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26202 Sprüche gefunden

Es ist nötig, daß wir den Schwerpunkt des Lebens in unser Inneres verlegen.

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Lebendig ist, wer stark und edel strebt. Die andern leben nicht, sie werden gelebt.

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»Zuweilen dünkt es mich, als trübe Geheime Sehnsucht deinen Blick – Ich kenn es wohl, dein Mißgeschick: Verfehltes Leben, verfehlte Liebel Du nickst so traurig! Wiedergeben Kann ich dir nicht die Jugendzeit – Unheilbar ist dein Herzeleid: Verfehlte Liebe, verfehltes Leben!«

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte. Romanzen. Unterwelt, 5.

Der Wegweiser Was vermeid' ich denn die Wege, wo die andern Wandrer gehn, suche mir versteckte Stege durch verschneite Felsenhöhn? Habe ja doch nichts begangen, daß ich Menschen sollte scheun – welch ein törichtes Verlangen treibt mich in die Wüstenein? Weiser stehen auf den Straßen, weisen auf die Städte zu, und ich wandre sonder Maßen, ohne Ruh' und suche Ruh'. Einen Weiser seh' ich stehen unverrückt vor meinem Blick; eine Straße muß ich gehen, die noch keiner ging zurück.

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Die zwei Gesellen Es zogen zwei rüstge Gesellen zum erstenmal von Haus, so jubelnd recht in die hellen, klingenden, singenden Wellen des vollen Frühlings hinaus. Die strebten nach hohen Dingen, die wollten, trotz Lust und Schmerz, was Rechts in der Welt vollbringen, und wem sie vorüber gingen, dem lachten Sinnen und Herz. Der erste, der fand ein Liebchen, die Schwieger kauft' Hof und Haus; der wiegte gar bald ein Bübchen, und sah aus heimlichem Stübchen ; behaglich ins Feld hinaus. Dem zweiten sangen und logen die tausend Stimmen im Grund, verlockend' Sirenen, und zogen ihn in der buhlenden Wogen farbig klingenden Schlund. Und wie er auftaucht' vom Schlunde, da war er müde und alt, sein Schifflein das lag im Grunde, so still wars rings in die Runde, und über die Wasser wehts kalt. Es singen und klingen die Wellen des Frühlings wohl über mir; und seh ich so kecke Gesellen, die Tränen im Auge mir schwellen ach Gott, führ uns liebreich zu Dir!

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Das Leben ist ein Born der Lust; aber wo das Gesindel mittrinkt, da sind alle Brunnen vergiftet.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Zweiter Teil, 1883. Vom Gesindel

Das Leben der Pflanzen geht auf im bloßen Dasein: demnach ist sein Genuß ein rein und absolut subjektives, dumpfes Behagen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 3. Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken

Bei den wenigsten Gefängnissen sieht man die Gitter.

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Bäume haben den Menschen eins voraus: Sie sind auch in Massen noch schön.

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Die Zukunft verschont niemanden.

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Ist uns das Leben nicht gegeben, damit wir reicher werden im Geist, auch wenn die äußere Erscheinung leiden muß?

van Gogh, Briefe

Das Menschenleben hat seine Gesetze, man muß sich ihnen mit freundlichem Gesicht fügen: Es ist uns bestimmt, zu altern und manchmal schwach oder krank zu werden, und zwar aller Ärztekunst zum Trotz.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)

Das Leben ist ein Land, das die Greise gesehen und bewohnt haben. Wer es durchwandern will, kann nur sie um den Weg fragen.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Lebensalter, Leben und Tod

Zum rechten lebendigen Leben gehört ein Herz, das von tiefer Liebe glüht.

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Früh schwand mein Seelenfriede, Ach, ich genoß so heiß! Und ward des Lebens müde, Ein jugendlicher Greis.

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Alles Leben steht auf Messers Schneide. Gleite aus und du ertrinkst in Leide.

Morgenstern, C., Gedichte. Melencolia, 8.

»Das Leben geht weiter«. Als es erlaubt ist.

Kraus, Nachts. Aphorismen, 1924. VI. Nachts

Was sich alles entpuppen kann: ein Schurke und ein Schmetterling!

Kraus, Nachts. Aphorismen, 1924. VI. Nachts

Jeder Schritt im Leben ist ein Schritt dem Tode entgegen.

Delavigne, Louis XI. (Trauerspiel in fünf Aufzügen), 1832. I, 9

Denn wir müssen per gradus emporsteigen, auf einer Treppe zu andern Stufen; keiner wird auf einen Hieb der Erste.

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Dulde, trage. Bessere Tage werden kommen. Alles muß frommen denen, die fest sind. Herz, altes Kind, dulde, trage.

Morgenstern, C., Gedichte. Melencolia