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26202 Sprüche gefunden

Glücklich sein heißt, einen guten Genius haben oder gut sein.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,17. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Kannst du Glück nicht fassen und erringen, so lern' entbehren es.

Grillparzer, Des Meeres und der Liebe Wellen, 1840

Südliche Mondnacht Werden zu doppelter Lust nun doppelte Tage geboren? Ehe der eine versank, steigt schon der neue herauf! Herrlich in Salben und Glanz, gedächtnislos wie ein Halbgott, Deckt er mir Gärten und See zu mit erstarrendem Prunk. Und der vertrauliche Baum wird fremd, fremd funkelt der Springbrunn, Fremde und dunkle Gewalt drängt sich von außen in mich. Sind dies die Büsche, darin die bunten Gedanken genistet? Kaum mehr erkenn ich die Bank! Die ists? Die lauernde hier? Aber sie ists, denn im Netz der fleißigen, winzigen Spinne Hängt noch der schimmernde Punkt! Komm ich mir selber zurück? Als dein Brief heut kam – ich riß mit zu hastigen Fingern Ungeduldig ihn auf –, flogen die Teilchen hinweg Von dem zerrissenen Rand: sie sprühten wie Tropfen dem Trinker, Wenn er zum Springbrunn sich drängt, um den verdürsteten Mund! Ja, jetzt drängt sichs heran und kommt übers Wassers geschwommen, Hebt sich mit lieblichem Arm rings aus dem Dunkel zu mir: Wie ein Entzauberter atme ich nun, und erst recht nun verzaubert, Und in der starrenden Nacht halt ich den Schlüssel des Glücks!

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Das Glück suchen wir, das Unglück sucht uns.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Kein Sterblicher ist glücklich, auf wen auch immer die Sonne herniederblickt, der ist unglücklich.

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Man hat sein Glück nicht gemacht, vermag man nicht, es zu genießen.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Die beste Gabe des Geschicks Ist: Schmied zu sein des eig'nen Glücks.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Es kann nicht geleugnet werden, daß äußerliche Zufälle großen Einfluß auf das Glück haben: Gunst der Mächtigen, glücklicher Zufall, der Tod anderer, Gelegenheit sich auszuzeichnen. Allein zu guter Letzt muß jeder sein Glück mit seinen eigenen Händen prägen. Jeder ist seines Glückes Schmied, sagte der Dichter. Und die häufigste der äußerlichen Ursachen ist die, daß die Torheit des einen des andern Glück macht, da niemand so schnell vorwärts kommt als durch Fehler anderer.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert)

Ruhe des Herzens Wie heimlich glüht ein Bild aus langer Dämm'rung: Ein Sommerabend war's Im Heimatdorfe; Noch lag ein Sonnenhauch Auf Dach und Giebeln, Und hell stand schon der Mond In leerer Straße. Der Nachbar sprach ein Wort Von Tau und Regen, Er sprach zu seinem Weib Drin in der Kammer; Er zog das Fenster an, Es klang der Riegel; Ein erstes Sternlein trat Aus lichtem Dunkel. Aus fernen Gärten klang Ein Mädchenlachen; Ein letzter Nachhall dann Und letzte Stille. Und all die Sommerwelt Ging wie ein Atem Geruhig ein und aus Durch meine Lippen. – Nun weiß ich's, da mein Haar Beginnt zu bleichen: Was damals ich geatmet, war Das Glück.

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Glück ist gern für sich allein, Unglück will bei Andern sein.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Glück ist eine Sklavin des Fleißes.

Kotzebue, Graf Benjowsky oder die Verschwörung auf Kamtschatka. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen, 1795

Ich suchte die Unendlichkeit des Glücks. Vielleicht beginnt sie erst mit der Entsagung!

Hamerling, Ahasver(us) in Rom, 1866

Das Glück, wie es sich die meisten denken, ist ein großer, vergoldeter, verzierter Rahmen um ein Bild von wenig Bedeutung, während es in Wirklichkeit dem Gemälde eines Raphael oder Correggio gleicht, in gar keinem oder einfachen Rahmen.

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Wenn du ein bess'res Glück erwartest morgen, dann scheint dir heut' die hellste Sonne düster.

Schefer, Laienbrevier, 2 Bde., 1834/35

Glück ohne Weisheit ist wie ein Rucksack mit Löchern.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Halt' immer einen Wunsch zurück, Sonst bist du glücklos in deinem Glück.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wahrlich, das Glück ist ein Weib, und im Sturm wird es errungen, sei's auf der Liebe Gebiet, sei's mit dem Schwert in der Hand.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Fehlgeschossen Fritz war ein kecker Junge Und sehr geläufig mit der Zunge. Einstmals ist er beim Ährenlesen Draußen im Felde gewesen, Wo die Weizengarben, je zu zehn, Wie Häuslein in der Reihe stehn. Ein Wetter zog herauf. Da heißt es: Lauf! Und flink wie ein Mäuslein Schlüpft er ins nächste Halmenhäuslein. Krach! - Potztausend nochmal! Dicht daneben zündet der Wetterstrahl. Ätsch, rief der Junge, der nicht bange, Und streckt die Zunge aus, die lange: Fehlgeschossen, Herr Blitz! Hier saß der Fritz!

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Länder und Geschlechter verjüngen sich – aber der Frühling des menschlichen Glückes blüht nur einmal…. Der Rest ist Asche!

Eckstein, Ein Winternachtstraum, 1872

Nicht weit von dem Glücklichsein steht das Glücklichmachen.

Rothenfels, Eleonore, 5 Bde., 1871

Wie der Sonntag am schönsten ist nach einer Woche voll großer Arbeitslast, so ist Glück nach Leiden am erquickendsten und am wenigsten gefährlich.

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