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26202 Sprüche gefunden

Juni Ich lebe nun mein Leben in Gedanken, Lebendiger als in der Tat es war, Gehoben seh ich Hemmungen und Schranken, Hinweggeräumt Verlockung und Gefahr: Daß doch so gut es ging, Gott muß ich's danken, Nicht besser konnt' es gehn, viel schlimmer gar.

Rückert, Poetisches Tagebuch, 1850-1866 (aus seinem Nachlasse), 1888

Ich kann nicht mehr recht sehen, ich kann nicht mehr recht hören, ich kann nur noch lieben.

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Wie schön die Blätter älter werden. Voller Licht und Farbe sind ihre letzten Tage.

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Ich bin der Alte, sogar im Alter.

Förster (Hg.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter. Zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages, 4 Bde., 1863

Stumpf werde ich wohl nicht so leicht werden, aber matt und müde.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Erwirb dir in der Jugend ein Alter im Geist, und du wirst im Alter eine Jugend im Herzen tragen.

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Wie die Jugend aus sich heraussingt, so singt das Alter in sich hinein.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Der Jugend gehört die Welt. Im mittleren Alter hat man nur noch Verpflichtungen. Im Alter landet man in der Abstellkammer des Lebens.

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Indes des Lebens dünner Zwirn verschleißt, Der Erbe lauert und die Gicht uns beißt.

Byron, Don Juan, 1819-24

Bei Gott! dachte er, ich werde alt. Warum hier?

Wolfe, Schau heimwärts, Engel (Look Homeward, Angel: A Story of the Buried Life), 1929

Neue Ideen, moderne Richtungen, finden bei alten Menschen keinen Beifall. Ihnen gefällt zu glauben, daß die Welt sich nicht verbessert, sondern verschlechtert hat, weil sie aufgehört haben, jung zu sein.

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Selten ist derselbe Mensch glücklich und alt.

(Pseudo-)Seneca, Herkules auf dem Oeta (Hercules Oetaeus), vermutlich nicht von Seneca. V. 643 Originaltext: Rarum est felix idemque senex

Wie viele Schultern ohne Kraft haben sich schwere Lasten aufbürden wollen.

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Alles altert und verjüngt sich wieder. Warum sind wir ausgenommen vom schönen Kreislauf der Natur? Oder gilt er auch für uns?

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Erstes Buch. Hyperion an Bellarmin

Das Mädchen hofft, die Frau freut sich und die Greisin erinnert sich.

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Gegen meine 60 Jahre hätte ich viel einzuwenden, wenn es ein anderes Mittel gäbe, leben zu bleiben, als das, alt zu werden.

Meyer, C. F., Briefe. An Louise von François, 20. Oktober 1885

Wir Alten stehen euch Jungen nach. Wenn der Vater euch nicht gleich zu Willen ist, so sagt ihr ihm ins Gesicht: "Bist du nicht auch einmal jung gewesen?" Der Vater aber kann zum unverständigen Sohn nicht sagen: "Du bist auch einmal alt gewesen!"

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Unseliger! Besonnenheit gab selbst die Zeit dir nicht, nur Torheit kam zu Jahren!

Sophokles, Ödipus auf Kolonos, posthum aufgeführt um 401 v. Chr

Ich wollte das Alter gern der Jugend gleichsetzen, wenn es nur nicht die Enge der Bewegung, die Schwere der Erinnerung, die Bitternis der Erfahrung hätte.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Wir begreifen die Ruinen nicht eher, als bis wir selbst Ruinen sind.

Heine, Gedanken und Einfälle, in: Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine, hg. von Adolf Strodtmann 1869. VI. Vermischte Einfälle

Häßlich grinst das Alter und Verderben, der Jugend Lebensdurst und das Gesicht der Erben.

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