Zeit Sprüche – zukunft

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Zeit ist wie ein Wirt nach heut'ger Mode, Der lau dem Gast die Hand drückt, wenn er scheidet, Doch ausgestreckten Arms, als wollt' er fliegen, Umschlingt den, welcher eintritt.

Shakespeare, Troilus und Cressida (Troilus and Cressida), Erstdruck 1610

Der Mensch ist immer von Gott, aber die Zeit ist des Teufels.

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Es ist eine schöne Zeit, wo man sich noch Mühe gibt, die Zeit zu töten, aber es kommt leider nur zu schnell die Zeit, wo man merkt, daß die Zeit einen selbst tötet.

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Ja, die Zeit, das is halt der lange Schneiderg'sell, der in der Werkstatt der Ewigkeit alles zum Ändern kriegt. Manchmal geht die Arbeit g'schwind, manchmal langsam, aber fertig wird's, geändet wird alles!

Nestroy, Der Talisman, 1843

Wenn du kannst, sei deinem Zeitalter voraus, wenn nicht, halte Schritt mit ihm, aber bleibe nie hinter ihm zurück.

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Vergehe Zeit! Vergehe Zeit und mach einer besseren Platz! Wir haben doch nun genug verloren. Setz einen Punkt hinter den grausamen Satz »Ihr habt mich heraufbeschworen.« Was wir, die Alten, noch immer nicht abgebüßt, Willst du es nicht zum Wohle der Jugend erlassen?! Kaum kennen wir's noch, daß fremde Hände sich fassen Und Fremdwer zu Ungleich sagt: »Sei herzlich gegrüßt.« Laß deine Warnung zurück und geh schnell vorbei, Daß wir aufrecht stehen. Vergönne uns allen zuinnerst frei Das schöne Grün unsrer Erde zu sehen.

Ringelnatz, J., Gedichte. Verstreut Gedrucktes

Wende deine Zeit an nichts, das sich einst gereuen könnte; wende sie an nichts, wozu du dir nicht allezeit Gottes Segen erbitten darfst.

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Die Zeit ist ein sukzessiver Wechsel der Kräfte. Die Gegenwart ist die Schwebung – gleich einem Gefäße, das einen aufnehmenden und abführenden Gang hat.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke philosophischer Enzyklopädistik

Es schwebt schon jetzt der Geist über der zeitlichen Weite, und solches Schauen ist Ewigkeit, und unsterblicher Gesänge himmlischer Genuss.

Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Erstdruck 1800. I. Betrachtung

Wer in der Zeit immer nur das Alte sieht, ist ein Pedant. Wer in ihr nur neues erblickt, ist ein Dummkopf.

Grillparzer, Studien zur Philosophie und Religion

Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis daß die Zeit den Tod besiegt.

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Wert der Zeit Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt, Und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt. Und du auch stehst nie still, der gleiche bist du nimmer, Und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer. Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet, Weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Lied der Welt Flieg hin, Zeit, du bist meine Magd, Schmück mich, wenn es nächtet, schmück mich, wenn es tagt, Flicht mir mein Haar, spiel mir um den Schuh, Ich bin die Frau, die Magd bist du. Heia! Doch einmal trittst du zornig herein, Die Sterne schießen schiefen Schein, Der Wind durchfährt den hohen Saal, Die Sonn geht aus, das Licht wird fahl, Der Boden gibt einen toten Schein, Da wirst du meine Herrin sein! O weh! Und ich deine Magd, schwach und verzagt, Gott sei's geklagt! Flieg hin, Zeit! die Zeit ist noch weit! Heia!

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Ein Saatgefilde ist die Zeit, du erntest Lust, du erntest Leid – Der Tag hat seine Stunden und ihre Zeit die Nacht.

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Die Zeit heilt nicht nur alle Wunden, sie heilt auch alle Sünden.

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Die Zeit geht schnell Lieb' Vöglein, vor Blüten Sieht man dich kaum, Im dämmernd beglühten Flüsternden Baum; Wann in Morgenfunken Sprüh'n Thäler und Quell, Singst du feuertrunken – Aber die Zeit geht schnell. Wie balde muß lassen Seine Blätter der Wald, Die Blumen erblassen, Die Gegend wird alt, Erstarrt ist im Eise Der muntere Quell – Rüst' die Flügel zur Reise; Denn die Zeit geht schnell.

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Man kann nur theoretisch gegen sein Jahrhundert kämpfen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Zähle nicht Monat’ und Tage! – Minuten nur und Sekunden!

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [100]

Dein Lob, o Zeit, verkündigen die Sterne, Und neu entdeckte Welten stimmen ein, Dem Ohr gibst du Gehör in weite Ferne, Dem Wort vermagst du Flügel zu verleih'n! Dem Geiste bringst du goldene Gewinne, Dem Auge eine Fülle neuen Licht's, Und tausendfache Reize jedem Sinne, Allein das Herz – dem Herzen gibst du nichts!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Sprich nicht von Zeit, spricht nicht von Raum, Denn Raum und Zeit sind nur ein Traum, Ein schwerer Traum, den nur vergißt, Wer durch die Liebe glücklich ist.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851

Geduld nur: Zaubrer wissen ihre Zeit.

Shakespeare, König Heinrich VI. (King Henry VI), Erstdruck 1598. 2. Teil, 1591-1592. Erster Aufzug, zweite Szene, Bolingbroke