Weisheit Sprüche

Weise Gedanken und Erkenntnisse

632 Sprüche in dieser Kategorie

Die Weisheit des Geringen bringt ihn zu Ehren und setzt ihn mitten unter die Fürsten.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 11,1)

Drei Dinge sind es, die ein weiser Mann vor allem beachtet: selber zu tun, was er andern rät – niemals gegen die Gerechtigkeit zu handeln – in Geduld die Schwächen der andern ertragen.

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Wenn die Weisen am Ende ihrer Weisheit angelangt sind, muß man die Kinder hören.

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Die Menschenfreundlichkeit des Weisen bestimmt ihn mitunter, sich erregt, erzürnt, erfreut zu stellen, um seiner Umgebung durch die Kälte und Besonnenheit seines wahren Wesens nicht weh zu tun.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

Es ist wunderbar, welche Kraft weise Gedanken aus einem schönen Munde haben.

Hamerling, Aspasia. Ein Künstler- und Liebesroman aus Alt-Hellas, 1875

Um den Weg der göttlichen Erkenntnis leicht und sicher zu gehen, und der Weisheit auf die Spur zu kommen, haben alle Philosophen zwei Dinge für unerläßlich erachtet: Gottes Führung und der Menschen Genossenschaft.

Rabelais, Gargantua und Pantagruel (Les horribles et épouvantables faits et prouesses du très renommé Pantagruel, Roi des Dipsodes, fils du grand géant Gargantua. Composés nouvellement par maître Alcofrybas Nasier), 5 Bde., 1532-1564

Wenn du Weisheit lernen willst, so mußt du darauf gefaßt sein, daß man dich auslachen wird, und daß viele spottend sagen werden: »Der kommt ja plötzlich als ein Philosoph daher; warum für uns (die wir ihn doch von Jugend auf kennen) die hohen Augenbrauen?« Mache du überhaupt keine stolze Miene; halte aber an dem, was du als das Beste erkannt hast, so fest, als ob du von Gott auf diesen Posten kommandiert seiest, und glaube, daß, wenn du fest auf demselben beharrst, die, welche dich früher verlachten, dich später bewundern werden. Gibst du ihnen aber nach, so werden sie dich doppelt verlachen.

Epiktet, Handbüchlein der Moral (Encheiridion), von Arrian angefertigter Auszug aus den Lehrgesprächen Epiktets, um 125 n. Chr. [22]

Wer Weisheit nur aus Büchern lernt Und selbst nicht weise denkt und lebt, Wird immer mehr von ihr entfernt Je mehr er ihr zu nahen strebt. Das Leben soll die Erde sein, Darin die Weisheit Wurzel schlägt, Und pflanzt ihr hier den Kern nicht ein, Wächst euch kein Baum, der Früchte trägt!

Bodenstedt, F., Gedichte. 1852

Kein leicht unfertig Wort wird von der Welt verteidigt, Doch tut das Niedrigste, und sie wird nicht beleidigt. Der Weise sagt – der Weise war nicht klein –: Nichts scheinen, aber alles sein.

Goethe, Hanswursts Hochzeit oder Der Lauf der Welt – Ein mikrokosmisches Drama. Fragment, 1775. Kilian Brustfleck

Zwischen weisen Leuten gibt es Verwandtschaftsbande.

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Willst Du in's Volk mit Deiner Weisheit dringen, Mußt Du Dein Wissen auch recht faßlich bringen.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Der Dummkopf beschäftigt sich mit der Vergangenheit, der Narr mit der Zukunft, der Weise mit der Gegenwart.

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Dem Streben, Weisheit und Macht zu vereinigen, war nur selten und nur auf kurze Zeit Erfolg beschieden.

Einstein, Aphorismen für Leo Baeck, 1953. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Albert-Einstein-Archivs der Hebräischen Universität Jerusalem

Auf der richtigen Absonderung dessen, was in der Welt Mittel und Zweck ist, beruht die Weisheit. Auch alles Sinnliche ist nur Mittel und nicht Zweck.

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Ich habe meine Blüten und meine Frucht dahingegeben, nun bin ich nur noch ein hohler Stamm, aber wer sich in meinem Schatten niederläßt und auf mich hört, wird weiser werden.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Der Verfasser über sich selbst

Wenn ich nicht Alexander wäre, so würde ich Diogenes sein.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Vom Glück oder von der Tapferkeit Alexanders. Übersetzt von Joh. Friedr. Sal. Kaltwasser

Arz'neigleich sind die Weisen, Leben spendend, Die Toren sind wie Gift, Verderben sendend. Durch Arznei gewinnt man Schmerzerlösung, Wie aber findet man durch Gift Genesung?

Attar, Pendnameh (Das Buch des guten Rates). Übersetzt von Ferdinand Nesselmann, 1871. Aus: Fünf Dinge, die das Ansehn mehren

In der Tat ist Gott allein vollkommen weise, das heißt mit dem vollkommenen Wissen aller Dinge begabt; aber man kann auch die Menschen als mehr oder minder weise bezeichnen, je nachdem sie von den wichtigsten Dingen mehr oder weniger Wahrheiten erkennen.

Descartes, Die Prinzipien der Philosophie (Principia philosophiae), 1644. Vorrede zur französischen Ausgabe

Die Weisen zu verlachen, das ist das Vorrecht der Toren.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Weisheit Wißt ihr, wer größer noch ist, als die Staatenbeherrscher? – der Weise. Stirbt ein König, so ist schon der Erbthronfolger im Anzug; Stirbt ein Weiser, so ist schwer Seinesgleichen zu finden.

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Die Weisen sagen selten, dies ist nicht möglich; häufiger sagen sie: ich weiß nicht.

Rousseau, Briefe vom Berge (Lettres ecrites de la montagne), 1764. Dritter Brief