Sterben Sprüche – zeit

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Der Bettler scheidet ebenso schwer von seiner Armut, als der König von seiner Herrlichkeit.

Schiller, Der Menschenfeind. Fragment, 1790. Achte Scene, v. Hutten

Alle Pfade, die zum Leben führen, alle führen zum gewissen Grab.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Ideal und das Leben, 1795; erschien zuerst in den Horen 1795 unter dem Titel: "Das Reich der Schatten", später auch unter "Das Reich der Formen". In späteren Ausgaben fehlten einige Strophen, u.a. auch die, aus dem dieser Text stammt.

Sei fest bereit zu sterben, denn Tod und Leben, beides wird dadurch süßer.

Shakespeare, Maß für Maß (Measure for Measure), Erstdruck 1623. 3. Aufzug, 1. Szene, Herzog

Nichts stand in seinem Leben ihm so gut, Als wie er es verlassen hat; er starb Wie einer, der sich auf den Tod geübt, Und warf das Liebste, was er hatte, von sich, Als wär's unnützer Tand.

Shakespeare, Macbeth, Erstdruck 1623, hier übersetzt von Dorothea Tieck, Berlin 1832. 1. Aufzug, 4. Szene, Malcolm

Kein Leugnen hilft, kein Widerstreben, wir müssen sterben, weil wir leben.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche. Wir Kinder der Vergangenheit …

Denn hinderlich, wie überall, Ist hier der eigne Todesfall.

Busch, Bildergeschichten. Dideldum!, 1874. Aus: Der Maulwurf

Dem, der zu sterben wünscht, kann der Tod niemals fern sein.

Seneca, Phaedra (alternativer Titel auch Hippolytus). V. 878. Übers. Internet Originaltext: Mori volenti desse mors numquam potest.

Der hat die Weisheit erfasst, der eben so sorglos stirbt, als er geboren wird.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 22. Brief. Übersetzt von Albert Forbiger (1866) Originaltext: Percepit sapientiam, si quis tam securus moritur quam nascitur

Sterben ist das Letzte.

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Dein Bewußtsein wird, ach schneller als du dachtest, bald versiegen und der Leib gleich einem Holzstück wertlos auf dem Boden liegen.

Buddha, Dhammapada. Anthologie von Aussprüchen des Buddha; enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts, aufgenommen in den Palikanon unter den Kurzen Texten (Khuddaka-Nikaya) wohl auf dem 2. buddhistischen Konzil im Jahr 383 v. Chr. 41. Vers. Übersetzt von Hans Much, 1920

Leben und Tod In dem Leben wohnet Sterben; in dem Sterben wohnet Leben; Lasse dir das Sterben lieben du, dem Leben nur ist eben!

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch. Wenn der Mensch stirbt, wird er Geist. Freier Tod des Geistes, freier Tod des Menschen.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Magische Philosophie

Man stirbt nur einmal – und für so lange.

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Selbst, wenn das Sterben vom Willen des Menschen abhinge, würde keiner am Leben bleiben.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1847

Der Gedanke, nicht mehr zu sein, ist so süß! Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!

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Besser schnell gestorben als langsam verdorben.

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Langlebigkeit: ungewöhnliche Verlängerung der Todesfurcht.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Letztes Ziel Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Zeit dieses Lebens nur einen Augenblick währt, daß der Zustand des Todes ewig ist, von welcher Natur er auch sein mag, und daß darum alle unsere Handlungen und Gedanken sich in ihren Wegen dem Zustande dieser Ewigkeit so sehr anpassen müssen, daß es unmöglich ist, mit Verstand und Urteil auch nur einen Schritt zu tun, ohne ihn nach der Wahrheit jenes Punktes einzurichten, der unser letztes Ziel sein muß.

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Jedoch, es ist nun Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.

Platon, Apologie des Sokrates, entstanden um 395 v. Chr. 42a

Stimme eines jungen Bruders Ich verrinne, ich verrinne wie Sand, der durch Finger rinnt. Ich habe auf einmal so viele Sinne, die alle anders durstig sind. Ich fühle mich an hundert Stellen schwellen und schmerzen. Aber am meisten mitten im Herzen. Ich möchte sterben. Laß mich allein. Ich glaube, es wird mir gelingen, so bange zu sein, daß mir die Pulse zerspringen.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch vom mönchischen Leben, 1899

Vergangen nicht, Verwandelt ist, Was war.

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