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Ach, nur nicht Mitleid für Liebe!

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Weißt du, was das heißt, zu lieben und verschmäht zu werden? Das ist nicht wie sonst ein Leid. Nimmt man mir heute etwas, so lern' ich morgen, daß ich's entbehren kann. Schlägt man mir eine Wunde, so hab' ich Gelegenheit, mich im Heilen zu versuchen. Aber, behandelt man meine Liebe wie eine Thorheit, so macht man das Heiligste in meiner Brust zur Lüge.

Hebbel, Judith, 1841

Was sind mir Berge, Thäler, Ströme, Lieder, Was ist der Himmel, Mädchen, ohne dich? Allein zu sein – o Traumbild eitler Stunden! Denn nur zu Zweien wird das Glück gefunden.

Prutz, R. E., Gedichte. Aus: Wiederkehr

Rinne sanft, du weiche Welle, Schöner Flachs, durch meine Hände, Daß ich dich mit stiller Schnelle Fein zum goldnen Faden wende! Du Begleiter meiner Tage Wirst nun bald zum Tuch erhoben, Dem ich alle Lust und Klage Singend, betend eingewoben. Wie so schwer bist du von Tränen, Schwer von Märchen und von Träumen, Wie so schwer vom schwülen Sehnen Nach des Lebens Myrtenbäumen! Ahnt wohl er, du traute Linne, Welch geheimnisvolle Dinge, Welchen Schatz der tiefsten Minne Ich mit dir ins Haus ihm bringe? Kühler Balsam seinen Wunden Sollst du werden, mein Gewebe – Wohl ihm, daß er mich gefunden Unter dieses Gartens Rebe! Wie durchdringt mich das Bewußtsein, Daß ich ganz sein Glück soll werden Und das Kleinod seiner Brust sein Und sein Himmel auf der Erden!

Keller, G., Gedichte. Aus: Die Spinnerin, 1.

Es ist wichtiger, daß der Liebhaber gut schreibt, als daß er gut spricht. Die Männer irren sich, wenn sie glauben, die Frau, die sie erobern wollen, besonders geistreich unterhalten zu müssen. Aber einen netten Brief sollten sie schreiben können. Daher die vielen Briefsteller für Liebende.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Statt im Leben freundlich und friedfertig einander zu tragen und zu erfreuen, grämen sich die meisten Menschen, wenn es zu spät ist, wenn der Tod die traulichen Lebensgefährten von der Seite gerissen hat; darum soll man sich lieben, solange man noch lebt, denn jede Stunde, die man in Unliebe verbringt, hat man sich und dem andern unwiederbringlich vom Leben geraubt.

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Erster Band. 3. Des Schloßbauers Vefele

Wenn zwei einander liebhaben, sollen sie auch beten, daß sie miteinander sterben.

Freytag, Die Ahnen, 6 Bde., 1872-80. Das Nest der Zaunkönige. Die Mutter auf der Burg

Ein Mann kann mehrere Frauen, nie aber mehrere Geliebte haben. Selbst der Sultan von Beludschistan hat zwar dreihundert Frauen, aber nur eine Geliebte. Die Favoritin.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Es ist wohl eine der herbsten Entbehrungen, die sich der Mensch auferlegen kann, wenn er sich dem Arme der Liebe entwindet.

Rothenfels, Eleonore, 5 Bde., 1871

Grausam gewesen zu sein gegen ein Herz, das uns liebt, ist eine Erinnerung, die auf unserem Gewissen brennt, und die keine neue Liebe, und wäre sie wirklich reiner, als die, welche wir damals fühlten, wieder auslöscht.

Spielhagen, Problematische Naturen, 1861

Was der Tod getrennt, und was sich liebte, – das wird einst wieder vereinen der Herr, dem Freude ist, Freude zu machen.

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Als unsere Liebe stark war, schliefen wir auf der Breite eines Schwertes; nun da sie schwach ist, genügt uns ein Bett nicht, das sechzig Ellen mißt.

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Wer je dir seine Brust erschließt, O, thu ihm, was du kannst, zulieb, Und mach' ihm jede Stunde froh, Und mach' ihm keine Stunde trüb!

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Die Liebe ist die einzige Leidenschaft, die weder Vergangenheit noch Zukunft duldet.

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Auch an der Liebe hat sich mancher den Magen verdorben, weil er sie zu heiß genießen wollte.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ein In-sich-aufnehmen ist die Liebe, und also ein Untergang.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Entrüstet Zu gräßlich hatt' er mich geneckt. Wie weh war mir zu Sinn. Und tief gekränkt und aufgeschreckt Zum Kirchhof lief ich hin. Ich saß auf einem Leichenstein, Die Augen weint ich rot. Ach lieber Gott, erbarm dich mein Und mach mich endlich tot. Sieht er mich dann in meinem Sarg, So wird er lebenssatt Und stirbt vor Gram, weil er so arg Mein Herz behandelt hat. Kaum war's gesagt, so legten sich Zwei Arme um mich her, Und auf der Stelle fühlte ich, Wer das getan, war er. Wir kehrten Arm in Arm zurück. Ich sah ihn an bei Licht. Nein, solchen treuen Liebesblick Hat doch kein Bösewicht.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909

Liebe und Tod liegen überall auf der Lauer.

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Die Strafe der Koketten ist, nur noch an Liebe denken zu können; sowie sie Liebe empfinden würden, hörten sie auf, kokett zu sein.

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Liebe macht ohnehin, wie listig, so kühn gegen jeden, und nur gegen das Geliebte scheuer und einfacher.

Jean Paul, Der Komet oder Nikolaus Marggraf. Eine komische Geschichte, 1820-22 (blieb wegen schwerer Schicksalsschläge nur Fragment). Viertes Vorkapitel

Die Liebe und die Electricität gleichen sich darin, daß man von jeder die Folgen, aber nicht die Ursachen kennt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944