Lucius Annaeus Seneca
Frei von Unruhe sind allein die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben. Sie allein leben.
Es ist nützlicher einige Weisheitsregeln, welche dir immer dienlich sein können, zu kennen, als viele Dinge zu lernen, welche dir nichts nützen.
Würde mir die Weisheit unter der Bedingung dargeboten, sie verschlossen zu halten und nicht zu verkünden, so würde ich sie zurückweisen.
Am besten ist das Obst, wenn es zur Neige geht.
Was aber ist Weisheit? Stets dasselbe zu wollen und dasselbe nicht zu wollen.
Siehe, Weisheit und Dummheit schlagen verschiedene Richtungen ein.
Wie das Weltall oberhalb des Mondes ist die Seele des Weisen.
Ob man einen größeren oder kleineren Kreis zeichnet, hat nur Einfluss auf seine Fläche, nicht auf seine Gestalt.
Groß und umfassend ist die Weisheit, sie benötigt Freiraum.
Wenn ich mich mitunter an einem Narren erfreuen will, muss ich nicht lange suchen: Ich lache über mich selbst.
Wer vieles versucht, dem muss doch wenigstens etwas gelingen.
Die Furcht wächst in gleichem Maße wie der Erfolg.
Niemand ist gezwungen, dem Glück in seinem Lauf zu folgen.
Niemand rettet sich schwimmend mit Gepäck.
Eine unruhige Sache ist der Erfolg; er hetzt sich selbst.
Edlen Seelen ist Anstrengung ein Bedürfnis gleich der Nahrung.
Nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen.
Erzwungene Geistesarbeit ist wertlos; eine Arbeit, die dir nicht gemäß ist, hat keinen Wert.
Arbeit ist kein Gut: Was ist also ein Gut? Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit.
Es passt nicht zu einem Mann, den Schweiß zu fürchten.