Alter Sprüche – kinder
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Wenn ein gereifter Mann sich jugendlich benimmt, sagt man von ihm: Er ist noch ganz der Alte.
Die Greise gleichen darin den Kindern, daß sie sich von einem neuen Glücke schnell hinreißen lassen, allein wenn sie es verlieren, so vermögen sie sich nicht darüber zu trösten wie die Kinder, sondern werden wieder Greise und sterben.
In der Jugend ist man bei seinen Eltern, in späteren Jahren bei seinen Kindern, und im Alter allein.
Die alten Wohlbekannten alle weg; die damals Jungen, darunter ich, jetzt alt und auch rücksichtslos so genannt, wie's denn auch wahr ist. Dahinter der junge Nachschub, bereit, seine Vordermänner bei passender Gelegenheit in schwarze Kisten zu verpacken und in's Suterräng zu bringen. Es geht schnell, wenn man so umschaut. Man betrachtet mit Wehmuth das spielende Kindervolk, mit staunender Genugthuung sehr Alte, die es ausnahmsweise so lang ausgehalten, ohne schwach zu werden.
Länder und Seen durchschwommen Brünstig allen Fernen. Wittre nun in den Nächten Nach Ländern über Sternen. Als ich ein Kind war, Glänzte so weit mein Teich, Hinter jedem Wipfel Grünte ein Zukunftsreich. Stützt zu Berg mich, Söhne, Dicht in meine Nähe, Daß ich noch einmal Die kleine Erde sehe.
Man lacht nicht, weil du alt, glaub mir, man lacht allein, weil du, die doch so alt, durchaus nicht alt willst sein.
Läßt mich das Alter im Stich? Bin ich wieder ein Kind? Ich weiß nicht, ob ich oder die andern verrückt sind.
Die grauen Haare sind nicht immer der Schnee des Alters, sondern öfters auch der Reif der Jugend.
Die Jugend ist außerordentlich gut gegen mich, und ich erkenne es mit größter Dankbarkeit an. Manchmal komme ich mir aber doch vor wie der ur-uralte Papagei, den niemand mehr verstand, weil er eine tote Sprache sprach.
Die Wirklichkeit wenig bekannt ist. Der Frühling ist Winters arglistiger Trug, Im Wein steckt nicht Wahrheit noch Rebe, Das Weibergeschlecht ist auch heuttags zu klug, Daß Herz gegen Herze es gebe! Die Jungen sprechen: Verehrter Kollege, Ihr selber nur schwärmt: Ihr schmähet den Lenz, weil Ihr kalt seid, Den goldenen Wein, der Euch nimmer erwärmt, Die Frauen, für die Ihr zu alt seid! Wir beugen ergebenst uns mit Reverenz Vor solcher erhabener Tugend, Doch singen die Liebe, den Wein und den Lenz Wir fürder der fröhlichen Jugend. Ei, lasset's in rüstigern Tagen doch auch, Zu müh'n Euch um Nachwuchs an Jungen; Wenn er einmal abstirbt der löbliche Brauch, So haben wir bald ausgesungen! Der Alte: Ei, merktet ihr denn nicht am zwinkernden Aug', Daß ich euch nur schraubte, ihr Herren, Und anderes besser zu predigen taug' Als wie der Enthaltsamkeit Lehren?! Wenn ringsum die Lande im sonnigen Schein, Dann lasset in fächelnder Lauben Mich sitzen, den funkelnden Römer voll Wein, – Doch sei es ein Trank auch aus Trauben! – Und schafft mir ein Mädchen an Seite, das lacht Zum Kusse von bärtigem Munde, Und wenn mich das alles nicht jung wieder macht, Mögt ihr mich begraben zur Stunde!
Die Jugend gleicht einem ergötzlichen Traum, das Alter einer beschwerlichen Nachtwache.
Die Jugend spricht vom Alter wie von einem Unglück, das sie nie treffen kann.
Wenn die Erinnrung an die Jugend nicht wäre, so würde man das Alter nicht verspüren, nur, daß man das nicht mehr zu tun vermag, was man ehmals vermochte, macht die Krankheit aus. Denn der Alte ist gewiß ein eben so vollkommnes Geschöpf in seiner Art als der Jüngling.
Sag dich nicht los von der Unterweisung der Alten, denn auch sie haben von ihren Vätern gelernt.
Da ich noch ein Kind war, hört ich stets: der Jugend Führer sei das Alter; beiden sei, nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück beschert.
Jung sein wollen und nicht mehr können!
Die Alten Wenn man jung ist und modern, möchte man natürlich gern alles neu und umgestalten, doch, wer meckert dann? Die Alten! Will dynamische Ideen endlich man verwirklicht sehen, zieh'n sich sorgenvolle Falten; ja, so sind sie, unsere Alten! Krieg und Elend, Hungersnot; manchen Freundes frühen Tod; doch sie haben durchgehalten, ja, das haben sie, die Alten! Was sie unter Müh' und Plagen neu erbaut in ihren Tagen, wollen sie jetzt gern erhalten: Habt Verständnis für die Alten! Bändigt Eure jungen Triebe, zeigt den Alten Eure Liebe, laßt Euch Zeit mit dem Entfalten, kümmert Euch um Eure Alten! Wozu jagen, warum hetzen? Nach den ewigen Gesetzen ist die Zeit nicht aufzuhalten. Plötzlich seid Ihr dann die Alten! Und in Euren alten Tagen hört Ihr Eure Kinder klagen; ach, es ist nicht auszuhalten, immer meckern diese Alten! Ja, des Lebens Karussell dreht sich leider viel zu schnell; drum sollten sie zusammenhalten, all die Jungen und die Alten!
Was man in seiner Jugend erwirbt, dient im Kampf gegen das Elend des hohen Alters. Und wenn du willst, daß dein Alter sich aus Weisheit nähre, so sorge dafür, solange du jung bist, daß es in deinem Alter nicht an Nahrung mangelt.
Das Alter ist der Sammelplatz der Übel; denn alle Übel suchen da ihre Unterkunft.
Ja, ja, Geliebte, man wird alt, Trotz Filz und Wolle hat man kalt An Sohlen und an Füßen, Und ißt am Schlusse des Soupers Man gar noch etwas Schweizerkäs', so muß man dafür büßen. Die Nerven – ach du lieber Gott! Die Leber wird zum Kinderspott, Die Leber und der Magen; Und würd' auch alles weh und wund, Eh bien, bleibt nur das Herz gesund, So wollen wir's ertragen.
In der Jugend fehlen uns nur die Gefäße zum Schöpfen; im Alter haben wir sie, aber der Strom ist versiegt.