Sterben Sprüche – zeit
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Mit jedem Menschen sterben auch die Toten, die nur in ihm noch gelebt hatten.
Friedhofsbetrachtung: "Kein Mensch verfehlt seine Bestimmung."
Für alle tritt mit der letzten Stunde dasselbe ein, was vor der ersten war, und Gefühl und Bewußtsein gibt es für Seele und Körper nach dem Tode so wenig als vor der Geburt. Menschliche Eitelkeit setzt die Existenz in die Zukunft fort, und erlügt ein Leben in die Zeit des Todes hinein, indem sie der Seele bald Unsterblichkeit, bald Umgestaltung, bald den Unterirdischen Bewußtsein beilegt und Manen verehrt und die zu Göttern macht, die sogar Menschen zu sein aufgehört haben.
Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht, nicht das Auslöschen der Sonne.
Mein Kahn ist ohne Steuer, er fährt mit dem Wind, der in den untersten Regionen des Todes bläst.
Hast du verstanden? Halte mich nicht zurück! Meine Zeit ist gekommen, ich muss sterben!
Der Mensch stirbt stückweis, wie uns die Philosophen sagen; und dabei führt er fast immer den Tod an; denn ist es wirklich immer Leben, was dieser mit seiner Knochenhand ergreift?
Kein Bedauern, Rufen und kein Klagen, Die weißen Blütenträume sind vorbei. Welkend muß man goldne Blätter tragen. Jung? Ich werde es nicht länger sein. So wie früher wirst du nicht mehr pochen, Herz, erfaßt vom kalten, rauen Reif, Und das Land, aus Birkenbast geflochten, Lockt nicht mehr, es barfuß zu durchstreifen. Wanderlust, dein Geist flammt immer rarer Von den weiten Lippen, bald ist Schluß. Meine Frische konnt ich nicht bewahren, Der Augen Wildheit, der Gefühle Überfluß. Geizig bin ich mit dem Wünschen heute, Du, mein Leben? träumte ich dich nur? Frühjahrshatz, und ich, der junge Reiter Auf rosenrotem Roß, verlor die Spur. Wir alle sind bestimmt, hier zu verwesen, Still rinnt Sirup übers Ahornblatt… Darum seist auf ewig du gepriesen, Daß du kamst zu blühen und dann starbst.
So viel unersetzliche Menschen sind schon dahingegangen … und noch immer besteht die Welt?
Nichts ist dem Menschen so wenig eigen als die Freuden, die er besitzt; nichts so sehr sein, als die Freuden jenseits des Grabes.
Man sagt, sterben sei schwer, und doch kann es ein jeder.
In der gleichen Art und Weise stirbt der Tatenlose ebenso wie der Schaffensfreudige.
Was vollkommen ward, alles Reife – will sterben!
Wer nicht stirbt, lebt nicht.
Und sterbe ich, so ist es nur, als ob ein Schlafender sich auf die andre Seite kehrt, der Vogel seinen Flug ändert, die Welle ihren Weg.
Wohl bin ich nur ein Ton Im schönen Liede Gottes; Doch wie das schöne Lied Wird nimmermehr verklingen, So wird der Ton im Liede Auch nimmer gehn verloren, Nicht brechen sich am Grabe: Und was im Erdenleben Mit ihm zusammenklang, Wird einst mit ihm erklingen Zu freudigen Akkorden Im Strom des ewgen Liedes.
Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Was ein Sterbender sagt, wird immer bedeutsam; durch das Menschliche klingt das Ewige hindurch.
Um die Lippen aller Toten muß ein Lächeln spielen, ein wehes, mitleidiges Lächeln über all die Nichtigkeiten, mit denen die Lebenden die kurze Spanne Zeit, die ihnen noch gegeben ist, hastend ausfüllen. Wie erbärmlich erscheint vieles von dem, was uns leidenschaftlich bewegt – im Schatten des Grabes.
Herr, wie du willst, soll mir geschehn, Und wie du willst, so will ich gehn: Hilf deinen Willen nur verstehn. Herr, wenn du willst, dann ist es Zeit, Und wenn du willst, bin ich bereit, Heut und in alle Ewigkeit.
Ehe ein Vogel stirbt, werden seine Töne traurig; ehe ein Mensch stirbt, werden seine Worte gut.