Sterben Sprüche – zeit
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O Gott, wie häßlich bitter ist das Sterben!
Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht. Mir jauchzte stets mein Volk, wenn ich die Leier Der Dichtkunst schlug. Mein Lied war Lust und Feuer, Hat manche schöne Gluten angefacht. Noch blüht mein Sommer, dennoch eingebracht Hab ich die Ernte schon in meine Scheuer – Und jetzt soll ich verlassen, was so teuer, So lieb und teuer mir die Welt gemacht! Der Hand entsinkt das Saitenspiel. In Scherben Zerbricht das Glas, das ich so fröhlich eben An meine übermütgen Lippen preßte. O Gott! wie häßlich bitter ist das Sterben! O Gott! wie süß und traulich läßt sich leben In diesem traulich süßen Erdenneste!
Todesgedanken Ich bin noch nicht gestorben, Und wenn ich einmal sterbe, Dann will man mich begraben, Und dann soll ich vermodern, Und nicht noch einmal tanzen. Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich noch Rosen pflükken, Weil ich den Duft noch rieche; Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich noch Mädchens küssen, Weil ich den Kuß noch fühle; Jetzt, da ich noch nicht modre, Muß ich den Wein verbrauchen. Werd ich im Grab auch dursten?
Ich weiß nicht, ob es nothwendig ist, noch beyzufügen, daß ein Mensch in meinem Alter sich oft und gerne wiederholt, und wenn er sich sogar dem Tode nahe fühlt oder gar auf dem Todbette befindet, sich in Gegenständen, die ihm noch vorzüglich am Herzen liegen, nicht genug wiederholen und nicht satt werden kann, davon zu reden, bis sein Athem ihm selber aus geht.
Die Menschen taumeln hin zum Schlunde
Jeder stirbt für sich allein.
Der Kirche Abendmahl ist nur gebacken Brot, Die letzte Ölung kann nichts ändern an dem Tod.
Die menschliche Spezies ist die einzige, die weiß, dass sie sterben muss.
Schlecht wird leben, wer nicht zu sterben weiß.
Wenn man stirbt, hat man ganz andere Dinge zu tun, als an den Tod zu denken.
Sicher ist, dass man sterben muss, unsicher, ob bereits an diesem Tag.
Mein Buch ist voll, gezählt sind meine Tage.
Sterblich ist alles Gut der Sterblichen.
Ihr, die ihr leset, wandelt noch unter den Lebenden, ich aber, der ich schreibe, werde lange schon meinen Weg in das Reich der Schatten gegangen sein.
Zur Unzeit stirbt niemand, der als Unglücklicher stirbt.
O welch ein Unglück ist es, nicht zu wissen, wie man stirbt!
Ist es wirklich Pflicht, ein krankes, schwaches Leben nach Möglichkeit noch zu verlängern? Ist ein schnelles Verflackern nicht besser, wo die Flamme noch bis zuletzt wärmen und leuchten kann, anstatt eines langsamen, trüben Verglimmens?
Man staunt oft über den lachenden, tanzenden Leichtsinn der Menschen, die es doch alle wissen, dass jeder Schritt sie ganz bestimmt dem Tode entgegenführt!
Sterben müssen ist Bitterkeit, sterben dürfen Süße.
Wer weiß es denn, ob einst in lichten Höh'n Wir alle unsre Lieben wiedersehn, Wer weiß es denn, was einst geschieht mit unsrer Aschen? Ich weiß es nicht − ich lass mich überraschen.
Und senkst du schon die Fackel, Thanatos? Ich fühle, wie das starke Licht sich neigt. Die Schatten fallen breiter auf den Weg. Die Stille wächst, das große Dunkel steigt.