Zeit Sprüche – zukunft
341 Sprüche gefunden
Als mir die Zeit entgegenkam, Erschien sie mir hübsch wundersam Und angenehm und lecker. Sie ging vorüber, und – o weh! – Nun, da ich sie von hinten seh', Bemerk' ich ihren Höcker.
O die Zeit ist Ein wundertätger Gott.
Kommst du heute nicht, so kommst du morgen.
Wer aber kann vergangene Zeiten messen, die nicht mehr sind oder als zukünftige noch nicht sind? Es sei denn, daß jemand zu behaupten wagte, etwas messen zu können, was gar nicht ist. Während also die Zeit vorübergeht, kann man sie wahrnehmen, wenn sie aber vorübergegangen ist, ist es unmöglich, weil sie dann nicht mehr ist.
Unablässig, unaufhaltsam, allgewaltig naht die Zeit.
O! der ist aus dem Himmel schon gefallen, Der an der Stunden Wechsel denken muß!
Die Zeiten leben in der Geschichte durch ihre Anachronismen.
Unser Zeitalter ist seinem Wesen nach tragisch, also weigern wir uns, es tragisch zu nehmen. Die Katastrophe ist hereingebrochen, wir stehen zwischen den Trümmern, wir fangen an, neue kleine Gewohnheiten zu bilden, neue Hoffnungen zu hegen. Es ist ein hartes Stück Arbeit: Kein ebener Weg führt in die Zukunft; wir umgehen die Hindernisse jedoch oder klettern über sie hinweg. Wir müssen leben – einerlei, wie viele Himmel eingestürzt sind.
Weder Vergangenheit noch Zukunft gibt es, sondern es gibt eine Gegenwart [Vergegenwärtigung] der vergangenen Dinge, ferner eine Gegenwart [Vergegenwärtigung] der gegenwärtigen Dinge, schließlich eine Gegenwart [Vergegenwärtigung] der zukünftigen Dinge. Diese drei Zeitformen nehmen wir in unserem Geiste wahr, aber sonst nirgendwo.
Die Zeit entlarvt den Bösen.
Im Schmerze wird die neue Zeit geboren.
Der Heilige kann die Zeit nicht machen, aber er kann in seinen Handlungen der Zeit entsprechen. Wenn die Handlungen der Zeit entsprechen, so ist der Erfolg groß.
Drei Dinge kehren nie: Der Pfeil, der abgeschossen, Das ausgesprochne Wort, Die Tage, die verflossen.
Tag wird es auf die dickste Nacht, und kommt Die Zeit, so reifen auch die spätsten Früchte!
Glaube mir es steht unendlich viel in unserer Gewalt, wir haben unser Vermögen nicht gekannt – dieses Vermögen ist die Zeit. Eine gewissenhafte sorgfältige Anwendung dieser kann erstaunlich viel aus uns machen. Und wie schön wie beruhigend ist der Gedanke, durch den bloßen richtigen Gebrauch der Zeit, die unser Eigenthum ist, sich selbst, und ohne fremde Hilfe ohne Abhängigkeit von Außendingen, sich selbst alle Güter des Lebens erwerben zu können. Mit welchem Rechte können wir das Schicksal oder den Himmel darüber belangen, daß er uns weniger als andre begünstigte. – Er gab uns Zeit und wir haben alles sobald wir Verstand und ernstlichen Willen haben mit diesem Kapital zu wuchern.
Man sollte beständig die Wirkung der Zeit und die Wandelbarkeit der Dinge vor Augen haben und daher bei allem, was jetzt stattfindet, sofort das Gegenteil davon imaginieren.
Die Zeit ein stetes heute Was heute gestern heißt, das hieß man gestern heute. Was heute morgen ist, wird morgen heute seyn. Und dennoch sorget ihr für morgen, blinde Leute! Weils morgen heut' auch ist, so sorgt für heut' allein.
Auf dem Rücken der Zeit, auf den lichten Schultern der Wellen reiten Zeitgesellen – steigen und fallen – ewiger Zukunft bereit.
Die Erinnerung (Nach dem Spanischen.) »Gute Zeiten, sel'ge Stunden, Sagt, wo seid Ihr hingeschwunden? Und zum Unglück oder Glück Blieb mir Euer Bild zurück?« »Hin zu neuer Jugend Stunden Sind wir leise hingeschwunden; Und zur Labung und zum Glück Blieb Dir unser Bild zurück.« »Euer Bild? Wie ungenossen Sind der Tage viel verflossen! Trübe kommt dem matten Blick Reue oft statt Trost zurück.« »Auch der Reue süße Schmerzen Sind ein Balsam kranker Herzen. Neuer Muth ist Lebensglück; Schaue vor Dich, nicht zurück!« »Vor mich? Sieh, auf jenem Hügel In der Abendröthe Spiegel Seh' ich eine Urne stehn; Darf ich, darf ich zu ihr gehn?« »Geh hinan! Die goldnen Stunden Haben kränzend sie umwunden. Lies die Inschrift, glänzend-schön: ›Auch hier ist Arkadien!‹«
Jetz hemmer's un jetz simmer do; es chunnt e Zyt, würd's anderst goh. 's währt alles churzi Zyt, der Chilchhof isch nit wyt.
Früh in blühender Jugend lern', o Jüngling, Lebensglück. Sie entfliehn, die holden Jahre! Wie die Welle die Welle treibet eine Stunde die andere. Keine kehret zurück, bis einst dein Haupthaar Schneeweiß glänzet, der Purpur deiner Lippen Ist erblichen; nur eine Schönheit blieb dir - Männliche Tugend.