Sterben Sprüche – leben
193 Sprüche gefunden
Liebe das Leben und fürchte den Tod nicht, das ist das Gesetz und die Propheten, die einzige wahre Seelenstimmung, um glücklich und alt zu werden.
Wir wissen ja, daß wir sterben müssen; warum wollen wir uns also nicht des Lebens freuen?
Es liegt wenig daran, wie man geboren werde; aber es ist viel daran gelegen, wie man sterbe.
Der Wege durch das Leben gehen viele, Ganz gleich ist keiner; Doch aus dem Leben und zum letzten Ziele Führt uns nur einer.
Ein dünner Faden ist das Leben, Doch aber zäh', unendlich zäh'; Er überdauert Lust und Reben, Er überdauert Wonn' und Weh'. Darum entschlage dich des Bangens, Zieh' ruhig, frage nicht um mich! Trotz alles Hangens und Verlangens Werd' ich auch leben ohne Dich!
Mancher fürchtet weit weniger den Tod, als die Operation des Sterbens. Da macht man sich die allersonderbarsten Begriffe von der letzten Todesnot, der gewaltsamen Trennung der Seele von ihrem Körper u. dgl. mehr. Aber dies alles ist völlig ungegründet. Gewiß hat noch kein Mensch das Sterben selbst empfunden, und eben so bewußtlos, wie wir ins Leben treten, eben so treten wir wieder heraus. Anfang und Ende fließen hier wieder zusammen.
Den Ernst aber werden sie [unsere ungläubige gebildete Welt] kennen lernen in der Todesstunde, und dann werden die Leichtsinnigen inne werden, daß sie eigentlich nur wie in einer Komödie gelebt, nur eine ihnen behagliche Rolle gespielt haben, ohne je an die Wirklichkeit außerhalb ihrer Theateratmosphäre, an die minder glücklichen Zustände der Mitmenschen und an das große Schicksal, welches draußen sich vollzieht, an das Ende aller irdischen Dinge und an ihren eigenen ewigen Beruf zu denken, auf den nicht vorbereitet zu sein sie dann plötzlich mit Schauer und Angst erfüllen wird.
Ein ruhiges Leben ist zur Hälfte nicht so viel wert, als ein ruhiger Tod!
Wohin können wir denn sterben, wenn nicht in immer höheres, größeres – Leben hinein!
O leben, wie man wünscht zu leben, Und, seines ganzen Lebens sich bewußt, Die Freundes-Hand dem Tode geben; So sterben, das ist eine Lust!
Die Wünsche. Sterbliche sind wir und sterblich sind all’ unsere Wünsche: Leid und Freude, sie gehn oder wir gehen vorbei.
Zu sterben ist so schwer nicht, alter Mann.
Wie schön ist es doch zu sterben, wie man gelebt hat!
… wenn ich nicht sterben will, dürfte ich nicht leben.
Der Tod äfft die Geburt; beim Sterben sind wir so hilflos und nackt wie neugeborne Kinder.
Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht. Mir jauchzte stets mein Volk, wenn ich die Leier Der Dichtkunst schlug. Mein Lied war Lust und Feuer, Hat manche schöne Gluten angefacht. Noch blüht mein Sommer, dennoch eingebracht Hab ich die Ernte schon in meine Scheuer – Und jetzt soll ich verlassen, was so teuer, So lieb und teuer mir die Welt gemacht! Der Hand entsinkt das Saitenspiel. In Scherben Zerbricht das Glas, das ich so fröhlich eben An meine übermütgen Lippen preßte. O Gott! wie häßlich bitter ist das Sterben! O Gott! wie süß und traulich läßt sich leben In diesem traulich süßen Erdenneste!
Todesgedanken Ich bin noch nicht gestorben, Und wenn ich einmal sterbe, Dann will man mich begraben, Und dann soll ich vermodern, Und nicht noch einmal tanzen. Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich noch Rosen pflükken, Weil ich den Duft noch rieche; Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich noch Mädchens küssen, Weil ich den Kuß noch fühle; Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich den Wein verbrauchen. Werd ich im Grab auch dursten?
Der Fall ist nun klar: Es geht um Licht oder Dunkelheit, und jeder muss sich entscheiden, wo er steht.
Die meisten unserer Brüder sterben gemeinhin in Fragezeichen, einige in Verwunderungszeichen, viele in Komma; wer stirbt im Punktum?
Schlecht wird leben, wer nicht zu sterben weiß.
Wenn man stirbt, hat man ganz andere Dinge zu tun, als an den Tod zu denken.