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26202 Sprüche gefunden
In mir leben alle Toten der Erde weiter, ohne aus den Gräbern zu steigen.
Hülfloser Kampf des Bessern, der die Sittlichkeit und Bildung sucht, mit dieser Welt, die statt deren nur Recht und Gebot kennt, statt Lebens nur todte Formeln bietet, statt freien Handelns nur Regel und Gewohnheit liebt.
Über keinen Vorfall sollte man in großen Jubel, oder große Wehklage ausbrechen; teils wegen der Veränderlichkeit aller Dinge, die ihn jeden Augenblick umgestalten kann; teils wegen der Trüglichkeit unsers Urteils über das uns Gedeihliche, oder Nachteilige.
Hin- und Rückweg Wer den Pfad der Jugend schreitet, Sieht, wie diese große Welt Sich vor ihm gewaltig weitet, Wert der Wünsche, prachtgeschwellt! Aber auf des Alters schwerer Wandrung, wird die Welt ringsum Immer kleiner, immer leerer, Hoffensbar und trüb und stumm.
Stiller Augenblick Fliehendes Jahr, in duftigen Schleiern Streifend an abendrötlichen Weihern, Wallest du deine Bahn; Siehst mich am kühlen Waldsee stehen, Wo an herbstlichen Uferhöhen Zieht entlang ein stummer Schwan. Still und einsam schwingt er die Flügel, Tauchet in den Wasserspiegel, Hebt den Hals empor und lauscht; Taucht zum andern Male nieder, Richtet sich auf und lauschet wieder, Wie's im flüsternden Schilfe rauscht. Und in seinem Tun und Lassen Will's mich wie ein Traum erfassen, Als ob's meine Seele wär, Die verwundert über das Leben, Über das Hin- und Widerschweben, Lugt' und lauschte hin und her. Atme nur in vollen Zügen Dieses friedliche Genügen Einsam auf der stillen Flur! Und hast du dich klar empfunden, Mögen enden deine Stunden, Wie zerfließt die Schwanenspur!
Von Anfang der Welt an gehn die Dinge ihren Gang und verbleiben immer in der gleichen Schlechtigkeit, nur daß sie immer ein wenig besser erscheinen.
Das Leben ist eine Fußreise mit einem Dorn oder Nagel im Stiefel. Felsen, Berge, Schluchten, Flüsse, Löcher, Sonnenglut, Frost, Unwetter, Räuber, Feinde, Wunden, damit müssen wir kämpfen, das will bestanden sein, dazu haben wir die Willenskraft. Aber der Nagel im Stiefel: das ist die Zugabe, kommt außerdem und überdies dazu, und für den Nagel bleibt dem Manne, der mit den großen Übeln redlich ringt, keine Geduld übrig.
Alle Menschen, gleich geboren, Sind ein adliges Geschlecht.
Strebe, daß du nach deinem Hinscheiden fühlest, du habest gelebt! –
Frage Die ihr über dem Haupt mir schwebt, Dunkle Mächte des Lebens, Holder Gaben die Fülle gebt, Ach, nur daß ihr den Schleier hebt, Der den sterblichen Blick umwebt, Hofft die Seele vergebens? Allmacht, ewige Meisterin, Ist denn Frevel die Frage, Ob ich einst das Woher? Wohin? Zu enträtseln berufen bin, Ob dem ahnungumwobnen Sinn Himmlische Klarheit tage? Oder ruf' ich umsonst dich an? Mußt du herrschen und schweigen? Darfst du, wie dem gefangnen Mann, Was ich nimmer erreichen kann, Durch des ehernen Gitters Bann Nur von ferne mir zeigen?
Denn nur zum Sterben ward dies Leben uns gegeben, Und was der Tod uns schenkt, das ist das wahre Leben.
Leben und Tod sind die beiden Seiten derselben Münze.
Zage nie beim Gefühl: Mein Leben ist Wahrheit und Liebe!
Nimm mich, wie ich mich gebe, und denke, daß es besser ist zu sterben, weil man lebte, als zu leben, weil man nie gelebt!
Das Leben ist ein Spiel, in welchem der Einsatz höher ist als der Gewinn.
Alle sind oben, so lang sie die Erde unter den Füßen und den Himmel voll Licht oder Sterne über dem Haupte haben.
Einen Maientag hat das Leben, Einen Schöpfer-Augenblick, Läßt du ihn vorüberschweben, Kehrt er nimmer dir zurück.
Tag meines Lebens! die Sonne sinkt. Schon steht die glatte Flut vergüldet. Warm atmet der Fels: schlief wohl zu Mittag das Glück auf ihm seinen Mittagsschlaf? – In grünen Lichtern spielt Glück noch der braune Abgrund herauf. Tag meines Lebens! gen Abend gehts! Schon glüht dein Auge halbgebrochen, schon quillt deines Taus Tränengeträufel, schon läuft still über weiße Meere deiner Liebe Purpur, deine letzte zögernde Seligkeit.
Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt wie aus dem Kerker, der ihn haßt und hält, – es ist ein großes Wunder in der Welt: ich fühle: alles Leben wird gelebt. Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, die wie eine ungespielte Melodie im Abend wie in einer Harfe stehn? Sind das die Winde, die von Wassern wehn, sind das die Zweige, die sich Zeichen geben, sind das die Blumen, die die Düfte weben, sind das die langen alternden Alleen? Sind das die warmen Tiere, welche gehn, sind das die Vögel, die sich fremd erheben? Wer lebt es denn? Lebst du es, Gott, – das Leben?