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26202 Sprüche gefunden

In der Kirche und im Staate Herrscht man, oder wird regieret; Bei dem Freien, bei der Heirath, Narrt man, oder wird verführet; Bei dem Spiel und beim Geschäfte Trügt man, oder wird betrogen; In dem Kriege, in dem Bündniss, Lügt man, oder wird belogen; In Gesellschaft, bei Verwandten Trägt man, oder wird ertragen; In dem Kampfe um das Dasein Schlägt man, oder wird erschlagen.

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Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen, der in das Leben aus der Zelle sieht und der, den Menschen ferner als den Dingen, nicht wagt zu wägen, was geschieht. Doch willst du mich vor deinem Angesicht, aus dem sich dunkel deine Augen heben, dann halte es für meine Hoffahrt nicht, wenn ich dir sage: Keiner lebt sein Leben. Zufälle sind die Menschen, Stimmen, Stücke, Alltage, Ängste, viele kleine Glücke, verkleidet schon als Kinder, eingemummt, als Masken mündig, als Gesicht – verstummt.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch von der Pilgerschaft, 1901

Es wechseln Völker und Geschicke, Die Menschheit geht die gleiche Bahn.

Kinkel, G., Gedichte, 1852. Des Dichters Leben und Betrachtung in deutschen Weisen. Aus: Menschlichkeit

Trotziges Leben Höhnisch Heulen Von herben Winden! Rauhe Schauer Rieseln durch Mark und Bein. Wirbelnde Blätter Von den Linden Schleifen in öden, Schlüpfrigen Schlamm hinein. Wolken weinen da droben; Pessimistische Zähren Spritzt mir der Sturm ins Gesicht – Leben voll Jammer und Schwären! Trotzig dich wehren! Kämpfend verklären! Lockenschüttelnd das Haupt erhoben, Seele voll Licht! Freude gebären! Modre, vermodre Du nur, du nur im Sumpfe nicht!

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Der ist nirgends, der allenthalben ist.

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Wir harren nicht mehr ahnungsvoll Wie sonst auf blaue Märchenwunder; Wie sich das Buch entwickeln soll, Wir wissen's ganz genau jetzunder. Wir blätterten schon hin und her, – Denn ruchlos wurden unsre Hände – Und auf der letzten Seite sahn Wir schon das schlimme Wörtlein Ende.

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Beglückt ist der, der seine Rolle also spielt, Daß, wenn der Vorhang fällt, er keine Reue fühlt.

Die Weisheit an die Menschen. Eine Sammlung auserlesener Sentenzen und Wahrheiten, Leipzig 1801 (anonym)

Zuzeiten ist die Lebensführung von sehr kleinen Dingen abhängig.

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Durch das successive Zusammenstürzen der Welten müssen sich immer größere Weltkörper bilden, und wenn auf diesen das Leben zur Entwicklung kommt, muß auch der Kampf um das Dasein immer größere Dimensionen annehmen, und dadurch müssen immer vollkommenere Formen erzeugt werden.

Ueberweg, Grundriß der Geschichte der Philosophie, 1862

Fichtenrauschen – Mondscheinleuchten heben an ein seltsam Singen, und im lichten Glaste flimmert's wie von weißen Geisterschwingen ... Wirfst du endlich ab die Hülle, kehrst du wieder heim, Verlorner? wachst du auf aus deinen Träumen, nie Gestorbner – nie Geborner?! Sahst du dich im goldnen Kahne durch des Lebens Fluten gleiten, nur gewichen sind die Ufer, und erweitert sind die Weiten... Deine Flügel sind entfaltet über Raum und alle Zeiten, Tod und Leben sind nur Formen, Träume dumpfer Sinnlichkeiten.

Hart, Triumph des Lebens, 1898. Aus: Totentanz

Mühselig ist das Leben Und traurig wie der Tod.

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Dem Klugen kommt das Leben leicht vor, wenn dem Toren schwer, und oft dem Klugen schwer, dem Toren leicht.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Willst du wissen, wie alt du bist, so frage nicht die Jahre, die du gelebt hast, sondern den Augenblick, den du genießt.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Schnell, wie des Stromes wechselnde Woge, Schwindet des Lebens ängstender Traum.

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Stiftungslied Reicht den Becher in die Runde! Freudig preisen wir die Stunde, Wo wir uns aus fernen Landen Brüderlich zusammenfanden Zu dem schönsten Jugendbunde. Alter Neid, der uns verblieben, Alter Haß, er sei vertrieben. Wer da haßt, der lebt vergebens, Denn die Summe unsres Lebens Sind die Stunden, wo wir lieben. Wo wir irren, wo wir fehlen, Wollen wir uns nicht verhehlen, Aber heimlich und im Rücken Der Verleumdung Dolch zu zücken, Bleibe den gemeinen Seelen. Was wir denken, was wir streben, Was wir lieben und erleben, Sei vereint in diesen Stunden Doppelt schön von uns empfunden, Unsre Herzen zu erheben. Dieser Geist, der uns durchdrungen, Lebe frisch und unbezwungen Immer fort in diesen Hallen, Wenn wir längst in Staub zerfallen Und dies Lied schon längst verklungen.

Busch, W., Gedichte. Die Kneipe des Vereins Jung-München, 1859-1871

Wer meint, er habe die Lebensaufgaben erledigt, der ist erledigt.

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Das Leben ist voll Kampf und List – Weh dem, der's nicht vertragen kann!

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Montage sind die Schlaglöcher in der Straße des Lebens.

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In allem Leben ist ein Trieb Nach unten und nach oben; Wer in der rechten Mitte blieb Von beiden, ist zu loben.

Rückert, Gedichte. Aus: Trieb nach oben und unten

Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen. Vielleicht sind die Monate, die wir noch zu leben haben, wichtiger als alle durchlebten Jahre.

Tolstoi, Was sollen wir denn tun?, 2 Bde., 1848-86

Den Menschen ausgenommen, wundert sich kein Wesen über sein eigenes Dasein.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte. Kapitel 17. Über das metaphysische Bedürfnis des Menschen