Weisheit Sprüche – klassisch

446 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Weisheit klassisch

Alle Weisheit besteht in der Furcht Gottes, und zu aller Weisheit gehört das Tun des Gesetzes.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 19,18)

Ein weisheitsvolles Herz ist höchste Göttergabe.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Die Weisheit wärmt zu jeder Frist, Deren Unterfutter die Torheit ist.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Ein Spruch aus Volkes Mund tut uns oft große Weisheit kund.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80

Angenommene Weis' Zerschmilzt wie Eis.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Der Fromme und der Weise. Werde vom Frommen ein Weiser. Der Fromme rettet sich selbst nur; aber der Weise hilft, wem und worin er es kann.

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Erstes Buch

Wer einmal weise geworden ist, kann nicht in die entgegengesetzte Seelenstimmung verfallen und kann sie sich auch nicht willkürlich einbilden.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus unbestimmten Schriften [141]

Bist du weise, So trägst du still, was ist und was geschieht, Und freust dich deiner eignen frommen Seele, Die alles überträgt, die nichts dir raubt.

Schefer, Laienbrevier, 2 Bde., 1834/35

Sokrates. – […] Vor dem Stifter des Christentums hat Sokrates die fröhliche Art des Ernstes und jene Weisheit voller Schelmenstreiche voraus, welche den besten Seelenzustand des Menschen ausmacht. Überdies hatte er den größeren Verstand.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Zweite Abteilung: Der Wanderer und sein Schatten

Der Honig. Der du nach Weisheit fliegst, bewahre den Fuß und den Flügel vor dem Honig der Lust; oder du klebest daran.

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Zweites Buch

Nur der ist weise, der immer sich beherrscht; Den Armuth, Ketten, selbst der Tod nicht schrecken kann; Der seine Leidenschaften dämpft; Der eitle Sucht nach Ruhm und Ehre festen Muths besiegt; Und in sich selbst schon mehr besitzt Als ihm der Erdball geben, Das wankelhafte Glück ihm rauben kann.

Horaz, Satiren (Sermones), ca. 42-30 v. Chr. 2,7 Übersetzt von C. M. Wieland, Leipzig 1782 Originaltext: Quisnam igitur liber? sapeins sibi qui imperiosus, quem neque pauperies neque mors neque vincula terrent, responsare cupidinibus, contemnere honores fortis, et in se ipso totus, teres atque rotundus, externi ne quid valeat per leve morari, in quem manca ruit semper fortuna.

Die Weisheit ist dem Einen tiefster Kummer: Sie sieht die Schrecken, sieht das Unglück erst Mit reinen Augen aus dem klaren Geiste!

Schefer, Hausreden, 1855. Aus: Denen Deine Liebe – Allen Hülfe

Glückselige Zeiten, als der Tugendhafteste der Gelehrteste war! als alle Weisheit in kurzen Lebensregeln bestand!

Lessing, Gedanken über die Herrnhuter, 1750

Stimmt! Das Einmaleins und das A b c Ist nichts, als die Weisheit im Negligee.

Holz, Gedichte. Buch der Zeit, Erstdruck 1886. Der Text hier folgt der zweiten, erweiterten Ausgabe 1892. Originaltext. Berliner Schnitzel

Die Weisheit (Philosophie) ist eine Wissenschaft göttlicher und menschlicher Dinge nebst den Ursachen, worauf sie beruhen.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. II, 2.

Der Weise muß nach ächten Freuden streben, Die Klugheit würzt, und Reue nicht vergällt.

Uz, J. P., Gedichte. Aus: Die Wollust. Originaltext

Der Gesetze der Weisheit und Moral sind nicht viele; nur der Erklärungen, Beweise und Anwendungen dieser Gesetze gibt es viele.

Schlegeln/Heyern (Hg.), C. F. Gellert's Moralische Vorlesungen. Erster Band, nach des Verfassers Tod hg. von Johann Adolf Schlegeln und Gottlieb Hegerecht Heyern, Leipzig 1770

Ein Weiser ist wie nicht da, wo die Thoren noch herrschen.

Schefer, Hausreden, 1855. Aus: Denen Deine Liebe – Allen hülfe. Originaltext

Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zuviel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken. Ich möchte verschenken und austeilen, bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Torheit und die Armen wieder einmal ihres Reichtums froh geworden sind.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vorrede

Der Weise begnügt sich nicht mit dem Studium der Natur und der Wahrheit; – er wagt es auch, letztere auszusprechen um der kleinen Zahl von Menschen willen, welche denken wollen und können, ohne Rücksicht auf die grosse Menge der Sklaven des Vorurtheils, welche ebenso wenig an sie heranzureichen vermögen, als es den Fröschen zu fliegen vergönnt ist.

La Mettrie, Der Mensch eine Maschine (L'homme [plus que] machine), 1748. Übersetzt von Adolf Ritter, Verlag Erich Koschny, Berlin 1875

Wer erst klug wird nach der That, Braucht seine Weisheit viel zu spat.

Rollenhagen, Froschmäuseler, 1595