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26202 Sprüche gefunden

»Wann endlich«, dacht' ich, »sinnlos-blödes Spiel, Wirst du dich enden? Auf und ab und auf Wiegt seit Äonen sich die Lebensschaukel; Auf einer Seite staunend sitzt das Leben, Und auf der andern grinsend wippt der Tod – Und auf und ab, stumpfsinnig, wird die Wippe Durch Ewigkeiten gehn. Wo lebt der Gott, Den dieses grause Einerlei vergnügt? Der ärmste Menschengeist, er hätte längst Voll Überdruß und Ekel dieses Spielzeug Zertrümmert –!«

Ernst, O., Gedichte. Aus: Chidhr

Das Leben beseitigt manchen Fehler der Erziehung – und manchen Vorzug der Erziehung.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Menschen dürfen ja nicht gedankenlos in den Tag hinein leben.

Storm, T., Briefe. An Constanze Esmarch, 1846

Halte dir stets vor Augen, daß die Natur nicht Gott, daß ein Mensch keine Maschine und daß eine Vermutung keine Tatsache ist.

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Es zuckt ein Blitz, wir treten in das Leben, noch währt sein Leuchten und wir sind vergangen; kurz ist des Lebens Wert!

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Wenn's Leben nicht mit Narrheit verzuckert wär, so ertrüg es kein Bär.

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Das Leben ist eine Kette von Vergessenheiten.

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Lieben, Hassen, Hoffen, Zagen, Alle Lust und alle Qual, Alles kann ein Herz ertragen, Einmal um das andere Mal. Aber weder Lust noch Schmerzen, Abgestorben auch der Pein, Das ist tödlich deinem Herzen, Und so darfst du mir nicht sein! Mußt dich aus dem Dunkel heben, Wär es auch um neue Qual, Leben mußt du, liebes Leben, Leben noch dies eine Mal!

Hofmannsthal, Ariadne auf Naxos, Libretto zur Oper von Richard Strauss, 1916. Lied des Harlekin

Denn was der Mensch erstrebt hat, das ist in der Tat weder Schmerz noch Vergnügen, sondern einfach Leben.

Wilde, Der Sozialismus und die Seele des Menschen. Aus dem Zuchthaus zu Reading. Aesthetisches Manifest (The Soul of Man under Socialism), Erstdruck 1891

Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 60. Brief. Übersetzt von Otto Apelt, 1924

Jeder von uns rechnet auf ein ungewöhnlich langes Leben, aber keiner gesteht es ein.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Freunde sind solche, die denselben Vater, Liebende solche, die dieselbe Mutter haben.

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Die Erde ist ein Gefängnis; wir betreten es alle durch dieselbe Tür, leben aber in unterschiedlichen Zellen.

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O versucht es nur, Blumen zwischen die öden Blätter des Lebens zu legen; fürchtet euch nicht, kindisch zu heißen bei zu klugen Köpfen; ihr werdet keine Reue empfinden, wenn ihr zurückblättert und auf die vergilbten Andenken trefft! —

Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse, 1857

So unbedeutend ist keines Menschen Leben, daß es, ins rechte Licht gestellt, nicht für die übrigen von Interesse sein könnte.

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Lebenslauf Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt All uns nieder, das Leid beuget gewaltiger, Doch es kehret umsonst nicht Unser Bogen, woher er kommt. Aufwärts oder hinab! herrschet in heilger Nacht, Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt, Herrscht im schiefesten Orkus Nicht ein Grades, ein Recht noch auch? Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich, Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden, Daß ich wüßte, mit Vorsicht Mich des ebenen Pfads geführt. Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern, Und verstehe die Freiheit, Aufzubrechen, wohin er will.

Hölderlin, F., Gedichte

Wie einer ist, so schaut er, wie einer denkt, so traut er, wie einer ringt, erwirbt er, wie einer lebt, so stirbt er.

Tonger (Hg.), Wollen und Wirken (der 'Lebensfreude' 2. Bd.). Sprüche und Gedichte, gesammelt und hg. von P. J. Tonger, o.J. (um 1910)

Den Romanen, die unsere Nebenmenschen leben, glauben wir nie die Schuldlosigkeit. Das kommt vielleicht aus der Erkenntnis, daß wir alle von Adam und Eva abstammen, und uns vor der Sündenfälligkeit selbst nicht sicher fühlen.

Boy-Ed, Nicht im Geleise. Roman, 2 Bände in einem Band, 1890

Dankbares Leben Wie schön, wie schön ist dieses kurze Leben, Wenn es eröffnet alle seine Quellen! Die Tage gleichen klaren Silberwellen, Die sich mit Macht zu überholen streben. Was gestern freudig mocht das Herz erheben, Wir müssen's lächelnd heute rückwärts stellen; Wenn die Erfahrungen des Geistes schwellen, Erlebnisse gleich Blumen sie durchweben. So mag man breiter stets den Strom erschauen, Auch tiefer mählich sehn den Grund wir winken Und lernen täglich mehr der Flut vertrauen. Nun zierliche Geschirre, sie zu trinken, Leiht, Götter! uns, und Marmor, um zu bauen Den festen Damm zur Rechten und zur Linken!

Keller, G., Gedichte. Sonette

Des Menschen Leben ist eine Reise, eine Reise, die vollendet werden muß, wie schlecht die Straßen und Einrichtungen auch sind.

Goldsmith, Der Weltbürger oder Briefe eines chinesischen Philosophen aus London an seine Freunde im Orient (The Citizen of the World or Letters from a Chinese Philosopher, residing in London, to his Friends in the East), 1762

Nicht Augenlust: Augenandacht!

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