Sterben Sprüche – trauerkarte
170 Sprüche gefunden
Wer da stirbt, zahlt alle Schulden.
Dämmerung Stille, stille! Der Tag ist vergangen, Tief drunten verklangen Die letzten Stimmen, Im Zwielicht schwimmen Höhen und Wald – Ein Atem weht, Ein zitternd' Gebet Ringsum im Kreise – Und eine Seele geht Auf die letzte Reise.
Wenn ich gestorben bin, so drücke mir die Augen zu, und beweine mich nicht.
Ich werde überhaupt nicht für mich sterben, sondern nur für andere – für die Zurückbleibenden, aus deren Verbindung ich gerissen werde.
Plötzliche Sterbefälle junger Mädchen lassen an Meuchelmorde des Todes denken.
Im Grunde ist es auch dasselbe, für was man stirbt, wenn nur für etwas Liebes gestorben wird [...].
Ich hätte mir nicht gedacht, daß das Sterben so süß wäre.
Ich sah dich an Ich sah dich an. Von fernen Sommertagen Will sich dem Blick ein deutlich Bild entwirr'n. Du hast dein Sehnen schwer mit dir getragen – Nun ward es still um deine müde Stirn. Du hast begraben Hoffen viel und Glauben, Baust fern den Märkten dir dein einsam Haus; Und deine Wünsche ruhn, wie weiße Tauben, Nach Flug und Sturm in schatt'gen Wipfeln aus. In deinen schmalen Fingern seltsam Leben, In ihrem Wirken ein verborgner Sinn, Als ob aus der Vergangenheit Geweben Die Fäden schössen unsichtbar darin. Aus solchen Händen, die nur Güte gaben, Gefaltet nur, um Segen zu erflehn, Möcht' ich aufs Herz die letzten Rosen haben, Wenn scharrend vor dem Haus die Rappen stehn…
Ein Sterbender Was ich gefehlt, deseinenbin ich frei; Gefangen gab ich niemals die Vernunft, Auch um die lockendste Verheißung nicht; Was übrig ist, – ich harre in Geduld. Auch bleib der Priester meinem Sarge fern; Zwar sind es Worte, die der Wind verweht, Doch will es sich nicht schicken, daß Protest Gepredigt werde dem, was ich gewesen, Indem ich ruh' im Bann des ew'gen Schweigens.
Ins stille Land! Wer leitet uns hinüber? Schon wölkt sich uns der Abendhimmel trüber, Und immer trümmervoller wird der Strand. Wer leitet uns mit sanfter Hand Hinüber, ach! hinüber Ins stille Land? Ins stille Land! Zu euch, ihr freien Räume Für die Veredlung! Zarte Morgenträume Der schönen Seelen! künft'gen Daseins Pfand. Wer treu des Lebens Kampf bestand, Trägt seiner Hoffnung Keime Ins stille Land. Ach Land! ach Land! Für alle Sturmbedrohten Der mildeste von unsers Schicksals Boten Winkt uns, die Fackel umgewandt, Und leitet uns mit sanfter Hand Ins Land der großen Toten, Ins stille Land.
Wenn's ans Sterben geht, hören die Rücksichten auf.
Abschied von der Erde Leb' wohl, du schöne Erde! Kann dich erst jetzt versteh'n, Wo Freude und wo Kummer An uns vorüberweh'n. Leb' wohl, du Meister Kummer! Dank dir mit nassem Blick! Mit mir nehm' ich die Freude, Dich laß' ich hier zurück. Sei nur ein milder Lehrer, Führ' alles hin zu Gott, Zeig' in den trübsten Nächten Ein Streiflein Morgenrot! Lasse sie die Liebe ahnen, So danken sie dir noch, Der früher und der später, Sie danken weinend doch. Dann glänzt das Leben heiter, Mild lächelt jeder Schmerz, Die Freude hält umfangen Das ruhige, klare Herz.
Gute Nacht Gute Nacht! Meine Wallfahrt ist vollbracht. Paradieses Ruh' und Frieden Säuseln um den Lebensmüden. Tod, wo ist nun deine Macht? Gute Nacht! Weinet nicht! Bleibt getreu des Lebens Pflicht; Liebt das Wahre, liebt das Gute; Denn es schläft mit frohem Mute Nur der edle Mensch allein Ruhig ein!
Letzter Dienst Drück' mir du die Augen zu, Wenn sie einst erblinden, Denn sie werden sich zur Ruh Nicht von selber finden. Werden starren unverwandt In des Lichtes Fließen; Keine wird wie deine Hand Sie so linde schließen.
Und im Herzen tiefe Müdigkeit – Alles sagt mir: Es ist Zeit…
Schlacht – Abend – Gewölk Nun sterben Mädchennamen auf Lippen von Männern. "Wie machtlos sind diese lieblichen Amulette!" Letzte Gedanken, schon ohne Hoffnung, flattern gleich Schmetterlingen lautlos davon; nicht mehr weit. Wie leicht wird nun alles. Es ist, als hübe das Sterben die Leiber sanft aus den Armen der Erde empor: wie man einer Mutter ein Kind abnimmt. – Die Stimmen der Sehnsucht verstummten. Gestillt auf immer war das Verlangen nach Fernem. Besinnung wurde langsam hinausgetragen wie ein Licht. Nur das Auge wandte noch einmal ewig suchend sich auf zum erblindenden Himmel. – Dann kam der Tod, der alles einfach macht. Hingelagert aber ins Abendblau, leicht auf die Lüfte gestützt ruhten die großen weißen Wolken, niemandem untertan: stille erhabene Throne in das Ewige hinausgeschoben.
Begräbnis Keine Träne rührt uns an. Wer kann Tote noch beweinen? Tote sind Zahlen in einem Buch unter die Zahlen der gestern Lebenden geschrieben. Wir ziehen die Ziffern voneinander ab. Grabgeleite sind abgegriffene Dinge: Alle sind gleich. Wie bei einem Appell werden die Toten verlesen. Nur daß sie nicht antworten. Aber es fehlt keiner. Vielleicht fehlt auch einer: Von diesem begraben sie nur einen Arm mit einer zarten Hand, von jenem ein Klümpchen unkenntlich und unbenennbar. Von einem begraben sie wohl nur den Namen.
Die Kapelle Droben stehet die Kapelle, Schauet still ins Tal hinab. Drunten singt bei Wies' und Quelle Froh und hell der Hirtenknab'. Traurig tönt das Glöcklein nieder, Schauerlich der Leichenchor, Stille sind die frohen Lieder, Und der Knabe lauscht empor. Droben bringt man sie zu Grabe, Die sich freuten in dem Tal. Hirtenknabe, Hirtenknabe! Dir auch singt man dort einmal.
Letztes Lied Liebte dich, liebte dich Innig und treu; Röslein im Tod verblich; Hin ist der Mai. Hin ist Hin! Tot ist tot! Lebe wohl, lebe wohl! Mein Mädchen mild. In meinem Busen soll Nie verglühn dein Bild. Hin ist Hin! Tot ist tot! Schlummre still, schlummre still, Ewig hinfür. Ich auch bald ruhen will, Ruhen bei dir. Hin ist Hin! Tot ist tot!
Saison morteheißt's beim Arzt, wenn niemand sterben will.
Einmal stürbe man nur? Man stirbt, wie man lebt, nur in den Seinen. Tod des Feundes, nur dich nenn' ich den schrecklichen Tod.