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26202 Sprüche gefunden

Das ist das Seligste an der seligen Zeit der ersten Liebe, daß diese Liebe so ganz und gar nicht klügelt, daß ihr das Wunderbarste einfach erscheint und das Einfachste als ein Wunder.

Franzos, Die Juden von Barnow, 1877

Treu geliebt und still geschwiegen! Heiße Liebe spricht nicht viel; Nur in unhörbaren Zügen wallt das heiligste Gefühl. Oft sagt eine stille Thräne mehr als Sprach' und Melodie; ach der Liebe leise Töne sind nur Herzensharmonie.

Zehelein, Vermischte Gedichte, 1790

Wer möchte nicht ein Weib, das blind für alles ist, so lang man lebt, und wenn man stirbt, noch mit der Erde hadert, weil sie nicht strahlt und leuchtet, wo man liegt?

Hebbel, Die Nibelungen. Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen, 1861

Es gibt so viele Gattungen von Liebe, daß man nicht weiß, wohin sich wenden, um sie zu definieren. Man nennt frischweg Liebe die Laune einiger Tage, eine Verbindung ohne Anhänglichkeit, ein Gefühl ohne Achtung, die Plattheit eines Cicisbeo (Hausfreund), eine kalte Gewohnheit, eine romantische Einbildung, eine Neigung gefolgt von baldiger Abneigung, man gibt diesen Namen tausend Chimären.

Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764

Und wie liebt' er meine Mutter! Des Himmels Lüfte schienen ihm zu rauh, um ihr Gesicht zu streifen.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Was man Zuneigung nennt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als Sympathie der Gewohnheit.

Smith, Theorie der ethischen Gefühle (The Theory of Moral Sentiments), 1759

Die Liebe stirbt, trotz der Proklamation und trotz des Priesters; und ich habe oft gedacht, daß es für dieselbe eine Kranken-Visitation geben sollte, und einen Trauer-Gottesdienst, und eine letzte Ölung, und ein »abi in pace«.

Thackeray, Die Geschichte des Henry Esmond (The History of Henry Esmond), 1852

Liebe ist nicht Liebe, wenn sie sich mit Nebenrücksicht vermengen kann.

Shakespeare, König Lear (King Lear), Erstdruck 1608

Erinnerung Welten schweigen aus mir raus Welten Welten Schwarz und fahl und licht! Licht im Licht! Glühen Flackern Lodern Weben Schweben Leben Nahen Schreiten Schreiten All die weh verklungenen Wünsche All die harb zerrungenen Tränen All die barsch verlachten Ängste All die kalt erstickten Gluten Durch den Siedstrom meines Blutes Durch das Brennen meiner Sehnen Durch die Lohe der Gedanken Stürmen stürmen Bogen bahnen Regen wegen Dir Den Weg Den Weg Den Weg Zu mir! Dir Den Weg Den ichumbrausten Dir Den Weg Den duumträumten Dir Den Weg Den flammzerrissenen Dir Den Weg Den unbegangenen Nie Gefundenen Weg Zu Mir!

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Ich denke dein Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen Der Frühling malt Und wenn des Sommers mildgereifter Segen In Ähren strahlt. Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend Gen Himmel hebt Und vor der Wogen Wut das Ufer stöhnend Zurücke bebt. Ich denke dein, wenn sich der Abend rötend Im Hain verliert Und Philomelens Klage leise flötend Die Seele rührt. Beim trüben Lampenschein in bittren Leiden Gedacht ich dein; Die bange Seele flehte nah am Scheiden: Gedenke mein! Ich denke dein, bis wehende Zypressen Mein Grab umziehn; Und auch in Tempes Hain soll unvergessen Dein Name blühn.

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Die Erfahrung lehrt, daß durch Liebe weit mehr ausgerichtet werden könne als durch knechtischen Zwang.

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Der Liebe Obdach Die Liebe baut, ein thöricht Kind, Ihr Haus aus Blum- und Blattgewinden; Hier hofft sie gegen Frost und Wind Ein freundlich Obdach einst zu finden. Doch eine Herbstnacht war genug, Ihr Hoffen ganz in Leid zu kehren, Das leichte Haus im wilden Flug Mit Dach und Pfosten zu zerstören. Nun irrt sie, mit verzagtem Blick, Zum Tod erschöpft, im wüsten Wetter, Und sammelt aus verlornem Glück Sich weinend noch die welken Blätter.

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Das Weltall hat nichts Höheres zu verschenken als Liebe, eigentlich ist der nur lebend, der da liebend lebt.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Betrittst du den Pfad der Liebe, den trüb unendlichen, findest du Trost nur im Tode, dem unabwendlichen.

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Neue Liebe Zum zweitenmal Steigt dieses Jahr der Frühling nieder Ins Erdental. Die Rosen blühn, die Vögel singen Lieder, Und ich, ach – liebe wieder, Mit gleicher Lust und gleicher Qual Wie dazumal. – Wie dazumal, Als mir noch frohe Jugend blühte, Der Sonnenstrahl Ins Herz mir junge Lieder sprühte. Ich glühe, wie ich damals glühte, Es ist die gleiche süße Qual Wie dazumal.

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Der Liebende Würde von dem Gegenstand seiner Leidenschaft. Würde allein ist ihm Bürge, daß nichtdas Bedürfnis zu ihm nötigte,sondern daßdie Freiheit ihn wählte– daß man ihn nicht als Sache begehrt, sondernals Person hochschätzt.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über Anmut und Würde, 1793

In der Liebe giebt's nicht Maß, noch Grenzen, Kein Mehr und Weniger; Lieb' ist untheilbar, Und fehlt ein Gran an ihrem Vollgewicht, Ein Sonnenstäubchen, so ist's Liebe nicht!

Halm, Griseldis. Dramatisches Gedicht in fünf Akten, uraufgeführt 1835, veröffentlicht 1837

Mittheilen, beweisen läßt sich die Liebe nicht. Jeder liebt allein, wie man allein betet.

Varnhagen, R., Briefe

Die Lieb' ist bettelarm, die meßbar ist.

Shakespeare, Antonius und Cleopatra, Erstdruck 1623

Der Neugierige Ich frage keine Blume, Ich frage keinen Stern; Sie können mir nicht sagen, Was ich erführ' so gern. Ich bin ja auch kein Gärtner, Die Sterne stehn zu hoch; Mein Bächlein will ich fragen, Ob mich mein Herz belog. O Bächlein meiner Liebe, Wie bist du heut so stumm! Will ja nur Eines wissen, Ein Wörtlein um und um. »Ja« heißt das eine Wörtchen, Das andre heißet »Nein«: Die beiden Wörtchen schließen Die ganze Welt mir ein. O Bächlein meiner Liebe, Was bist du wunderlich! Will's ja nicht weiter sagen Sag, Bächlein, liebt sie mich?

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Essen ohne dich Ich habe mich hungrig gefühlt, Doch fast nichts gegessen. War alles lecker, das Bier so schön gekühlt – Aber: Du hast nicht neben mir Gegessen. Verzeihe: Ich stellte mir vor, Daß das ewig so bliebe, Wenn du vor mir – Ach was geht über Liebe?!! Muß ich nun doch Ein paar Tage noch Fressen, ohne Lust; o das haß ich. – Aber wenn du von der Reise Heimkehrst, weiß ich, daß ich Wieder richtig speise.

Ringelnatz, J., Gedichte. 103 Gedichte, 1933