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26202 Sprüche gefunden

Ein Glück, das nicht von Zeit zu Zeit vom Vergnügen belebt wird und über das Vergnügen nicht seine Wonnen ausbreitet, ist weniger ein wahres Glück als ein Zustand, eine ruhige Lage: das ist ein trauriges Glück.

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Segelnd im Glücke zerschellt Menschengeschick an verborgener Klippe.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Es ist Erkennen mir das einz'ge Glück.

Chamisso, Gedichte. Aus: Faust. Eine Tragödie in einem Akt. Ein Versuch, 1803

Nur die Würdigkeit, glücklich zu sein, ist das, was der Mensch erringen kann.

Kant, Nachlass

Im Glück kennst du dich nicht, im Unglück kennt man dich nicht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Glück gehört denen, die sich selber genügen.

Aristoteles, Eudemische Ethik. VII, 2.

Zu allen Bedingungen des Glücks fehlt meist eine, die man selbst mitbringen muss: die Gabe, glücklich zu sein.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es mag wohl hart sein, ein Glück erst zu erkennen, nachdem man es verlor, – aber ein Glück erst zu erkennen, nachdem man es freiwillig von sich gestoßen, das ist ein Schmerz der Reue, der am Leben nagt.

Hillern, Aus eigener Kraft, 3 Bde., 1886-87 (EA: 1872)

Was ist wichtig, was gering? Seit Jahrtausenden mühen die Menschen sich ab um eine Antwort auf die Frage, die der Glückliche mit einem Worte löst: Wichtig ist alles, was glücklich macht.

Jensen, Sonne und Schatten, 2 Bde., 1873

Fortuna ist eine geizige Schöne; sie schenkt nichts, sie leiht nur.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Mit dem Glück ist es wie mit der Brille: Man sucht sie und hat sie auf der Nase.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Nicht ein bestimmter Gegenstand, sondern ein gewisser Proceß, eine gewisse Verfassung unseres Gemüthes ist es, was wir Glückseligkeit nennen – nicht ein Ding, sondern ein Verhalten gegen Dinge.

Lindner, Das Problem des Glücks. Psychologische Untersuchungen über die menschliche Glückseligkeit, 1868

Was ist das Glück? – Nach jahrelangem Ringen, Nach schwerem Lauf ein kümmerlich Gelingen, Auf greise Locken ein vergoldend Licht, Ein spätes Ruhen mit gelähmten Schwingen –? Das ist es nicht! Das ist das Glück: Kein Werben, kein Verdienen! Im tiefsten Traum, da ist es dir erschienen, Und morgens, wenn du glühend aufgewacht, Da steht's an deinem Bett mit Gönnermienen Und lacht, und lacht!

Endrulat, Geschichten und Gestalten. Erzählende Dichtungen. Nebst einem lyrischen Anhange, 1863

Sein Glück machen ist so ein schöner Ausdruck und bedeutet so Gutes, daß er allgemein angewendet wird; man findet ihn in allen Sprachen; er gefällt den Fremden und den Barbaren; er herrscht bei Hofe und in der Stadt; er hat die Klöster überrumpelt und die Mauern der Abteien beider Geschlechter übersprungen; es gibt keinen geheiligten Ort, wo er nicht eingedrungen, keine Wüste oder Einöde, in der er unbekannt wäre.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Vielleicht hat das Glück es gut gemeint, Wenn es versagt, was wir erbitten – Und vielleicht wollt' es als unserFeindMit seinen Gaben uns überschütten; Es ward in Palästen schon viel geweint Und viel schon gelacht in ärmlichen Hütten.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1894

Sorgen, Sorgen, graue Sorgen Halten eisern dich umfaßt. Sie zu bannen, denkst und ringst du Tag' und Nächte ohne Rast. Und dieweil du also kämpfest, Geht, was nimmer kehrt zurück, Oft an deiner Thür' vorüber, Armes Menschenkind, das Glück!

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Nicht der Glückliche, sondern sein Glück hat die vielen Freunde.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das ist das Wahrzeichen, wodurch der gemeine und höhere Mensch sich unterscheiden – daß Jener sein Glück nur dann findet, wenn er auf sich selbst vergißt, Dieser, wenn er zu sich selbst wiederkehrt; Jener, wenn er sich verliert, Dieser, wenn er sich besitzt.

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Ich laß es mir nicht ausreden. Glückseligkeit ist in, außer, neben uns, durch uns und ohne uns zu finden.

Varnhagen, R., Briefe

Der ist beglückt, wem ewig unveraltet Erinn'rung stets zur Hoffnung sich gestaltet.

Schulze, Die bezauberte Rose. Romantisches Gedicht in drei Gesängen, 1818 (posthum)

So mancher glaubt, immer noch einem verlorenen Glücke nachzuweinen und es ist längst nur mehr der abgeschiedene Schmerz darum, dem seine Tränen fließen.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927