Sterben Sprüche – leben

193 Sprüche gefunden

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Sterben ist die letzte Dummheit, die wir begehen.

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Sterben heißt, den Tod am eigenen Leib erfahren.

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Ja wohl ist sie im Schatten [diese Erde]. Aber der Mensch ist höher als sein Ort: er sieht empor und schlägt die Flügel seiner Seele auf, und wenn die sechzig Minuten, die wir sechzig Jahre nennen, ausgeschlagen haben: so erhebt er sich und entzündet sich steigend, und die Asche seines Gefieders fället zurück, und die enthüllte Seele kömmt allein, ohne Erde und rein wie ein Ton, in der Höhe an – – Hier aber sieht er mitten im verdunkelten Leben die Gebirge der künftigen Welt im Morgengolde einer Sonne stehen, die hienieden nicht aufgeht: so erblickt der Einwohner am Nordpol in der langen Nacht, wo keine Sonne mehr aufsteigt, doch um zwölf Uhr ein vergüldendes Morgenrot an den höchsten Bergen, und er denkt an seinen langen Sommer, wo niemals untergeht.

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Mußteil für Mädchen. 2. Der Mond

Es kommt sehr viel darauf an, ob man das Leben verlängert oder das Sterben.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 58. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Plurimum enim refert, vitam aliquis extendat an mortem

Nicht der Tod, sondern das Sterben beunruhigt mich.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum). I, 19

Während meines Lebens hätte ich nie daran gedacht, daß man so schön und einfach vom Leben scheiden kann und plötzlich nicht mehr krankhaft am Leben hängt. Die Unwissenheit über den Tod ist die Ursache dafür, daß wir so sehr am Leben hängen…

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Der letzte Kampf Gar manchen Kampf das Leben bringt, Und unermüdlich heißt es streiten, Wenn nur der letzte Kampf gelingt, Dann bleibst du Sieger aller Zeiten.

Pesendorfer, Mein Spruchbüchlein, 1913

Das Leben ist allen Tieren gemein, aber sterben kann nur der Mensch.

Börne, Werke. Historisch-kritische Ausgabe in zwölf Bänden, 1911-13. Aphorismen, 1810; Erstdruck in: Gedenkbuch zur vierten Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst, 1841

Er hatte den Willen zu leben, aber nicht mehr die Kraft.

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Jeden Tag stirbt ein wenig von uns, doch nie stirbt es ganz, bis wir selbst sterben.

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Für das Leben und für das Sterben Vier Dinge gibt es zu werben: Für das Leben ein Haus, ein Kleid und ein Brot Und Gottes Huld für den bitteren Tod.

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Bald Es währt noch eine kurze Weile, daß du durch diese Straße gehst hinauf, herab die lange Zeile, und manchmal grüßend stillestehst. Bald wird der ein' und andre sagen: Den Alten sehen wir nicht mehr, er ging an kalt' und warmen Tagen doch hier sein Stündchen hin und her. Es sei! Des Lebens volle Schalen hab ich geneigt an meinen Mund, und auch des Lebens ganze Qualen hab ich geschmeckt bis auf den Grund. Getan ist manches, was ich sollte, nicht spurlos laß' ich meine Bahn; doch manches, was ich sollt' und wollte, wie manches ist noch ungetan! Wohl sinkt sie immer noch zu frühe herab, die wohlbekannte Nacht, doch wer mit aller Sorg und Mühe hat je sein Tagewerk vollbracht! Schau um dich! Sieh die hellen Blicke, der Wangen jugendfrisches Blut, und sage dir: In jede Lücke ergießt sich junge Lebensglut. Es ist gesorgt, brauchst nicht zu sorgen; mach Platz, die Menschheit stirbt nicht aus. Sie feiert ewig neue Morgen, du steige fest ins dunkle Haus!

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Wenn du nicht weißt, wie du mit dem Tode fertig werden sollst, so braucht dir das keinen Kummer zu machen; die Natur wird es dich zur rechten Zeit lehren, vollständig und ausreichend.

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Es ist besser, ein für allemal zu sterben, als in dauernder Erwartung des Todes zu leben.

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Man braucht so gute Gründe zum Leben, daß man keine zum Sterben braucht.

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Man stirbt den Tod, den man verdient.

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Laß das Jagen Wenn die Wogen unten toben, Menschenwitz zu schanden wird, Weist mit feur'gen Zügen droben Heimwärts dich der Wogen Hirt. Sollst nach keinem andern fragen, Nicht zurückschau'n nach dem Land, Faß das Steuer, laß das Zagen: Aufgerollt hat Gottes Hand Diese Wogen zum Befahren Und die Sterne, dich zu wahren!

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Ich werde eines Tages sterben! Wie? Ich werde sterben, ich, der spricht, ich, der sich fühlt und berührt, ich könnte sterben? Es bereitet mir einige Mühe, das zu glauben: denn schließlich ist nichts natürlicher, als daß die anderen sterben: man sieht es alle Tage: man sieht sie dahingehen und man gewöhnt sich daran; aber selbst sterben? Persönlich sterben? Das ist ein ziemlich starkes Stück.

Maistre, Reise um mein Zimmer (Voyage autour de ma chambre), entstanden 1790, anonym veröffentlicht 1795

Von Geburt an unruhige und ewig sich langweilend, wird er (der Mensch) nur des Lebens nicht überdrüssig; er möchte unaufhörlich leben. Krankheiten und Tod stoßen ihn ab von der Bekanntschaft mit einer anderen Welt. Alle Gewalt der Religion ist dazu erforderlich, ihn zum Nachdenken zu bewegen.

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Sterben müssen wir alle einmal. Unsterbliche gibt es nicht. Man kann die Augen nicht vor den Tatsachen verschließen.

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Aller Tod in der Natur ist Geburt, und gerade im Sterben erscheint sichtbar die Erhöhung des Lebens.

Fichte, Die Bestimmung des Menschen, 1800. Drittes Buch. Glaube