Wahrheit Sprüche – philosophisch

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Wahrheit ist nicht etwas Äußeres, zu dem man gelangt, sondern etwas Inneres, das vernehmlich wird.

Schaukal, Gedanken, 1931

Man kann im Meere vor Durst verschmachten, und ebenso inmitten allzu gesalzener Wahrheiten.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Sommer 1883

Die Wahrheit ist eben kein Kristall, den man in die Tasche stecken kann, sondern eine unendliche Flüssigkeit, in die man hineinfällt.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Erstes Buch. Zweiter Teil, 110: Moosbruggers Auflösung und Aufbewahrung

Als Adam das Paradies verlor, glitt mit ihm ein Abglanz der ewigen Wahrheit mit in die Welt des Scheins hinaus, der kann in der Menschheit, wie dunkel es auch oft um sie wird, nie ganz verlöschen.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Aber wer älter wird, verliert die schwächende Furcht, banal zu werden. Die paar Wahrheiten, von denen die Menschheit lebt, sind in ihrer eisgrauen Ehrwürdigkeit wirklich schon recht langweilig geworden. Aber es haben sich halt bisher noch keine besseren gefunden.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Jeder ist ein Freund der Wahrheit, solange sie ihn nicht selber trifft.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Wahrheit steht allen offen, noch ist sie nicht völlig in Beschlag genommen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 33. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Patet omnibus veritas; nondum est occupata

Schade, daß man einen Teil seines Lebens damit hinbringen muß, alte Zauberschlösser zu zerstören. Es wäre ja besser, Wahrheiten festzustellen, als Lügen zu untersuchen. Aber wo sind die Wahrheiten?

Voltaire, Kleine philosophische Aufsätze. Was können wir wissen?

Die Wahrheit – die Lüge, an die die jeweilige Mehrheit glaubt.

Weber, Ohne Maulkorb. Gereimte Satiren, 1905

Die Wahrheit ist selten klar und niemals einfach.

Wilde, Ernst sein ist alles oder Bunbury, dt. auch: Die Bedeutung des Ernstseins (The Importance of Being Earnest), 1895. Erster Akt, Algernon. Übersetzt von Felix Paul Greve

Was wahr ist, ist weder gut noch böse, sondern einfach nur wahr.

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Täglich kann man es beobachten: Die Wahrheit tritt nirgends schüchterner auf als vor Leuten, die Geld und Einfluss haben.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Die Anbetung, nach Plato Suche, was wahr ist, mit lauterem Sinn. So betest du würdig Gott, den Einzigen, an und er gewährt, was du suchst.

Halem, Töne der Zeit, 1814

Der Nebelstern Erst nach Aeonen fällt das Licht Des Nebelsterns aus dunkler Ferne Blaß auf den Erdball. Gleichst du nicht, O Wahrheit! einem Nebelsterne?

Pfeffel, Poetische Versuche, 3 Bde., 1791/92 (4. vermehrte Auflage in 8 Bänden 1802-05)

Fandest du Wahrheit dir selbst, so hat sie dir Wert wie ein Demant. Glaubst, erlernet, du sie, wirf, wie den Kiesel, sie weg!

Halem, Töne der Zeit, 1814

Du willst die Wahrheit nicht als einen leuchtenden Sonnenstrahl in dein Herz fallen lassen? Dann wird sie einst als zuckender Blitzstrahl deine Finsternis durchschneiden und wird verheeren, wo sie gesegnet hätte.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Die Wahrheit, die uns eine edle Freundin wäre, ruft man nur in der Not, wie etwa den Arzt zu Hilfe, um ihr so bald als möglich wieder den Abschied zu geben.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Wahrheit im Stil ist eine unentbehrliche Eigenschaft, die allein schon einen Schriftsteller empfiehlt.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Schriftstellerei und Stil

Wahrheit ist nur zu oft der Name, den wir unseren wechselnden Irrtümern geben.

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Bisweilen wird die Wahrheit als ein Ideal hingestellt. Das ist falsch: Wahrheit ist Fehlen von Lüge.

Tolstoi, Tagebücher. 1906

Sehr oft macht die Wahrheit den Eindruck des Unmöglichen.

Dostojewski, Der Idiot, 1868-69