Sterben Sprüche – leben

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Weinend kommt jedermann in dieses Leben, lächelnd soll man in jenes übergehen.

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Sind das Leben und der Tod des Sokrates das Leben und der Tod eines Weisen, so sind das Leben und der Tod Christi das Leben und der Tod eines Gottes.

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Die Menschen schlafen; wenn sie aber sterben, dann wachen sie auf.

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Sehr ungleich geht's auf Erden zu, Ich heut, der gestern, morgen du.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Schatten sind des Lebens Güter, Schatten seiner Freuden Schar, Schatten, Worte, Wünsche, Taten; Die Gedanken sind nur wahr. Und die Liebe, die du fühlest, Und das Gute, das du tust. Und kein Wachen, als im Schlafe, Wenn du einst im Grabe ruhst.

Grillparzer, Der Traum ein Leben, 1840

Der Mensch gelangt an den Rand seines Grabes wie der Zerstreute an die Tür seines Hauses.

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Alles, was geboren wird, stirbt.

Quintilian, Anleitung zur Beredsamkeit (Institutio oratoria)

Sollte die Freiheit zu streben, die uns die Götter in allen Umständen des Lebens gelassen haben, sollte diese ein Mensch dem andern verkümmern können?

Lessing, Philotas. Ein Trauerspiel, Erstdruck 1759 (anonym), uraufgeführt 1774. 8. Auftritt, Philotas zu Strato

Der Bruder stirbt nicht, sondern sein Elend.

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Wir verlieren das Leben mit Freuden, vorausgesetzt, daß man nicht darüber spricht.

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Sterben ist entsetzlich! Und leben ohne Ehre hassenswert!

Shakespeare, Maß für Maß (Measure for Measure), Erstdruck 1623

Jeder Tod muß mit dem Leben aus einem Stück sein. Das Sterben macht uns nicht zu andern Menschen. Ich erkläre mir den Tod eines Menschen beständig aus seinem Leben.

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Es gibt Leute, die dem Geschick folgsam sind; ich bin nicht derartig, und wenn ich für andere gelebt habe, will ich für mich sterben.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). An den Marquis d'Argens, 28. Oktober 1760

Du stirbst doch nicht so oft, als du den Tod dir wünschtest.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr

Über den Tod kommt jeder leicht hinweg, aber mit dem Sterben ist's eine andere Sache.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Beim Sterben verstellt sich niemand, noch ist jemand arm.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Es ist kein Mensch so arm, Daß er nicht endlich sterben könnte.

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Leitsatz Fürcht' nicht die Stunde, da du stirbst. Die Welt, o glaub's nur, kann dich missen. Kein Stern, um dessen Licht du wirbst, Wird mit dir in den Tod gerissen. Solang du lebst, wirst du gebraucht. Soll dich das Leben nicht vergessen, Sorg, dass die Tat nicht untertaucht, An der du deine Kraft gemessen. Leb, dass du stündlich sterben kannst, In Pflicht und Freude stark und ehrlich. Nicht dich – das Werk, das du begannst, Mach für die Menschheit unentbehrlich!

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Lebensergebnis In angstvollen Nächten, Frierend und schaudernd, In Tagen, kalt und trostlos, Ist sie mir kund geworden, Die schreckliche Wahrheit; Hab' ich es kennen, Doch leider zu fassen nicht Gelernt, Das unerbittliche Gesetz; ohn' Erbarmen Ward er mir verkündet Mit ehernen Zungen, Unter Sturm und Klage, Der eisige Spruch der Parze: Du mußt, o Mensch! Begraben dein Liebstes, Oder du mußt, Du banger Geselle, Von deinem Liebsten Begraben dich lassen! – Von beiden welches Dünkt dir das Härt're? – Sinne und grüble In Tagen und Nächten Der Frage nach, Und schaudre und lerne Fassen und tragen Die schreckliche Wahrheit!

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Ich starb als Stein und entstand als Pflanze Ich starb als Pflanze und entstand als Tier Ich starb als Tier und ward geboren als Mensch Weshalb sollte ich mich fürchten? Was habe ich durch den Tod verloren?

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Möchtest du beim Sterben vor der Entdeckung bewahrt bleiben, daß du nicht gelebt hast!

Merian (Hg.), An allem wachsen! 365 deutsche Gedanken und Gedichte, ausgewählt von Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1934