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26202 Sprüche gefunden
Die eine Schwester ergriff den Schleier und die andere den Hosen-Schlitz.
Rosen auf den Weg gestreut, Und des Harms vergeßen! Eine kleine Spanne Zeit Ward uns zugemeßen.
Es kribbelt und wibbelt weiter Die Flut steigt bis an den Ararat, Und es hilft keine Rettungsleiter, Da bringt die Taube Zweig und Blatt – Und es kribbelt und wibbelt weiter. Es sicheln und mähen von Ost nach West Die apokalyptischen Reiter, Aber ob Hunger, ob Krieg, ob Pest, Es kribbelt und wibbelt weiter. Ein Gott wird gekreuzigt auf Golgatha, Es brennen Millionen Scheiter, Märtyrer hier und Hexen da, Doch es kribbelt und wibbelt weiter. So banne dein Ich in dich zurück Und ergib dich und sei heiter, Was liegt an dir und deinem Glück? Es kribbelt und wibbelt weiter.
Wenn das Leben fragte tausend Jahre lang: "Warum lebst du?", wenn es überhaupt antwortete, würde es nur sagen: "Ich lebe, um zu leben!" Das rührt daher, weil das Leben aus seinem eigenen Grunde lebt, aus seinem Eigenen quillt; darum lebt es ohne Warum: es lebt nur sich selber! Und fragte man einen wahrhaften Menschen, einen, der aus seinem eigenen Grunde wirkt: "Warum wirkst du deine Werke?", wenn er recht antwortete, würde er auch nur sagen: "Ich wirke, um zu wirken!"
Das Ständchen Was wecken aus dem Schlummer mich Für süße Klänge doch? O Mutter, sieh! Wer mag es sein In später Stunde noch? "Ich höre michts, ich sehe nichts, O schlummre fort so lind! Man bringt dir keine Ständchen jetzt, Du armes, krankes Kind!" Es ist nicht irdische Musik, Was mich so freudig macht; Mich rufen Engel mit Gesang, O Mutter, gute Nacht!
Welche Verspätung, mit dem Leben anzufangen, wenn man aufhören muss!
Dann erst genieß ich meines Lebens recht, wenn ich mir's jeden Tag aufs neu' erbeute.
Man lebe, wie man soll, so hat es keine Not!
Das Leben ist ein Gewebe. Nimm etwas hinweg, und es ist kein Halt mehr. Es ribbelt sich auf bis zu Ende.
Niemand ist zu gut für diese Welt. Menschen, von denen dies gesagt wird, sind vielmehr in irgend einem Betrachtenicht gut genug.
Unser Leben ist wie der Lauf der Sonne. Im dunkelsten Augenblick wartet schon das Tageslicht.
Recht zu leben – das sollte unser großes und leuchtendes Meisterwerk sein! Alle anderen Dinge wie Herrschen, Horten und Häuserbauen sind höchstenfalls Anhängsel und Beiwerk.
Was hier der Mensch, die Völker leiden, Verschuldet ist es oft, und Prüfung wird's, Doch steht ein Ziel. Die letzte schönste Kraft, Die lange schlummert, unerkannt und still, Im innersten des Lebens - sie erwacht, Sie wird sich inne, wenn das Feindliche Sich nah' und näher drängt; dann wird die Glut, Die uns Verbrechen schien, ein mildes Licht, Ein Morgenrot, es blüht im neuen Leben, Besonnen, hell und reif in schönster Kraft Aus der Bedrängnis göttergleich empor. Die Prüfung weicht, und in versöhnter Lieb, Tritt aus dem Kampf das Feindliche zurück.
Du weißt, es ist gemein: was lebt, muß sterben Und Ew'ges nach der Zeitlichkeit erwerben.
Das Leben ist wie die Gelegenheit: einmal verloren, können wir sie niemals wieder finden.