Lucius Annaeus Seneca

258 Sprüche

Was aber ist abstoßender als ein Greis, der gerade zu leben beginnt?

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quid est autem turpius quam senex vivere incipiens

Nicht einmal Schönheit und Kraft können dich glücklich machen: Nichts davon übersteht das Alter.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 31. Brief. Übers. Internet Originaltext: Ne forma quidem et vires beatum te facere possunt: nihil horum patitur vetustatem

Nichts wird dort stehen bleiben, wo es jetzt ist, alles wird das Alter niederwerfen und mit sich fortreißen.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 26,6. Übers. Internet Originaltext: Nihil, quo stat loco, stabit; omnia sternet abducetque secum vetustas

Die Gottheit verehrt, wer sie kennt.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 95. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Deum colit qui novit

Alles, was uns besser und glücklicher machen kann, hat Gott direkt vor uns hin oder in die Nähe von uns gestellt.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Gott verlangt nicht nach Dienern.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 95. Brief. Übers. Internet Originaltext: Non quaerit ministros deus.

Man muss sich immer Zeit nehmen: die Zeit offenbart erst die Wahrheit.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). II, 22. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Wahrheit hasst Verzögerung.

Seneca, Oedipus. V. 850 Originaltext: Veritas odit moras.

Die Wahrheit steht allen offen, noch ist sie nicht völlig in Beschlag genommen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 33. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Patet omnibus veritas; nondum est occupata

Wahrhaftiges hat sein Maß.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Vera enim modum suum habent

Was richtig ist, bestimmt man weder nach Größe noch nach Anzahl oder Zeit.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 74. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quod rectum est nec magnitudine aestimatur nec numero nec tempore.

Manches Falsche trägt den Anschein des Wahren.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). 2, 2, 22. Originaltext: Quaedam enim falsa veri speciem ferunt

Die Wahrheit bleibt niemals verborgen.

Seneca, Die Troerinnen (Troades). 230. Übers. Internet Originaltext: Veritas numquam latet

Die Wahrheit geht niemals verloren.

Seneca, Die Troerinnen (Troades). V. 614. Übers. Internet Originaltext: Veritas numquam perit

Hektik weist auf ein krankes Gemüt, Hauptmerkmal eines geordneten Verstandes ist Beharrungsvermögen und die Fähigkeit, mit sich selbst umgehen zu können.

Internet

Die Seele ist Gott, der in dem menschlichen Körper sein Asyl gefunden hat.

Internet

Stärker als alles Schicksal ist die Seele.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 98. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Valentior enim omni fortuna animus est

Täglich treiben uns die Stürme der Seele um.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 88. Brief. Übers. Internet Originaltext: Tempestates nos animi cotidie iactant.

Schlimmer als Krieg ist allein die Furcht vor Krieg.

Seneca, Thyestes. V. 572. Übers. Internet Originaltext: Peior est bello timor ipse belli

Am besten aber wirst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, wenn du beobachtest, wie er jemanden lobt und wie er sich verhält, wenn er selbst gelobt wird.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius

Es ist schimpflich, nicht auf eigenen Füßen zu gehen, sondern sich forttragen zu lassen und mitten im Wirbel der Dinge staunend zu fragen: "Wie bin ich hierher gekommen?"

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 37. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Turpe est non ire sed ferri, et subito in medio turbine rerum stupentem quaerere, 'huc ego quemadmodum veni?'