Wahrheit Sprüche – leben

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Weg mit dem allen, verwerfen wir es als eitel und nichtig, wenden wir uns einzig und allein der Erforschung der Wahrheit zu. Das Leben ist voll Elends, die Stunde des Todes ungewiss.

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. VI, 11. Originaltext: Pereant omnia et dimittamus haec vana et inania: conferamus nos ad solam inquisitionem veritatis. Vita misera est, mors incerta est.

Die Wahrheit zu kennen ist leicht; aber, oh, wie schwer ist es, ihr zu folgen!

Wyss-Vögtlin (Übers.), 700 chinesische Sprichwörter, 1965 (EA: 1942)

In den Nuancen allein liegt die Wahrheit!

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Sage immer die Wahrheit, das gibt dem Leben Klarheit.

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Es ist so viel schwerer, wahr zu sein, nachdem man einmal unwahr gewesen!

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Man braucht kein großer Mann zu sein um jemand die Wahrheit zu sagen und ein Glück für uns, daß auch der arme Teufel Wahrheiten sagen kann.

Lichtenberg, Sudelbuch D, 1773-1775. [D 423]

Die Wahrheit ist kein Lehrgefüge, an das man sich halten könnte, sondern eine Summe von Leben.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Eigentlich sollte niemand anders über sich sprechen, als durch sein Werk und seinen Tod. Denn wie ein Mensch stirbt, das beweist die Art seines Wesens noch restloser und eindeutiger als sein Werk.

Stehr, Das Stundenglas. Reden, Schriften, Tagebücher, 1936. Blätter aus meinem Leben (1921/35)

Das Leben dem Wahren widmen.

Juvenal, Satiren (Saturae), um 100 n. Chr. IV, 91. Originaltext: Vitam impendere vero. Wahlspruch des Philosophen Jean-Jacques Rousseau

Wir sehen dieselben Sterne, der Himmel ist uns gemeinsam, dasselbe Weltall schließt uns ein. Warum ist es so wichtig, nach welcher Lehre jeder die Wahrheit sucht? Man kann nicht nur auf einem einzigen Weg zu einem so erhabenen Geheimnis finden.

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Nicht wir finden die Wahrheit; sie findet uns.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Worte machen ist leicht und billig, aber die Kraft der Wahrheit in sich darzustellen und aus sich heraustreten zu lassen, welche Riesenarbeit!

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Wer statt der Wahrheit die Bequemlichkeit für sein Leben hält und dieses Leben sucht, der wird's verlieren, wem's aber auf sein Leben nicht ankommt, sondern nur auf seine Wahrheit, der wird's finden.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Mach dich nicht zum Diener eines Narren und nimm auf einen Mächtigen keine Rücksicht, sondern verteidige die Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der Herr für dich streiten.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 4,32f)

Und so [...] gebe ich mit innigem Ernst das Buch hin, in der Zuversicht, daß es früh oder spät diejenigen erreichen wird, an welche es allein gerichtet sein kann, und übrigens gelassen darin ergeben, daß auch ihm in vollem Maße das Schicksal werde, welches in jeder Erkenntnis, also umso mehr in der wichtigsten, allezeit der Wahrheit zuteil ward, der nur ein kurzes Siegesfest beschieden ist, zwischen den beiden langen Zeiträumen, wo sie als paradox verdammt und als trivial geringgeschätzt wird.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Vorrede zur ersten Auflage

Die Wahrheit ist ein Brot, das starke Zähne fordert, eine Braut, die ein jeder schaut, ein Wasser mit dem sich niemand gern wäscht, eine Lanze die schwer verwundet, und Speise, die schwer zu verdauen.

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Wer die Wahrheit im weiten Kreise zur Geltung bringen will, muß sich darauf gefaßt machen, viel und arg anzustoßen. Die Wahrheit will nicht nur erstritten, sondern auch erlitten sein.

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In den Schwankungen des Lebens hältst du dich nur aufrecht, wenn du für jede und alle Lagen deinen Schwerpunkt in Wahrheit und Gerechtigkeit suchst.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Wenn du vor den Altar der Wahrheit trittst, so wirst du dort viele auf den Knien finden. Doch auf dem Weg dahin wirst du immer allein gewesen sein.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Es ist mir manchmal ein Mensch, dem ich vergeblich eine Wahrheit zu eröffnen suchte, vorgekommen, wie ein Mann, dem ich auf den Gaul helfen wollte, der aber immer wieder drüben herunter fiel.

Pauly, Aphorismen, 1905

Es ist nicht allein sehr schwer, die Wahrheit hier in der Welt zu finden; sondern man muß sie auch noch verleugnen!

Varnhagen, R., Briefe