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26202 Sprüche gefunden

Das Leben ist ein Gemälde – um so schöner, je ungenauer man es betrachtet.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Leben heißt tausend Umwege zum Tode machen.

Morgenstern, C., Tagebücher. September 1897

Oft fühl ich in scheuen Schauern, wie tief ich im Leben bin. Die Worte sind nur die Mauern. Dahinter in immer blauern Bergen schimmert ihr Sinn. Ich weiß von keinem die Marken, aber ich lausch in sein Land. Hör an den Hängen die Harken und das Baden der Barken und die Stille am Strand.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Mir zur Feier (1909)

Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben: Alles übrige – wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten – sind Nebensachen.

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Aber gerade wie nach dem Winter der Frühling kommt, so kam auch immer nach dem Geistestode der Menschen neues Leben, und das Heilige bleibt immer heilig, wenn es auch die Menschen nicht achten.

Hölderlin, F., Briefe. An seine Mutter

Leise rauschend durch Ruinen Zieht der Abendwind, Flüstert alte, düst're Märchen, Die vergessen sind. Von den Bäumen herbstestraurig, Sinkt nun Blatt auf Blatt, Sucht in der Ruine Schweigen Eine Grabesstatt. Fallen wird auch sie, Die trotzig manch' Jahrhundert stand, Ziehen werden, wo sie ragte, Nebel übers Land. »Märchenhaft ist dieses Leben!« Seufzt der Abendwind: In der heißen Brust erglommen Mir zwei Wünschlein sind: Meinem Leben eine Seele, Die sich meiner eint, Meinem Grabe eine Thräne, Die die Liebe weint!

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Süßes Leben! schöne freundliche Gewohnheit des Daseins und Wirkens!

Goethe, Egmont, 1788. 5. Akt, Egmont zu Ferdinand

Das Leben ist ein Kampf, aus dem wir immer mit Narben und Wunden, selten mit dem Lorbeer herauskommen.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Nun laß die Liebe! In der Luft liegt es wie Hyazinthenduft, klingt es wie Raserei – Das Leben ist ein frecher Tanz, nur wer's verachtet, hat es ganz und klagt nicht, wenn's vorbei! Tokaier füll mir den Pokal – Daß ich das Gift nicht seh im Mahl, betäube mich mit Wein! Gott sei's geklagt, nach diesem Tanz wird ja mein armes Herz auch ganz, ja ganz zertreten sein!

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Dein Leben, und wärest du der armseligste aller Erdensöhne, ist kein eitler Traum, sondern eine erhabene Tatsache. Es ist dein, es ist alles, was du hast, um damit vor die Ewigkeit zu treten.

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Das Leben ist ein großes Kapital; aber mit so viel Bedingungen, Abzügen, Klauseln verknüpft, dass am Ende nicht viel mit demselben anzufangen ist.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Die Blumen schwanden, auch die letzten, Die Mensch und Tier und Flur ergötzten Mit Blütenduft und Farbengold; Doch alle keimten, wuchsen, blühten, Und ehe sie im Herbst verglühten, Erfüllten sie, was sie gesollt. Laß meines Lebens Herbst erst kommen, O Herr, wenn ich zu Nutz und Frommen Der Welt gewirkt auf meiner Bahn! Ruf mich zu dir an jenem Tage, Wo ich mit Zuversicht mir sage: Was ich gesollt, hab ich gethan!

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Ein Rätsel ist das Menschensein, Kein Grübler denkt es aus; Jung lebt in Freuden man hinein, Aus Schmerzen alt hinaus!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1875

Ernst liegt das Leben vor der ernsten Seele.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 8. Auftritt, Thekla

Über dem Haupt dir Segeln die Wolken, Tragen den schnellen Tötenden Blitz. Über dem Haupt dir Strahlen die Sterne, Winken dir traut In trauriger Nacht. Nieder zu dir hin Fahren die Blitze, Doch zu den Sternen Streben mußt du!

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Wer leben will und sich wohl befinden, Kümmere sich nicht um des Nachbars Sünden.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Nichts ist zählebiger, als ein Provisorium.

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Und glaub nur nicht, daß alle Menschen leben, die sind zwar lebendig, aber sie leben nicht [...].

Arnim, Die Günderode, 1840

Eingelegte Ruder Meine eingelegten Ruder triefen, Tropfen fallen langsam in die Tiefen. Nichts, das mich verdroß! Nichts, das mich freute! Niederrinnt ein schmerzenloses Heute! Unter mir – ach, aus dem Licht verschwunden – Träumen schon die schönern meiner Stunden. Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern: Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?

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Das Leben ist ein frecher Tanz, nur wer's verachtet, hat es ganz und klagt nicht, wenn's vorbei!

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Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauff Wie sehr der Wirbelstrom so vieler Angst und plagen mich drähet um und um / so bistu doch mein Hort / mein mittel punct / in dem mein Zirkel fort und fort mein Geist halb hafften bleibt vom sturm unausgeschlagen. Mein Zünglein stehet stät / von Wellen fort getragen / auf meinen Stern gericht. Mein Herz und Aug' ist dort / es wartet schon auf mich am Ruhe-vollen Port: dieweil muß ich mich keck in weh und See hinwagen. offt will der Muht / der Mast / zu tausend trümmern springen. Bald thun die Ruder-Knecht / die sinnen / keinen Zug. Bald kan ich keinen Wind in glaubens-Segel bringen. jetz hab ich / meine Uhr zu richten / keinen fug. Dann wollen mich die Wind auf andre zufahrt dringen, bring' an den Hafen mich / mein GOtt / es ist genug!

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