Sterben Sprüche – trauerkarte
170 Sprüche gefunden
Sterben hat nichts mit Gesellschaft zu tun, sondern ist die Handlung eines Individuums. Unter Freunden laßt uns lachen und leben, unter Fremden laßt uns trauern und sterben.
Während meines Lebens hätte ich nie daran gedacht, daß man so schön und einfach vom Leben scheiden kann und plötzlich nicht mehr krankhaft am Leben hängt. Die Unwissenheit über den Tod ist die Ursache dafür, daß wir so sehr am Leben hängen…
Man stirbt nicht, wenn man in den Herzen Der Menschen weiterlebt, die man verläßt.
Er starb Wie einer, der sich auf den Tod geübt, Und warf das Liebste, was er hatte, von sich, Als wär's unnützer Tand.
Im kurzen Abend... (Zweite Fassung) Im kurzen Abend - voll Wind ist die Stunde, Und die Röte so tief und winterlich klein. Unsere Hand, die sich zagend gefunden, Bald wird sie frieren, und einsam sein. Und die Sterne sind hoch in verblassenden Weiten, Wenige erst, auseinandergerückt. Unsere Pfade sind dunkel, und Weiden breiten Ihre Schatten darauf, in Trauer gebückt. Schilf rauschet uns, und die Irrwische scheinen, Die wir ein dunkeles Schicksal erlost. Behüte dein Herz, dann wird es nicht weinen, Unter dem fallenden Jahr ohne Trost. Was dich schmerzet, ich sag es im Bösen. Und uns quälet ein fremdes Wort. Unsere Hände werden im Dunkel sich lösen, Und mein Herz wird sein, wie ein kahler Ort.
Beim Tod meines Bruders Nun danke Gott, die Fahrt ist aus! Du kehrtest heim ins Vaterhaus, froh bist du bei den Deinen, - und ich muß weinen. Du kehrtest heim, stell' hin den Stab, die schwere Bürde, leg' sie ab, zieh aus die Reiseschuhe, nun hast du Ruhe. Dir tat so unsanft diese Welt, vergiß sie unterm Palmenzelt, vergiß sie in der andern; - ich muß noch wandern. Und bring der Mutter Gruß auf Gruß von Ihrem, der noch wandern muß, und sag' ihr, daß sein Lieben ihr treu geblieben. Und sag', sein Kopf sei greis und alt, wohl käm' er gern, wohl käm' er bald: zwei Blumen hab' er im Garten, der müss' er warten.
Abendempfindung Abend ist's, die Sonne ist verschwunden, Und der Mond strahlt Silberglanz; So entfliehn des Lebens schönste Stunden, Fliehn vorüber wie im Tanz. Bald entflieht des Lebens bunte Szene, Und der Vorhang rollt herab; Aus ist unser Spiel, des Freundes Träne Fließet schon auf unser Grab. Bald vielleicht (mir weht, wie Westwind leise, Eine stille Ahnung zu), Schließ ich dieses Lebens Pilgerreise, Fliege in das Land der Ruh. Werdet ihr dann an meinem Grabe weinen, Trauernd meine Asche sehn, Dann, o Freunde, will ich euch erscheinen Und will himmelauf euch wehn. Schenk auch du ein Tränchen mir Und pflückte mir ein Veilchen auf mein Grab, Und mit deinem seelenvollen Blicke Sieh dann sanft auf mich herab. Weih mir eine Träne, und ach! schäm dich nur nicht, sie mir zu weihn; Oh, sie wird in meinem Diademe Dann die schönste Perle sein!
Armes Herz, was klagst du? Oh, auch du gehst einst zur Ruh' Was auf Erden, muß vergehen! - "Gibt es wohl ein Wiedersehen?", fragt das Herz in bangem Schmerz Glaub, daß ich dich wiederseh, tut auch heut das Scheiden weh!
Wenn Du mich empfängst, Wenn Du mir Deine Verzeihung schenkst, Werde ich Frieden haben.
Im Tode sehen wir edle Menschen oft noch einmal in heißer Liebe aufglühen, wie ein herbstliches Blatt, das sich mit schöner purpurner Röte färbt, bevor es niederfällt.
Sachte gehe ich, so, wie ich gekommen war; sachte winke ich den Wolken des Abendhimmels zum Abschied. Still gehe ich, .... nehme keine Wolken mit.
