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26202 Sprüche gefunden
Bleibt, o bleibt, ihr Lippen ferne, Die so lieblich falsch geschworen; Und ihr Augen, Morgensterne, Die mir keinen Tag geboren! Doch den Kuß gib mir zurück, Gib zurück, Falsches Siegel falschem Glück, Falschem Glück!
Liebe ohne Besitz lebt von der äußersten Anspannung ihrer Sehnsucht.
Heimgang in der Frühe In der Dämmerung, Um Glock zwei, Glock dreie, Trat ich aus der Tür In die Morgenweihe. Klanglos liegt der Weg, Und die Bäume schweigen, Und das Vogellied Schläft noch in den Zweigen. Hör ich hinter mir Sacht ein Fenster schließen. Will mein strömend Herz Über Ufer fließen? Sieht mein Sehnen nur Blond und blaue Farben? Himmelrot und Grün Samt den andern starben. Ihrer Augen Blau Küßt die Wölkchenherde, Und ihr blondes Haar Deckt die ganze Erde. Was die Nacht mir gab, Wird mich lang durchbeben, Meine Arme weit, Fangen Lust und Leben. Eine Drossel weckt Plötzlich aus den Bäumen, Und der Tag erwacht Still aus Liebesträumen.
So sehr die leidenschaftliche Liebe unseren Vorteil außer acht läßt, so gut weiß die gepflegte Liebe ihn zu berechnen.
Wer weiß, ob die Liebe so viel Zuspruch hätte, wenn sie durch den Deckmantel des Schamgefühls nicht fortwährend interessant gemacht würde.
Die Verratene Verschneiter Morgen! Über Nacht gewoben ein weißer Schleier! O wär' es ein Linnen zur Leichenfeier Den erwachenden Sorgen. Jäh ging er fort, verschneit ist der Weg, Dort ging er hin, verschneit ist die Brücke. Verschneit ist der einzige Weg Zum Glücke.
Des Lebens seligstes Bewusstsein ist es, sich in einem andern lebendig zu wissen.
Der Verzweifelte Nicht mehr zu dir zu gehen, Beschloss ich und beschwor ich, Und gehe jeden Abend, Denn jede Kraft und jeden Halt verlor ich. Ich möchte nicht mehr leben, Möcht augenblicks verderben, Und möchte doch auch leben Für dich, mit dir, und nimmer, nimmer sterben. Ach rede, sprich ein Wort nur, Ein einziges, ein klares, Gib Leben oder Tod mir, Nur dein Gefühl enthüllle mir, dein wahres!
Die Frau hört nie auf, zu lieben; muß sie der Erde entsagen, nimmt sie ihre Zuflucht zum Himmel!
Nimmer weiß ich, wie's gekommen, War es doch, als müßt' es sein, Daß mein Herz du hingenommen - Gar so heimlich schlich es ein. So wie Blumen still erblühen, Wie im Lenz ergrünt die Au, Wie nach heißen Tages Glühen Hold und labend sinkt der Tau. Nicht bestürmt mich wild Verlangen Glutenvoller Sehnsuchtsnacht! - Wie der Mond kam es gegangen In der stillen Sommernacht.
Ergänzung Es gab der Gott, zu dem wir beten, Dem Lenz der Blüten bunt Gewirr, Den Sonnen gab er die Planeten, Und meine Seele gab er dir. Er gab dem nachtbedeckten Meere Des Mondesstrahles lichte Zier, Dem dunkeln Grund die gold'ne Ähre, Und deine Liebe gab er mir!
Und das ist ja der Liebe einziger Bedarf, aufgenommen zu sein; und was nicht ihrer Empfängnis fähig ist, das ist auch nicht der Liebe Gegenstand.
Die Lawine Allgewaltig, allzermalmend Donnert die Lawine hin, Eine zarte, weiche Flocke War sie im Beginn. Und das Weh, das mich zertrümmert, Das entsetzliche Geschick, War im Anfang nur ein stiller, Kaum verstandner Blick.
Aber wo die Liebe herrscht, haben wir, die wir eben noch wilde Tiere waren, jetzt Kultur – Kunst und alles Große, dessen wir uns mit Recht rühmen.
Daß Marilla ihre Lieb' Einem andern wolle schenken, Der dir nicht das Wasser reicht, Soll, o Frommhold, Dich nicht kränken; Daß sie solche Wahl genommen, Laß' ich mir kein Wunder sein: Kinder nehmen für die Perle Einen runden Kieselstein.
Kein steinern Bollwinkel kann der Liebe wehren, und Liebe wagt, was Liebe kann.
Venus stellt sich lieblich dar, Aber laß dich nicht verblenden: Ihre falsche Süßigkeit Wird allzeit mit Gallen enden; Venus bringt um Ehr' und Habe, Venus schwächet Geist und Brust, Gibt zu Zentnern Reu' und Schmerzen Und zu Loten schnöde Lust.
Ich saß an einem Tisch von Silber reich. Nie sah ich solchen Aufwand all mein Leben. Drei süße Speisen gab es da zugleich: Zucker und Honig und mein Schatz daneben.
Sie saßen und tranken am Teetisch, Und sprachen von Liebe viel. Die Herren, die waren ästhetisch, Die Damen von zartem Gefühl. »Die Liebe muß sein platonisch«, Der dürre Hofrat sprach. Die Hofrätin lächelt ironisch, Und dennoch seufzet sie: »Ach!« Der Domherr öffnet den Mund weit: »Die Liebe sei nicht zu roh, Sie schadet sonst der Gesundheit.« Das Fräulein lispelt: »Wieso?« Die Gräfin spricht wehmütig: »Die Liebe ist eine Passion!« Und präsentieret gütig, Die Tasse dem Herren Baron. Am Tische war noch ein Plätzchen, Mein Liebchen, da hast du gefehlt. Du hättest so hübsch, mein Schätzchen, Von deiner Liebe erzählt.