Sterben Sprüche – trauerkarte
170 Sprüche gefunden
Lieder Mein ganzes Sein Ist eine Wunde! Gedenkst du mein Zu dieser Stunde? Fühlst du den Kuß, Den ich die sende? Den Abschiedsgruß Vor nahem Ende? Und ahnst du, sprich! Die Glut der Seele, Mit der ich dich Dem Herrn empfehle? Und weißt du auch, Was ich singe, Ein Opferhauch, Den ich dir bringe? In wilder Pein Flammt meine Wunde! Gedenkst du mein Zu dieser Stunde?
Ein wundersames Wort das Einst: Es weist auf das, was war, zurück, Und wenn du um Verlornes weinst, Verheißt es dir zukünft'ges Glück. Einst war's um dich, in dir so licht, Dann kam das Voneinandergehn; Doch sei getrost, verzage nicht: Einst kommt ein schönes Wiedersehn.
Es stirbt nur das Elend, nicht der Mensch.
Der Himmel ist geöffnet über mir, Und eine Stimme, solchen Wohllauts voll, Wie niemals ihn ein Erdenkind vernahm, Der ewgen Liebe und der Allmacht Stimme Vereint zu einem wundersamen Klang, Ruft laut aus lichten Höhen: »Komm – o komm!« Ich aber steh auf einem uferlosen, In Eisesfrost erstarrten Ozean; Da grünt kein Baum, da wellen keine Hügel, Da ragt kein Bergesgipfel wolkennah; Die Sehnsucht flammt, doch hebt sie nicht empor, Und Flügel – Flügel – hat mir Gott versagt.
Wichtig nehmen alle das Sterben: Aber noch ist der Tod kein Fest. Noch erlernten die Menschen nicht, wie man die schönsten Feste weiht.
Sterben heißt dorthin gehen, woher wir gekommen sind.
Meine Grabschrift Ich hab' die Sonne des Tages gesehn, Nun ist es Zeit zum Schlafengehn. Nun ist es Zeit, nach Sorgen und Wachen Die Augen in Frieden zuzumachen. Und wem mein Schatten im Herzen lag, Der soll mich vergessen am dritten Tag. Doch wem ich ein wenig Licht gegeben, Der laß' im Herzen mich weiterleben.
Die Menschen wollen's nicht verstehen Zwei Herzen haben sich gefunden – die Menschen wollen's nicht verstehn – und die sich innig treu verbunden, sie sollen auseinander gehn! Doch mächtig einen sie die Triebe, man trennt sie, 's ist des Schicksals Lauf, doch in den Herzen glüht die Liebe in Sehnsucht um so mächtger auf. Er ist so bleich – sie sehn's mit Bangen – und nicht zu ändern ist sein Sinn, es schwanden doch von ihren Wangen die Rosen auch schon längst dahin! Und eines Morgens trug man beide – die Menschen wollen's nicht verstehn – zur Ruhe nach dem Erdenleide – dorthin, wo still die Kreuze stehn! Dort ruhen selig sie im Frieden des leeren Lebens matt und müd – – geliebt, gehofft, getrennt, geschieden – das ist das alte, alte Lied!
Wer darüber klagt, daß einer gestorben sei, der klagt darüber, daß eben dieser ein Mensch gewesen sei.
Ruhmvoll zu sterben ist den Menschen doch ein Trost.
Ach, mein Freund, ich verlasse diese Welt, in der Herzen gebrochen oder zu Stein werden.
Auch die Nachtigall röchelt in ihrer Todesstunde.
Du hast das schöne Paradies verlassen Du hast das schöne Paradies verlassen, Tratst ein in dieses Labyrinthes Gassen, Verlockt von lieblich winkenden Gestalten, Die Schale dir und Kranz entgegenhalten; Und unaufhaltsam zieht's dich weit und weiter. Wohl ist ein leises Ahnen dein Begleiter, Ein heimlich Graun, daß diese süßen Freuden Dich Schritt um Schritt von deiner Heimat scheiden, Daß Irren Sünde, Heimweh dein Gewissen; Doch ach umsonst! Der Faden ist zerrissen. Hohläugig faßt der Schmerz dich an und warnt, Du willst zurück, die Seele ist umgarnt. Vergebens steht ob deinem Haupt der Stern. Einsam, gefangen, von der Heimat fern, Ein Sklave, starrst du in des Stromes Lauf Und hängst an Weiden deine Harfe auf. Nun fährst du wohl empor, wenn so zuzeiten Im stillen Mondeslichte durch die Saiten Ein leises, wehmutsvolles Klagen geht Von einem Hauch, der aus der Heimat weht.
Abschied vom Leben Die Wunde brennt, die bleichen Lippen beben. Ich fühl's an meines Herzens matterm Schlage, hier steh ich an den Marken meiner Tage. Gott, wie du willst! Dir hab ich mich ergeben. Viel gold'ne Bilder sah ich um mich schweben; Das schöne Traumbild wird zur Totenklage. Mut! Mut! – Was ich so treu im Herzen trage, Das muß ja doch dort ewig mit mir leben. Und was ich hier als Heiligtum erkannte, Wofür ich rasch und jugendlich entbrannte, Ob ich's nun Freiheit, ob ich's Liebe nannte: Als lichten Seraph seh ich's vor mir stehen; Und wie die Sinne langsam mir vergehen, Trägt mich ein Hauch zu morgenroten Höhen.
Wer früh stirbt, der stirbt wohl; Wen Gott zu lieben pflegt, Der wird in seiner Blüth' in frischen Sand gelegt.
Wenn man bereit ist zu sterben, ist es schön, und ich bin bereit.
Ich möchte sterben wie der Schwan, Der, langsam rudernd mit den Schwingen, Auf seiner blauen Wasserbahn Die Seele löst in leisem Singen. Und starb er, wenn der Abend schied Mit goldnem Kusse von den Gipfeln: Nachhallend säuselt noch das Lied Die ganze Nacht in Busch und Wipfeln. O würde mir ein solch Geschick! Dürft' unter Liedern ich erblassen! Könnt' ich ein Echo voll Musik Dem Volk der Deutschen hinterlassen! Doch Größern nur ward solch ein Klang, Nur Auserwählten unter vielen – Mir wird im Tode kein Gesang Verklärend um die Lippen spielen. Tonlos werd' ich hinübergehn, Man wird mich stumm zur Grube tragen, Und wenn die Feier ist geschehn, Wird niemand weiter nach mir fragen.
Der Mensch stirbt, so oft er Nahestehende verliert.
Abendsprache Und geht es zu Ende, so laßt mich allein mit mir selber auf einsamer Heide sein; will nichts mehr hören und nichts mehr seh'n, will wie ein totes Getier vergeh'n. Das graue Heidemoos mein Sterbebett sei, Die Krähe singt mir die Litanei. Die Totenglocke läutet der Sturm, begraben werden mich Käfer und Wurm. Auf meinem Grabe soll stehen kein Stein, kein Hügel soll dorten geschüttet sein; kein Kranz soll liegen, da wo ich starb, keine Träne fallen, wo ich verdarb. Will nichts mehr hören und nichts mehr sehn, wie ein totes Getier, so will ich vergeh'n; und darum kein Hügel und deshalb kein Stein: spurlos will ich vergangen sein.
Sterben? Das würde ich nicht annehmen, mein Lieber. Kein Barrymore würde es zulassen, in so eine konventionelle Angelegenheit verwickelt zu werden.
Mit jedem Menschen sterben auch die Toten, die nur in ihm noch gelebt hatten.