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26202 Sprüche gefunden

So sind die Menschen! Sie suchen früh und spät Das Bittere im Kelche; Wer keine Plage hat, Der macht sich welche.

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Das Leben ist durchaus nicht so konsequent wie unsere Sorgen, es hat viel mehr Einfälle und viel mehr Seiten als wir.

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Der höchste Drang des Lebens wünscht sich stets, wenn er sich nicht erfüllen kann, das Grab.

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O das Leben ist ein langer, langer Seufzer vor dem Ausgehen des Atems.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Viertes Heftlein. 39. Hundposttag

Dem Leben kommt an Wert nichts anderes gleich.

Euripides, Alkestis, 438 v. Chr

Sonst hab' ich mir selbst Impulse gegeben; Jetzt leb' ich nicht mehr, ich lasse mich leben.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Nicht darauf muss unsere Sorge gerichtet sein, lange zu leben sondern nur darauf, genügend lange zu leben.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 93. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Non ut diu vivamus curandum est, sed ut satis

"Hab' Acht, lieb' Mäuslein", sprach Mutter Maus, "Es frißt dich die Katze, gehst du heraus; Und entkömmst du auch ihren Krallen, So drohen auf allen Seiten dir Fallen. Und – thu mir nie nach dem Specke lungern!" – Da fiel Vater Maus begütigend ein: "Geh', Mütterchen, laß das Predigen sein; Im Leben heißt's: wagen oder verhungern."

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.

Seneca, Vom glückseligen Leben (De Vita Beata), um 58 n. Chr. 8. Kapitel. Übersetzt von J. M. Moser (1829)

Wir sollen nicht nur leben, als ob wir morgen sterben, sondern auch, als ob wir noch hundert Jahre leben könnten.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Österreich in Geschichte und Literatur, Band 18), 1974

Dieses Leben, welches jedem von uns zuruft: „Sei ein Mann und folge mir nicht nach, — sondern dir! Sondern dir!“

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Lebensbrot Gib es nicht den Vielen, Sie verstehen's selten: Flug zu feinsten Zielen Lassen sie nicht gelten. Plump ins Auge springen Muß, wozu sie drängen, An den Außendingen Bleibt ihr Wille hängen. Messen alle Gabe Nach der Gier der Meisten, Wähnen, alles trabe Nach gemeinem Leisten. Mögen's nie erfassen, Daß die Himmelskronen Sich erringen lassen Nur durch Höllenzonen. Daß ein köstlich Winken, Süß wie Frauenkosen, Mild wie Sternenblinken, Liegt im Absichtslosen. Daß die tiefen Nornen Höchstes ihm erlosen, Dem aus schwarzen Dornen Blühen weiße Rosen. Daß zum seligen Grale Führen mystische Weisen, Aus der Schmerzensschale Lebensbrot zu speisen.

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Jedesmal, wenn es dir schlecht geht, frage dich ehrlich, ob du nicht versucht bist, außen herum, oben drüber, neben dran vorbeizuschleichen – anstatt zugrundezugehen. Jede Feigheit, die das tut, straft uns, in dem das Leben täglich unerträglicher und schwerer wird. Zugrundegehen aber heißt nicht Vernichtetwerden, Zerbrechen, Untergehen, sondern Untertauchen. Du sollst im Leben bis auf den Grund gehen und siehst dann, wie das Leben auf einmal so einfach ist.

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Eine Kunst, das Leben zu verlängern? Lehrt den, der es kennengelernt hat, lieber die Kunst, es zu ertragen!

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Ein großes Geheimnis ist das Leben, das nur die letzte Stunde begreift.

Sellmair (Hg.), Weisheit unterwegs. Worte der Meister, 1941 (3. Auflage 1948)

Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Altes Testament. Der Psalter (#Ps 90,10)

Den meisten Menschen wird ihr Leben in einer Weise gestaltet, wie sie selbst es sich nicht hätten träumen lassen.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Der eigentliche Wendepunkt des menschlichen Lebens ist der, in welchem man Arbeit, selbst Mühsal und Kampf, der Ruhe und dem Genusse vorzieht.

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Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!

Neues Testament. Das Evangelium nach Matthäus (#Mt 7,14)

Leben heißt Sehnsucht verehren.

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Leben heißt Sehnsucht verehren Über den leeren mächtigen Bäumen Hängen die schmächtigen Sterne, Umdrängen den Mond im Kreise. Sehnsüchte leben auch in den prächtigen Himmelsräumen, Und auch Gestirne kommen aus ihrem Geleise. Keine Sonne, kein Stern kann sich der Sehnsucht erwehren, Alle Leben leiden und lachen auf gleiche Weise. Leben heißt Sehnsucht verehren; Niemals der Tod, die Geliebte allein kann dir Ruhe bescheren.

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