Alle Sprüche

Durchstöbere unsere komplette Sammlung der schönsten Sprüche, Zitate und Weisheiten.

26202 Sprüche gefunden

Genieße feierlich den Augenblick des Glücks, stark zu bleiben für die Zukunft.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Das Glück besteht so wenig aus den Dingen, daß es vielleicht am besten ohne sie besteht, und wem die Dinge gleichgültig geworden, der ist dem Geheimnisse des Glücks vielleicht am nächsten.

Wille (Hg.), Lebensweisheit. Eine Deutung unseres Daseins in Aussprüchen führender Geister, von Bruno Wille, 1913

Die Meisten glauben, ihr eigenes Glück zu fördern, indem sie ihre Wünsche befriedigen. Aber das ist durchaus zweierlei. Wehe dem, der jeden erdenklichen Wunsch erfüllt sieht, dem nichts mehr zu wünschen, zu erlangen bleibt.

Mantegazza, Die Kunst glücklich zu sein, 1887

Glück und Unglück gehn gewöhnlich dahin, wo schon das meiste ist.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [254.]

Gar mancher Mensch besitzt ein Glück, von dem er keine Ahnung hat. Erst im Erkennen liegt die Fülle.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Vielleicht kann man glücklich sein, wenn man es sein will. Und ich habe einmal gelesen, man könne das Glück lernen. Das hat mir gefallen.

Fontane, Graf Petöfy, 1884

Wir sind nur darum auf kleine Augenblicke glücklich, um unser Unglück nachher desto schärfer zu fühlen. Es ist der alte Fluch, Glück muß mit Unglück wechseln, und eben darin besteht unser Leben und unser Elend.

Tieck, Geschichte des Herrn William Lovell. An Rosa, 1795/96 (anonym), hier in der Fassung von 1828

Glück weiß man erst zu schätzen, wenn man den Kummer kennt.

Internet

Ein Glück ist unmöglich, wenn beide ununterbrochen davor zittern müssen, einander zu verlieren.

Wedekind, Die Zensur. Theodizee in einem Akt, 1907/08

Sein Unglück und sein Glücke ist ihm ein jeder selbst.

Fleming, P., Gedichte. Aus: An sich

Das Glück beschreiben, heißt es verderben.

Stendhal, Bekenntnisse eines Ichmenschen. Selbstbiographien, Tagebücher, Nekrologe, 1832 (posthumer Erstdruck 1892). Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski 1905. Tagebuch, Paris, 4. Februar 1813

Manchmal möchte ich bald toll werden über meinen unverdienten Ruhm, das Glück sucht mich und ich fürchte mich fast deswegen vor einem neuen Unglück.

Beethoven, Briefe. An Nikolaus Zmeskall, 8. Juli 1810

Das Glück geht wohl auch im Krebsgang.

Internet

Hast du dein Glück zu Grab getragen, Und naht dir noch in später'n Tagen Ein neues Glück – recht unverhofft – Dann halt' es fest – trotz allem Sträuben. – Daß Bäume zweimal Blüthen treiben In einem Lenz geschieht nicht oft.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

»Glück« ist ein entweihtes, durch gemeinen Gebrauch abgeschliffenes Wort.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). VI. Über Glück und Unglück in der Weltgeschichte

Mit größtem Rechte sagt also Aristoteles: Das Glück gehört denen, die sich selber genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind, ihrer Natur nach, höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen, dürften daher, selbst unter den günstigsten Umständen, leicht stocken; ja, dieses ist unvermeidlich, sofern sie doch nicht stets zur Hand sein können.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 2: Von dem, was einer ist

Aus Ziegeln und aus Lehm erbaut Zerfällt des Glücks Palast, den Baustein schaff' zur Seligkeit, So lang' du Zeit noch hast.

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Ist dir so unbekannt, daß nicht zum Unglück allein, Daß auch zum Glücke Mut gehört?

Hamerling, Ahasver(us) in Rom, 1866

Ich gedachte, Wie mit der Zeit sich stets der Kreis erweitert, In dem ich sucht' und fand mein reinstes Glück: Wie manches neue, kleine Wesen kam, Das einen Platz erstrebte zwischen uns Und ihn erhielt und jedes obendrein Bei seinem Eintritt auch mein ganzes Herz. Dasganze Jedes– henkt die Mathematik! Denn immer noch ein ganzes bleibt mir übrig, Es zu verschenken, wenn es wieder gilt. Nicht protzen möcht ich, aber solcher Reichtum Ist unerhört in meinen hohen Jahren. Ich dank' ihn euch, so seid mir denn bedankt, Ihr Großen und ihr Kleinen, Fernen, Nahen. Durch meiner Liebe, eurer Liebe Kraft Begibt an mir ein schönes Wunder sich: "Die Kinderlose hat die meisten Kinder."

Ebner-Eschenbach, Aphorismen. Parabeln, Märchen und Gedichte (= Gesammelte Schriften, 1. Band), 1893. Aus: Liebeserklärung

Dem Glück bezahlt' ich meine Schuld.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Ring des Polykrates, 1797

Was die Menschen also Glück und Unglück nennen, das sehn Sie wohl, mein Freund, ist es nicht immer; denn bei allen Begünstigungen des äußern Glückes haben wir Tränen in den Augen des erstem, und bei allen Vernachlässigungen desselben, ein Lächeln auf dem Antlitz des andern gesehen.

Kleist, Aufsatz, den sichern Weg des Glücks zu finden und ungestört – auch unter den größten Drangsalen des Lebens – ihn zu genießen!, 1799