Sterben Sprüche – zeit
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Die letzte Stunde wünsche ich mir nicht zu frühe und wünsche sie mir nicht zu spät.
Und ach!, wer tot zu sein wünscht, der ist es schon zur Hälfte.
Mit der Welt bin ich nun fertig, Gegenwärtig, Mit der Welt der Gegenwart, Einer besseren gewärtig, Reisefertig; Stör' o Welt, nicht meine Fahrt! Lass' du mich, wie ich dich lasse, Ruhig gehn die eigne Straße, Wir gehen besser ungepaart Ich allein, und du geschart.
Es liegt wenig daran, wie man geboren werde; aber es ist viel daran gelegen, wie man sterbe.
in der Gestalt, wie der Mensch die Erde verläßt, wandelt er unter den Schatten, und so bleibt uns Achill als ewig strebender Jüngling gegenwärtig.
Kein Freund, kein Ding wird dir ewig taugen – Alles betrachte mit Abschiedsaugen.
Ein dünner Faden ist das Leben, Doch aber zäh', unendlich zäh'; Er überdauert Lust und Reben, Er überdauert Wonn' und Weh'. Darum entschlage dich des Bangens, Zieh' ruhig, frage nicht um mich! Trotz alles Hangens und Verlangens Werd' ich auch leben ohne Dich!
Wenn einst, im Arm der Lust ermattet, Dein Wunsch den müden Flügel dehnt, Der Herbst dein Lächeln überschattet Und sich dein Blick nach Ruhe sehnt; Dann streue durch Platanengänge Erinnerung ihr Dämmerlicht, Und selbst der Wehmuth Blick verdränge Das Schattenbild der Freude nicht.
Im Nirwana des Inders nimmt sich das Bild der Welt aus wie eine Null, die sich in den Schwanz beißt.
Gesittete Menschen nehmen so Abschied aus dem Leben, wie aus der Gesellschaft, gleich als wenn sie vermuteten, solche einmal wieder zu sehen.
Es stirbt der Mensch und was durch ihn entsteht! Und zögert oft der Tod, zu überraschen, Spät dünkt's euch, weil ihr so schnell verweht.
Todesahnen Es starb der Tag mit seiner Noth ... Die Sonne streut ihr leuchtend Roth Um seinen Sarg und hüllt ihn ein, "Gesegnet soll dein Schlummer sein!" Ein Todestraum kommt über mich – Wie lange noch, dann ruh' auch ich, Und was mir Wonne schuf und Pein, Hüllt leuchtend wohl die Sonne ein!
Abschied Du nimmst als Strebenden Den kranken Mann, Siehst als noch Lebenden Den Todten an. O rufe nicht zur Wehr, Mich nicht zum Thun; Mir ziemt kein Kämpfen mehr, Mir ziemt nur Ruhn. Lieg ich im Bette hier Wie in der Gruft, Steigt der Gedanke mir Hoch in die Luft; Ich überschau' als Schwan Mit Vogelblick Des Lebens wirre Bahn Und mein Geschick. Nicht war, was ich geschafft, Allwege gut. Ach, bald gebrach's an Kraft Und bald an Muth. Hier von des Glückes Huld Ward ich begrüßt; Dort hab' ich eigne Schuld Wie schwer gebüßt. Das, halb im Traume, geht An mir vorbei, Mein Leben ist verweht, Und ich bin frei. Was blieb dir, Seele, nun, Als daß mit Ernst Du in dir selber ruhn? Du sterben lernst?
Den Ernst aber werden sie [unsere ungläubige gebildete Welt] kennen lernen in der Todesstunde, und dann werden die Leichtsinnigen inne werden, daß sie eigentlich nur wie in einer Komödie gelebt, nur eine ihnen behagliche Rolle gespielt haben, ohne je an die Wirklichkeit außerhalb ihrer Theateratmosphäre, an die minder glücklichen Zustände der Mitmenschen und an das große Schicksal, welches draußen sich vollzieht, an das Ende aller irdischen Dinge und an ihren eigenen ewigen Beruf zu denken, auf den nicht vorbereitet zu sein sie dann plötzlich mit Schauer und Angst erfüllen wird.
Schnell gehst du, Welt, schnell läufst du, Jahr. Nichts bleibet wie es gestern war. Und morgen bist du, Mensch, gefällt aus dieser Welt von diesem Jahr.
Letzter Spruch Wie bald sind ausgetrunken die Becher der Zeit, die brausenden – und es folgen die schalen. Und ein Tag kommt – der stillste. Da leerst du den schalsten der Becher. Aber sein Rausch währt ewig. Dann wirst du nicht mehr trinken. Alle läßt du vorüber: denn dich dürstet nicht mehr.
Es gibt niemanden, der nicht anseinem Tagestürbe. Du verlierst nichts vondeinerZeit; denn die, die du noch außerdem hast, gehört eben nicht dir.
Die Wünsche. Sterbliche sind wir und sterblich sind all’ unsere Wünsche: Leid und Freude, sie gehn oder wir gehen vorbei.
Zu sterben ist so schwer nicht, alter Mann.
… wenn ich nicht sterben will, dürfte ich nicht leben.
Der Tod äfft die Geburt; beim Sterben sind wir so hilflos und nackt wie neugeborne Kinder.