Sterben Sprüche – leben

193 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Sterben leben

Wenn man bereit ist zu sterben, ist es schön, und ich bin bereit.

Tolstoi, Tagebücher. 1888

Die Ungewissheit,wannwir sterben, mildert die Gewissheit,dasswir sterben.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Gewissheit zu sterben ist zuweilen der einzige Trost dieses Lebens.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Mit jedem Menschen sterben auch die Toten, die nur in ihm noch gelebt hatten.

Schaukal, Gedanken, 1931

Auch das Sterben ist ja eine von den Aufgaben unseres Lebens. Genug also, wenn du auch sie glücklich lösest, sobald sie dir vorgelegt wird.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,2. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Friedhofsbetrachtung: "Kein Mensch verfehlt seine Bestimmung."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

O wie schwer ist der Entschluss zum Sterben!

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Geistige Höhe Siehst du dort die Alpenfirne Ragen in das reine Blau? Rosig Licht küßt ihr die Stirne, Ihren Fuß hüllt Nebelgrau. Also soll dein Geist sich heben Aus dem Druck der Erdenqual, Auf zu reinem Geistesleben, In der Wahrheit Himmelsstrahl. Unablässig mußt du kämpfen, Ringen mit der ganzen Kraft, Bis du aus den trüben Dämpfen Dich zur Klarheit aufgerafft. Wirst von Erdenleid genesen Auf des Denkens reiner Höh'; Und zu Staub wird bald verwesen All' dein vieles Lebensweh. Einsam freilich wirst du stehen, Von der Welt vergessen auch; Aber frisch wird dich umwehen Gottes ew'ger Liebeshauch.

Weller (Hg.), Dichterstimmen der Gegenwart. Eine Sammlung vom Felde der deutschen Lyrik seit 1850, 1856

Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht, nicht das Auslöschen der Sonne.

Internet

Der Mensch stirbt stückweis, wie uns die Philosophen sagen; und dabei führt er fast immer den Tod an; denn ist es wirklich immer Leben, was dieser mit seiner Knochenhand ergreift?

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der eheliche Friede

So viel unersetzliche Menschen sind schon dahingegangen … und noch immer besteht die Welt?

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Der Traum eines Neugierigen Kennst du wie ich die lockendsüßen Leiden, Und nennt man einen Sonderling auch dich? Ich lag im Tod. – Begier und Furcht, die beiden Vermischten sich im Herzen wunderlich. Nur Angst und Hoffnung, nichts von Groll und Streiten. Je mehr der Sand der schlimmen Uhr entwich, Fühlt' ich's nur süßer, herber mich durchgleiten, Und von der Welt riss meine Seele sich. Und harrte wie ein Kind, von Gier erfüllt. Den Vorhang hassend, der das Wunder hüllt. Der Vorhang stieg: ein kalter Strahl des Lichts – Und eisiger Schauder durch das Herz mir kroch: Kein Wunder kam, tot war ich, – weiter nichts? Der Vorhang stieg, ich warte immer noch.

Baudelaire, Gedichte. Die Blumen des Bösen (Les fleurs du mal), 1857-66

Man sagt, sterben sei schwer, und doch kann es ein jeder.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

In der gleichen Art und Weise stirbt der Tatenlose ebenso wie der Schaffensfreudige.

Internet

Tüchtiges Leben endet auf Erden nicht mit dem Tode, es dauert in Gemüt und Tun der Freunde, wie in den Gedanken und der Arbeit des Volkes.

Freytag, Karl Mathy. Geschichte seines Lebens, 1870

Wer nicht stirbt, lebt nicht.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). V. Deutsche Menschheit. Christentum

Und sterbe ich, so ist es nur, als ob ein Schlafender sich auf die andre Seite kehrt, der Vogel seinen Flug ändert, die Welle ihren Weg.

Stehr, Aus den Tagebüchern, in: Die Weltbühne, 1924

Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

Altes Testament. Der Prophet Jesaja (#Jes 40,6-8)

Um die Lippen aller Toten muß ein Lächeln spielen, ein wehes, mitleidiges Lächeln über all die Nichtigkeiten, mit denen die Lebenden die kurze Spanne Zeit, die ihnen noch gegeben ist, hastend ausfüllen. Wie erbärmlich erscheint vieles von dem, was uns leidenschaftlich bewegt – im Schatten des Grabes.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Wenn man erst wüsste, auf welche Weise man sterben muss, dächte man nur noch an den Tod.

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Als Michael Hahn im Sterben lag, sagte ein Umstehender: "Jetzt hört das Leben auf." Mit letzter Kraft richtete sich der Totgeglaubte auf und rief: "Nein, jetzt fängt das Leben an!"

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939