Zeit Sprüche – zukunft
341 Sprüche gefunden
Es kommt die Zeit, wo alle Last Zu Grabe wird getragen, Es kommt die Zeit, wo ernst bewusst Das Herz beginnt zu schlagen.
Die Zeit ist eine Legende und ein Mysterium: Sie hat zehntausend Gesichter, sie brütet über allen Bildern dieser Erde und verwandelt sich mit ihrer fremden unirdischen Glut.
Weltlauf Was du gestern frisch gesungen, Ist doch heute schon verklungen Und beim letzten Klange schreit Alle Welt nach Neuigkeit. War ein Held, der legt' verwegen Einstmals seinen blut'gen Degen Als wie Gottes schwere Hand Über das erschrockne Land. Mußt's doch blühn und rauschen lassen Und den toten Löwen fassen Knaben nun nach Jungen-Art Ungestraft an Mähn' und Bart. So viel Gipfel als da funkeln Sah'n wir abendlich verdunkeln, Und es hat die alte Nacht Alles wieder gleich gemacht. Wie im Turm der Uhr Gewichte Rucket fort die Weltgeschichte, Und der Zeiger schweigend kreist, Keiner rät, wohin er weist. Aber wenn die eh'rnen Zungen Nun zum letztenmal erklungen, Auf den Turm der Herr sich stellt, Um zu richten diese Welt. Und der Herr hat nichts vergessen, Was geschehen, wird er messen Nach dem Maß der Ewigkeit — O wie klein ist doch die Zeit!
Begegnen wir der Zeit, wie sie uns sucht.
Der Zeit nachgeben, heißt sie überflügeln.
Aufgeschoben Ist nicht aufgehoben.
Der Arbeitsmann Wir haben ein Bett, wir haben ein Kind, mein Weib! Wir haben auch Arbeit, und gar zuzweit, und haben die Sonne und Regen und Wind, und uns fehlt nur eine Kleinigkeit, um so frei zu sein, wie die Vögel sind: nur Zeit. Wenn wir Sonntags durch die Felder gehn, mein Kind, und über den Ähren weit und breit das blaue Schwalbenvolk blitzen sehn, o dann fehlt uns nicht das bißchen Kleid, um so schön zu sein wie die Vögel sind: nur Zeit. Nur Zeit! wir wittern Gewitterwind, wir Volk. Nur eine kleine Ewigkeit; uns fehlt ja nichts, mein Weib, mein Kind, als all das, was durch uns gedeiht, um so kühn zu sein, wie die Vögel sind. Nur Zeit!
Wie im Turm der Uhr Gewichte Rucket fort die Weltgeschichte, Und der Zeiger schweigend kreist, Keiner rät, wohin er weist.
Die Zeit reiset in verschiednem Schritt mit verschiednen Personen.
Sie werden schon sehen, daß jede Epoche die Epidemie hat, die sie verdient. Jeder Zeit ihre Pest.
Die Zeit, die wir haben, ist nur der Torheit gewidmet, aber diejenige, die wir hoffen, weihen wir der Weisheit.
Die Zeit bringt Rat, sie wird die Sache richten.
Welchen Gedanken die Zeit Einmal erkoren Der ist gefeit und beschworen, Und wird ewig wiedergeboren Trotz allem Widerstreit. Seine Feinde mühen sich ab, Mit Schlingen und Banden, Sie machen ihn gerne zu Schanden Und wenn er schon längst erstanden, Hüten sie noch sein Grab.
Diese Zeit ist – wie alle Zeiten – sehr gut, vorausgesetzt, wir wissen etwas damit anzufangen.
Ach, wie flüchtig ist die Zeit! Was wir gestern kaum begonnen, Heute liegt es schon so weit Grau und nebelhaft zerronnen – Ach, so flüchtig ist die Zeit. Ach, wie flüchtig ist die Zeit! Doch kein Schritt ging noch verloren, Denn ein Vater steht bereit, Wartend vor den ew'gen Toren – Bei ihm endet Flucht und Zeit!
Die keine Zügel zurückhemmet, die Tage, entfliehn.
Wartet nicht auf die Zeit, denn die Zeit wartet nicht auf euch.
Fortschritt Die Zeit, sie eilt so schnell voraus, Und ich, ich blieb zurück. Ich schäme mich! Was kommt heraus? Es bleibt ein Mißgeschick. Doch stürmt sie hin unbändig jach, Kaum reicht so fern mein Blick; Die Bahngenossen stürmen nach, Und ich, ich blieb zurück. Vielleicht kehrt wieder sie des Wegs; Laßt sitzen mich am Stein! Vielleicht – hat sie sich müd' gerannt – Hol' ich sie doch noch ein. Der Gang der Welt ist nicht so rasch, Als Torheit meint und spricht; Man weiß wohl: Flügel hat die Zeit, Die Zeiten aber nicht.
Man weiß wohl: Flügel hat die Zeit, Die Zeiten aber nicht.
Lästert nicht die Zeit, die reine! Schmäht ihr sie, so schmäht ihr euch; Denn es ist die Zeit dem weißen, Unbeschriebnen Blatte gleich, Das Papier ist ohne Makel, Doch die Schrift darauf gebt ihr! Ist die Schrift just nicht erbaulich, Nun, was kann das Blatt dafür?
»Zeitraum«: das ist ein Quodlibet der Ewigkeit. Man versuche einmal, sich ohne Kopfschmerzen die Raumzeit vorzustellen.