Wenn du nicht weißt, wie du mit dem Tode fertig werden sollst, so braucht dir das keinen Kummer zu machen; die Natur wird es dich zur rechten Zeit lehren, vollständig und ausreichend.
Ich sterbe. Lasst mich allein.
Wie sich dies Lied ans Herz mir schmiegt Wie sich dies Lied ans Herz mir schmiegt, Bis leis die Tränen rinnen; Die ganze Frühlingssehnsucht liegt Verführerisch darinnen. Mir ist's, als hätt' auch ich gefühlt Des Liedes Glut und Minne, Als hätt' sein Ton mir aufgewühlt Die junge Kraft der Sinne. Mir ist's, als hätt' mein Lenz gewagt, Dem Lied sich zu vergleichen… Wenn ihr mich einst zu Grabe tragt, Spielt's hinter meiner Leichen. Wenn sich bei seinen Tönen regt Kein Lächeln, keine Gebärde, Ist's Zeit, daß ihr zur Ruh' mich legt Und Erde werft zur Erde. Der Wind, der über Veilchen strich Vom blauen, italischen Meer, Bringt keine Lenzluft dann für mich Und keine Lockung mehr.
An Vaters Sterbebett Ich saß an meines Vaters Sterbebett und sah sein stilles bleiches Angesicht. Im Zimmer dunkelte die Mitternacht. Ein schwacher Schimmer kam vom kleinen Licht. Den Blick nach oben und die Lider zu, so röchelte, der da im Bette lag, und bleich und groß und hehr schien das Gesicht, und einsam, totenstumm war das Gemach. Und ich – ich grub im Rätselgrund: "Wer ist es, der hier stöhnt? – Was schwindet hin? Wer ist, der um den letzten Atem ringt?" Und rang, umnachtet von dem Rätselsinn, Und Tausend - Ungezählte sah'n mich an aus fremden Zügen, die ich Vater nannte, ein ewiger Zug war's, der gestorben war, ewig der eine doch, der herzverwandte. Der Vater und des Vaters Vater war's, der noch im Bilde blickte von der Wand. Und jeder hatte einmal so erschaudernd gegriffen nach des Vaters Sterbehand; und einmal auch im Leben hatte jeder die Hand nach seines Sohnes Liebe ausgestreckt; und alle stummen Trauertränen hatten den finstern Gast, den Tod nicht fortgeschreckt. Du warst es ewig, du, der Ich sich nannte, und der doch immer nur der eine ist, der ewig ruhelos in die Ewigkeit verbannte, und den der Todmann sanft zur Ruhe küßt, damit er fort und fort im Staube schreite, am Rätsel löse und am Schauen webe. Damit er allen Erdentiefen Sinn, damit er tiefsten Gottesgrund erlebe –. Ich bin es, der hier stöhnt und der hier sinnt, ich reiche selbst im Leid mir Liebe zu, ich schloß die Augen längst, – immer weiter führt mich mein Rätsel weg aus ew'ger Ruh'.
Am schönsten stirbt der Zweig, der unter der Schwere seiner eignen Früchte erliegt.
Der Weg zum Friedhof unterscheidet nicht zwischen Jungen und Alten.
Auferstehung Wenn einer starb, den du geliebt hienieden, So trag hinaus zur Einsamkeit dein Wehe, Daß ernst und still es sich mit dir ergehe Im Wald, am Meer, auf Steigen längst gemieden. Da fühlst du bald, daß jener, der geschieden, Lebendig dir im Herzen auferstehe; In Luft und Schatten spürst du seine Nähe, Und aus den Tränen blüht ein tiefer Frieden. Ja, schöner muß der Tote dich begleiten, Ums Haupt der Schmerzverklärung lichten Schein, Und treuer - denn du hast ihn alle Zeiten. Das Herz auch hat sein Ostern, wo der Stein Vom Grabe springt, dem wir den Staub nur weihten; Und was du ewig liebst, ist ewig dein.
Hörst du, wie um unser Haus Geht der Wind? Wein' dir nicht die Augen aus, Liebes Kind! Wolke, Wind und Herzensgram Bald vergeht, Blauer Himmel wundersam Drüber steht. Weine, weine nicht so sehr! Längst hat Ruh' Eine, die – 's ist lange her – Litt wie du.
Der Sterbende ist Gottes Freund.
Gefühl in todesnahen Augenblicken: Alle Menschen sind der Liebe wert.