohne Klage!

Flaischlen, Von Alltag und Sonne. Gedichte in Prosa, 1897

In der Fremde Aus der Heimat hinter den Blitzen rot Da kommen die Wolken her, Aber Vater und Mutter sind lange tot, Es kennt mich dort keiner mehr. Wie bald, wie bald kommt die stille Zeit, Da ruhe ich auch, und über mir Rauschet die schöne Waldeinsamkeit Und keiner mehr kennt mich auch hier.

Eichendorff, J., Gedichte