Sterben Sprüche – trauerkarte
170 Sprüche gefunden
Einen in Ruhe sterben zu lassen, gilt als Pflichtverletzung, als Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit.
Die Urnen edler Geister fachen hell das Feuer in einer starken Seele an [...]. Nur wer kein Erbteil hinterläßt an Liebe, den freut die Urne wenig.
O wie schwer ist der Entschluss zum Sterben!
Den Schlüssel zu meiner Tür gebe ich zurück. Nichts will ich mehr aus meinem Haus. Ich bitte nur um Eure letzten lieben Worte.
So viel unersetzliche Menschen sind schon dahingegangen … und noch immer besteht die Welt?
O schwer ists, in der Fremde sterben unbeweint.
Weinet nicht! Weinet nicht, o weinet nicht Um die Lieben, die geschieden! Wenn ein Menschenherz hier bricht, Geht es ein zum ew'gen Frieden. Gönnt ihm, daß der Kampf vollbracht, Freut euch, daß es ausgerungen; Daß aus finstrer Erdennacht Es zum Licht ist vorgedrungen! Wir, die noch im Kampfe stehn, An der Last noch müssen tragen Und den letzten Gang noch gehn, Wir sind eher zu beklagen. Laßt es Freudenthränen sein, Die an teuern Gräbern fließen! – Hoffnungsblüten, duftig, rein, Mögen aus dem Staube sprießen!
Ehe ein Vogel stirbt, werden seine Töne traurig; ehe ein Mensch stirbt, werden seine Worte gut.
Wo ein Sterbender liegt und wo ein großes Glück im Menschenherzen mit dem Tode ringt, da muß es still sein ringsumher und die teilnehmende Liebe verharrt in ehrfurchtsvoller Scheu.
Der kennt diese Stimmung, der von einem liebgewordenen Ort scheiden will. Dann scheint es, als wenn alle Dinge von uns Abschied nehmen, eines nach dem anderen. Die Fäden sind gelöst, und wenn auch die leiblichen Sinne noch das Bild der Umgebung empfangen, die Seele selbst ist schon getrennt davon. So muß es sein in Stunden, die dem Tode vorangehen.
Wenn einst, im Arm der Lust ermattet, Dein Wunsch den müden Flügel dehnt, Der Herbst dein Lächeln überschattet Und sich dein Blick nach Ruhe sehnt; Dann streue durch Platanengänge Erinnerung ihr Dämmerlicht, Und selbst der Wehmuth Blick verdränge Das Schattenbild der Freude nicht.
Vergilbte Blätter Weil du mir so früh entschwunden, Blieb ein unerfülltes Glück Ungenoss'ner schöner Stunden Ruhelos in mir zurück. Ungeküßte Küsse leben In getrennten Herzen fort, Und die Lippe fühlt noch beben Das zu früh verstummte Wort.
Todesahnen Es starb der Tag mit seiner Noth ... Die Sonne streut ihr leuchtend Roth Um seinen Sarg und hüllt ihn ein, "Gesegnet soll dein Schlummer sein!" Ein Todestraum kommt über mich – Wie lange noch, dann ruh' auch ich, Und was mir Wonne schuf und Pein, Hüllt leuchtend wohl die Sonne ein!
Das tiefe Kämmerlein Es grub der Tod ein Kämmerlein, Grub's in die Erde tief, Gar weit von Schmerz und Sonnenschein – Mein schöner Liebster schlich hinein Und schlief. Ich kniee draußen ganz allein Und klopfe an die Thür: "Wenn du mich liebst, erbarm' dich mein Und tritt aus deinem Kämmerlein Herfür!" Nichts regt sich! Nur des Käuzchens Schrein Irrt durch die Luft so hohl! Ein Schauer rinnt durch mein Gebein – Wie schwarz die Nacht, wie kalt der Stein .. "Leb wohl …"
Abschied Du nimmst als Strebenden Den kranken Mann, Siehst als noch Lebenden Den Todten an. O rufe nicht zur Wehr, Mich nicht zum Thun; Mir ziemt kein Kämpfen mehr, Mir ziemt nur Ruhn. Lieg ich im Bette hier Wie in der Gruft, Steigt der Gedanke mir Hoch in die Luft; Ich überschau' als Schwan Mit Vogelblick Des Lebens wirre Bahn Und mein Geschick. Nicht war, was ich geschafft, Allwege gut. Ach, bald gebrach's an Kraft Und bald an Muth. Hier von des Glückes Huld Ward ich begrüßt; Dort hab' ich eigne Schuld Wie schwer gebüßt. Das, halb im Traume, geht An mir vorbei, Mein Leben ist verweht, Und ich bin frei. Was blieb dir, Seele, nun, Als daß mit Ernst Du in dir selber ruhn? Du sterben lernst?
Liebste Gattin und Mutter Es war mir nicht möglich, euch von diesen Schmerzen, die ihr jetzt um meinetwillen zu leiden habt, zu befreien. Wie hart wird es für unseren lieben Heiland gewesen sein, dass er durch sein Leiden und Sterben seiner lieben Mutter so große Schmerzen bereiten musste.
Letzter Wunsch Was wäre doch mein letzter Wunsch, Wenn ich dereinst zur Grube fahr'? Ein Gräblein tief geborgen wohl Auf einsam stiller Bergeshöh'; Auf jener Höh', wo ich als Kind Den ersten Schmetterling gesehn, Dem ersten Lerchensang gelauscht An einem lichten Frühlingstag. Doch jenes Zeichen fluchbeschwert, Das wie ein Alp die Welt umarmt, Weil sie ans Kreuz den Besten schlug, – O, pflanzt es nicht auf meinen Staub! Mir pflanzet einen jungen Baum, Auf daß er wachse und gedeih'; Vielleicht kommt einst ein Zimmermann, Der ihn zu einer Wiege fällt. – Vielleicht kommt eine Mutter, die Ein Kindlein in die Wiege legt, Das noch einmal die Welt erlöst Und nicht dafür gekreuzigt wird.
Durch Einsamkeit Durch Einsamkeiten, Durch waldwild' Geheg, Über nebelnde Weiten Wandert mein Weg – Fern über dem Berge An ruhsamer Flut Harrt meiner ein Ferge … Der rudert mich gut – An ein stilles Geländ, Ewig gemieden Und ewig ersehnt – Zum Frieden …
O Gott, wie häßlich bitter ist das Sterben!
Jeder stirbt für sich allein.
Gott, einen Strahl aus deinen Wolken sende Auf dieser Vorstadt schmerzenreiches Dach! Hier ringt ein Mensch mit seinem schweren Ende, Sei gnädig, hilf der armen Seele nach! Zieh aus der Kinder fesselndem Gewimmer, Zieh aus des Weibs Umschlingung ihn zu dir. Herr, säume nicht! Er duldet ja noch immer, Herr, schläfst du auch? O wache, Herr, mit mir! Am niedren Fenster schleich ich sacht vorüber, Noch glimmt der Lampe Docht, wer löscht sie aus? Sie schimmert durch die Laden, stündlich trüber, Und Käuzlein flattern um das Sterbehaus. Hu! Fort von dieser schauervollen Schwelle, Hier tut ein Andrer Wächterdienst als ich. Dort lagert er, der schreckliche Geselle, Und kauert lauernd vor die Türe sich. Er malt ein Kreuz, ein weißes, an die Schalter, Er winkt, er klopft ... O Würger, halte an! Es ist geschehn. Hab Dank, du alter, kalter Nachtwächtersmann, du hast dein Werk getan!